Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Optimierter Lagerplatz auf kleinster Fläche / „SimFö“ zeigt die Vorteile der „Fluiden Logistik“ auf

09.03.2016

Lagersysteme für Gepäckstücke an Flughäfen nehmen einen großen Raum ein. Sowohl dynamische Systeme mit einer kontinuierlich laufenden Fördertechnik als auch statische Systeme mit der festen Lagerung des Gepäcks benötigen viel Platz und sind sehr energieintensiv. Eine Effizienzsteigerung versprechen wandlungsfähige fluide Lagersysteme, die in mehrere aneinandergrenzende Zellen unterteilt sind und Gepäckstücke eigenständig transportieren können. Eine flächenfüllende Lagerung ist so möglich, da der Transport der Stücke individuell und fallbezogen erfolgen kann.

Das Forschungsprojekt „SimFö“ hat nachgewiesen, dass bei einem Frühgepäckspeicher, wie er an Flughäfen verwendet wird, durch die Methode der „Fluiden Logistik“ bis zu 60 % weniger Platz und bis zu 70 % weniger Energie benötigt werden würden.


Das Forschungsprojekt „SimFö“ hat nachgewiesen, dass bei einem Frühgepäckspeicher durch die „Fluide Logistik“ bis zu 75 % weniger Platz und bis zu 90 % weniger Energie benötigt werden würden.

Bildquelle: HA Hessen Agentur GmbH - Jan Michael Hosan

Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) leitete das Projekt „SimFö ‐ Simulation universeller & adaptiver Fördertechnik“; Projektpartner waren das Start-up-Unternehmen benjamin Systems GmbH, das das Konzept der „Fluiden Logistik“ entwickelt hat, die SimPlan AG als Spezialist für logistische Simulationen, die Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) sowie die Fraport AG.

Das Projektvolumen betrug insgesamt rund 399.900 Euro, dafür flossen rund 192.500 Euro aus der Förderlinie 3: KMU-Verbundvorhaben des LOEWE-Programms (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) des Landes Hessen in das Projekt; die Projektdauer betrug neun Monate.

„Das Simulationsprojekt zeigt sowohl die technische Machbarkeit als auch die ökonomische Effizienz im Rahmen der verfügbaren Daten“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Professor für Logistik und Produktionsmanagement an der Frankfurt UAS. Im Rahmen des Forschungsprojekts „SimFö“ wurde ein Frühgepäckspeicher, auf welchem frühzeitig abgegebene Gepäckstücke zwischengelagert werden, in verschiedenen Variationen simuliert.

Dabei betrachteten die Projektbeteiligten unter anderem die Layout-Form und die absolute Grundfläche des Speichers, die Positionierung und Anzahl der Ein- und Ausgangspunkte, die Ein- und Auslagerungsalgorithmen sowie verschiedene Auslastungsszenarien. „SimFö“ baut auf den Ergebnissen des Vorgängerprojekts „FluidSim“ auf, in welchem eine virtuelle Simulationsumgebung für das Konzept der „Fluiden Logistik“ entwickelt wurde.

Die „fluide Logistik“ ist eine Technologie, die eine Vielzahl von Gütern – zum Beispiel Gepäckstücke – vollautomatisch über elektromagnetische Felder, aber frei von Schienen auf einer Fläche bewegt. Sie wurde vor dem Hintergrund der gestiegenen Ansprüche an die Logistik-, Lager- und Materialflussprozesse von Unternehmen entwickelt.

Zur realistischen Darstellung wurden für die Simulation die aktuellen Zahlen für den Frühgepäckspeicher der Fraport AG am Frankfurter Flughafen genutzt. Entscheidende Kriterien für die Nutzbarkeit der Ergebnisse waren die Geschwindigkeit bei der Ein- und Auslagerung, so dass weder ein Rückstau bei der Einlagerung noch eine Verspätung bei der Auslagerung entstehen würde, und die Anzahl der einzelnen Bewegungen der Gepäckstücke, welche Rückschlüsse auf den Stromverbrauch und damit die Wirtschaftlichkeit möglich machten.

Nach mehreren Simulationsläufen wurde die größte Effizienz bei einem Verhältnis Länge zu Breite 1:10 festgestellt; dieses Layout gestattet sowohl die meisten Platz- als auch Energieersparnisse. Eine Nutzung von fluider Logistik würde zu einer Reduktion des Platzbedarfs um bis zu 60 % und des Energiebedarfes um bis zu 70 % führen, bei gleichbleibender Lagerkapazität. „Dies zeigt sehr deutlich die Vorteile, die Fluide Logistik bei der Gestaltung von Lagerflächen bieten kann“, so Schocke.

Die Fraport AG stellte die Anwendungsdaten für die Simulation der Gepäckförderanlage bereit. Wissenschaftler/-innen der Frankfurt University of Applied Sciences und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) prüften die Steuerungsalgorithmen und entwickelten diese weiter. Die benjamin Systems GmbH implementierte den Algorithmus in die Steuerungssoftware der „fluiden Logistik“ und verband die Steuerungssoftware mit einer Simulationssoftware. Die für die Simulationssoftware notwendige Objektbibliothek „FluidSim“ wurde von der SimPlan AG entwickelt und kann zu einem späteren Zeitpunkt in unterschiedlichen Simulationsprogrammen angewendet werden. Unternehmen, die vor der Entscheidung stehen, neue Logistiklösungen einzuführen, können über die Simulationssoftware so auch die Umsetzung der „Fluiden Logistik“ testen.

Das Forschungsprojekt war im Gebäude des House of Logistics & Mobility (HOLM) in unmittelbarer Nachbarschaft des Frankfurter Flughafens untergebracht. Das HOLM bietet Räumlichkeiten für gemeinsame Forschungs- und Weiterbildungsaktivitäten von Institutionen und Unternehmen, die in den Bereichen Logistik und Mobilität tätig sind: http://www.frankfurt-holm.de.

Das Projekt „SimFö“ (HA-Projekt-Nr.: 442/14-32) wurde im Rahmen von Hessen ModellProjekte aus Mitteln der LOEWE – Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz, Förderlinie 3: KMU-Verbundvorhaben mit rund 192.500 Euro gefördert.

Weiter Informationen: http://www.innovationsfoerderung-hessen.de.

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 3: Wirtschaft und Recht, Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Telefon: 069/1533-3870, E-Mail: schocke@fb3.fra-uas.de

Weitere Informationen:

http://www.frankfurt-holm.de
http://www.innovationsfoerderung-hessen.de

Sarah Blaß | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Hochschule Karlsruhe kann künftig mit mobilem 360°-Kamerasystem Straßenverkehr erforschen
14.08.2018 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

nachricht Sozialpsychologische Einflussfaktoren der Verkehrsmittelwahl in Wiesbaden
06.08.2018 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Helfer bei der Zellreinigung

14.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe

14.08.2018 | Materialwissenschaften

Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb

14.08.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics