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Abkühlung am Kreditmarkt

18.06.2012
- Kreditneugeschäft im ersten Quartal um 0,4% gesunken
- Weitere Eintrübung im Jahresverlauf
- Entwicklung vor allem durch konjunkturell bedingten Rückgang der Nachfrage begründet

Das Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbständigen in Deutschland ist zwischen Januar und März 2012 um 0,4% gegenüber dem Vorjahreswert gesunken. Das ist das zentrale Ergebnis des aktuellen KfW-Kreditmarktausblick, den die KfW quartalsweise exklusiv für das Handelsblatt ermittelt.

Damit kommt es am Kreditmarkt zu einer Abkühlung, die einhergehend mit der nachlassenden konjunkturellen Dynamik vor allem durch eine schwächere Kreditnachfrage der Wirtschaft begründet ist. Unternehmen, die einen Kredit benötigen, finden aktuell in Deutschland jedoch nach wie vor sehr gute Finanzierungsbedingungen vor.

Im laufenden Jahr wird sich der Kreditmarkt allmählich weiter eintrüben. Insgesamt erwartet die KfW, dass das Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbständigen im laufenden zweiten Quartal in etwa stagnieren wird. Ab dem dritten Quartal kann es auch zu einer deutlicheren Abkühlung kommen. Entscheidender Faktor hierfür dürfte eine weiter zurückgehende Kreditnachfrage der Wirtschaft bleiben. Die Konjunktur in Deutschland kühlt sich 2012 ab, die KfW erwartet für dieses Jahr ein kalenderbereinigtes BIP-Wachstum von 1,2% - das ist mehr als eine Halbierung der Wachstumsrate des vergangenen Jahres (3,0%). Dies wird die Investitionsbereitschaft der Unternehmen etwas reduzieren und sich auf ihre Nachfrage nach langfristigen Krediten auswirken. Allerdings dürfte das niedrige Zinsniveau noch für einige Zeit Investitionen und Kreditnachfrage stützen, vor allem in auf den deutschen Markt orientierten Branchen.

Aber auch von der Angebotsseite dürfte es dämpfende Impulse für das Kreditneugeschäft geben. Seit Jahresbeginn hat laut Bank Lending Survey der Bundesbank eine knappe Mehrheit der Banken erstmals seit zwei Jahren die Kreditrichtlinien wieder leicht verschärft. Die zunehmende Zurückhaltung der Banken bei lang laufenden Krediten und bei Krediten an Großunternehmen, die exportorientiert sind, zeigt überdies, dass die Banken der Frage, wie stark ihre Kunden von einem konjunkturellen Einbruch betroffen wären, aktuell mehr Gewicht beimessen. Nicht zuletzt sind Kredite, die mit Geschäften in den Peripherieländern der Eurozone zu tun haben, in den letzten Wochen wieder schwieriger zu erhalten.

"Die Erwartung einer nachlassenden Wirtschaftsdynamik macht sich jetzt auch am deutschen Kreditmarkt bemerkbar: Die Nachfrage nach Krediten ist gesunken. Das führte im ersten Quartal zu einem leichten Rückgang des Kreditneugeschäfts, diese Tendenz wird sich für das Gesamtjahr 2012 voraussichtlich fortsetzen", kommentierte Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW, die Indikatorenergebnisse. Der deutsche Kreditmarkt sei aktuell dennoch ein klarer Gewinner der Eurokrise, auch die Unternehmen selbst schätzten ihre momentanen Finanzierungsbedingen positiv ein.

"Die Banken haben von einer verbesserten kurz- und mittelfristigen Refinanzierung aufgrund der EZB-Liquiditätsmaßnahmen profitiert und konkurrieren - nicht zuletzt wegen des krisenbedingten Mangels an attraktiven Investments im Ausland - verstärkt auf dem Heimatmarkt um Kunden." Doch im Verlauf des Jahres werde sich Deutschland den rezessiven Wirkungen der Eurokrise nicht entziehen können.

"Das BIP-Wachstum, die Unternehmensinvestitionen und auch die Kreditnachfrage werden im laufenden Jahr an Dynamik verlieren. Falls die Eurokrise weiter eskalieren sollte, könnte das Kreditangebot auch in Deutschland unter in einem solchen Fall drastisch erhöhten Refinanzierungsproblemen der Banken leiden."

Die aktuelle Ausgabe des Kreditmarktausblicks ist im Internet unter www.kfw.de/kreditmarktausblick abrufbar.

Die KfW modernisiert sich. Ein Foto des neuen Logos steht unter www.kfw.de/logo zum Download bereit.

Weitere Informationen zum KfW-Markenrelaunch unter www.bank-aus-verantwortung.de.

Pressekontakt:
KfW,
Palmengartenstraße 5-9,
60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM)
Christine Volk
Tel. 069 7431-3867, Fax: 069 7431-3266
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Christine Volk | presseportal
Weitere Informationen:
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