Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf Kosten der Umwelt: Moderne Anlieferkonzepte berücksichtigen auch CO²-Ausstoß

18.12.2012
Ingenieure untersuchen, welche Art der Materialbeschaffung aus Umweltsicht sinnvoll ist
Ökologische Kosten fließen bislang kaum in die Berechnung von Prozesskosten ein. Wie der CO²-Ausstoß und andere umweltrelevante Aspekte bemessen werden können, untersucht das IPH in einem neuen Forschungsprojekt. Bis Herbst 2014 erarbeiten die Ingenieure aus Hannover zusammen mit Unternehmen eine Methode, mit der sich unterschiedliche Anlieferkonzepte im Hinblick auf ökologische Kosten bewerten lassen.

Die Transportkosten, das gebundene Kapital und die Kosten für die erforderliche Lagerfläche – Ausgaben wie diese entscheiden darüber, wie produzierende Unternehmen ihre Waren beschaffen. Kaum eine Rolle spielen bei der Entscheidung der CO²-Ausstoß, zusätzlich entstehender Abfall und andere umweltrelevante Aspekte. Doch welche ökologischen Kosten entstehen eigentlich bei den unterschiedlichen Varianten der Materialbeschaffung? Erstmals beziehen Wissenschaftler jetzt auch ökologische Aspekte in die Wahl der Anlieferkonzepte ein. Am Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) entwickeln Ingenieure eine Methode, mit der sich die Logistikkosten der Beschaffung vollständig quantifizieren lassen. Mit Hilfe einer einfachen Software sollen Unternehmen ihre Anlieferkonzepte künftig besser bewerten können.
„Kunden erwarten heute, dass Unternehmen nachhaltig handeln“, weiß Professor Peter Nyhuis, geschäftsführender Gesellschafter des IPH. Daher müssten Unternehmer auch ihre Beschaffung aus Umweltsicht betrachten. Ökologische Aspekte dürften bei der Wahl des Anlieferkonzepts nicht vernachlässigt werden. „Womöglich sprechen hohe Lagerkosten gegen eine Vorratsbeschaffung – aber diesen Kosten müssen auch der erhöhte Kraftstoffverbrauch und die Emissionen von Einzelanlieferungen gegenübergestellt werden“, gibt Professor Nyhuis zu bedenken. Nur durch eine transparente Kostenrechnung würden unterschiedliche Anlieferkonzepte tatsächlich vergleichbar.

In dem Forschungsprojekt identifizieren die Ingenieure des IPH zunächst alle existierenden Anlieferkonzepte für produzierende Unternehmen. Jedes Konzept wird dazu in Einzelschritte wie Lagerung, Transport und Warenannahme zerlegt, die dann wiederum weiter detailliert werden. So sind zum Beispiel bei dem Transport das Transportmittel und die zurückzulegende Strecke relevante Kriterien; zur Warenannahme gehören nicht nur die beteiligten Mitarbeiter, sondern beispielsweise auch Hilfsmittel wie Gabelstapler und die dafür benötigte Energie. Im zweiten Schritt prüfen die Ingenieure, welche Zusammenhänge zwischen diesen Faktoren und ökologischen Aspekten bestehen. Fertigt ein Unternehmen zum Beispiel in kleinen Losgrößen, so wird weniger, aber dafür öfters geliefert. Häufigere Transporte verursachen mehr Kraftstoffverbrauch, einen höheren Schadstoffausstoß und möglicherweise auch mehr Abfälle. Aus diesen Zusammenhängen leiten die Wissenschaftler Berechnungsvorschriften ab, die auch derartige indirekte Folgen berücksichtigen.

Um alle logistischen und ökologischen Kosten abzubilden und zu bewerten, entwickeln die Ingenieure eine Methode. Eingebettet in eine Software soll sie Unternehmen helfen, Anlieferkonzepte zu bewerten und sie so bei der Entscheidung für oder gegen ein Konzept unterstützen. Auch nachträgliche Bewertungen von bestehenden Anlieferkonzepten sollen damit möglich werden.

Das Forschungsprojekt „Ökologie- und logistikkostenorientierte Auswahl von Anlieferkonzepten“ ist im Spätsommer 2012 gestartet und läuft insgesamt 24 Monate. Gefördert wird es über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Fünf kleine und mittlere Unternehmen aus Norddeutschland haben bereits ihre Teilnahme an dem Projekt zugesagt. Weitere Projektpartner sind willkommen. Interessierte können sich bei Michael Zenker melden (Kontakt: zenker@iph-hannover.de).

Meike Wiegand | idw
Weitere Informationen:
http://www.iph-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Logistik-Optimierung am Frankfurter Flughafen – „Smart Air Cargo Trailer“ gestartet
17.01.2019 | Hochschule RheinMain

nachricht Mit dem Lufttaxi ans Ziel
20.12.2018 | Technische Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultra ultrasound to transform new tech

World first experiments on sensor that may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles

The new sensor - capable of detecting vibrations of living cells - may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles.

Im Focus: Fliegende optische Katzen für die Quantenkommunikation

Gleichzeitig tot und lebendig? Max-Planck-Forscher realisieren im Labor Erwin Schrödingers paradoxes Gedankenexperiment mithilfe eines verschränkten Atom-Licht-Zustands.

Bereits 1935 formulierte Erwin Schrödinger die paradoxen Eigenschaften der Quantenphysik in einem Gedankenexperiment über eine Katze, die gleichzeitig tot und...

Im Focus: Flying Optical Cats for Quantum Communication

Dead and alive at the same time? Researchers at the Max Planck Institute of Quantum Optics have implemented Erwin Schrödinger’s paradoxical gedanken experiment employing an entangled atom-light state.

In 1935 Erwin Schrödinger formulated a thought experiment designed to capture the paradoxical nature of quantum physics. The crucial element of this gedanken...

Im Focus: Implantate aus Nanozellulose: Das Ohr aus dem 3-D-Drucker

Aus Holz gewonnene Nanocellulose verfügt über erstaunliche Materialeigenschaften. Empa-Forscher bestücken den biologisch abbaubaren Rohstoff nun mit zusätzlichen Fähigkeiten, um Implantate für Knorpelerkrankungen mittels 3-D-Druck fertigen zu können.

Alles beginnt mit einem Ohr. Empa-Forscher Michael Hausmann entfernt das Objekt in Form eines menschlichen Ohrs aus dem 3-D-Drucker und erklärt: «Nanocellulose...

Im Focus: Nanocellulose for novel implants: Ears from the 3D-printer

Cellulose obtained from wood has amazing material properties. Empa researchers are now equipping the biodegradable material with additional functionalities to produce implants for cartilage diseases using 3D printing.

It all starts with an ear. Empa researcher Michael Hausmann removes the object shaped like a human ear from the 3D printer and explains:

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Erstmalig in Nürnberg: Tagung „HR-Trends 2019“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Wie Daten und Künstliche Intelligenz die Produktion optimieren

16.01.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leistungsschub für alle Omicron Laser

17.01.2019 | Messenachrichten

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Blutgefäßen aus Stammzellen gegen Volkskrankheit Diabetes

17.01.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics