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HIGH-TOOL optimiert europäische Verkehrsplanung

13.08.2013
Wissenschaftliche Kompetenz unterstützt die Politik bei Entscheidungen für eine nachhaltige Verkehrsplanung: In dem vom KIT koordinierten Projekt HIGH-TOOL entwickeln Forscher ein Modell, mit dem sich die Wirkungen von politischen Maßnahmen auf Verkehr, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt bis zum Jahr 2050 abschätzen lassen.

Die Europäische Union fördert das auf drei Jahre angelegte Vorhaben mit insgesamt rund 2,5 Millionen Euro. An dem Forschungsvorhaben sind acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.


Auf dem „Weißbuch Verkehr“ und weiteren wichtigen europäischen Strategiedokumenten basieren die Input- und Output-Indikatoren von HIGH-TOOL.
(Foto: R. Török/KIT)

Wie beeinflusst die Entwicklung der Energiepreise den Marktanteil von Straße und Schiene? Verringert die Einführung einer europaweiten Pkw-Maut auf Autobahnen die Kohlendioxid-Emissionen?

Entscheidungen im Verkehrssektor wirken sich über Jahrzehnte aus. Umso wichtiger ist es, Maßnahmen langfristig zu planen und die Folgen frühzeitig abzuschätzen. Dabei helfen Modelle, die Wirkungsmechanismen verkehrspolitischer Maßnahmen im Computer abbilden. Ein solches Modell entwickeln Wissenschaftler im europäischen Projekt HIGH-TOOL (Strategic high-level transport model). Ziel ist, der Generaldirektion Mobilität und Verkehr (GD MOVE) der Europäischen Kommission ein quantitatives Instrument zur Verfügung zu stellen, um die Wirkungen von politischen Maßnahmen auf Verkehr, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt langfristig abzuschätzen.

Der Bereich Netzwerkökonomie am Institut für Volkswirtschaftslehre (ECON) des KIT koordiniert das Projekt, an dem insgesamt acht Partner aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Ungarn beteiligt sind. Die Europäische Union fördert HIGH-TOOL im 7. Forschungsrahmenprogramm mit insgesamt rund 2,5 Millionen Euro. Im Frühjahr dieses Jahres ist das auf drei Jahre angelegte Projekt gestartet.

„Prognosehorizont von HIGH-TOOL ist das Jahr 2050“, erklärt Projektkoordinator Dr. Eckhard Szimba, Gruppenleiter im Bereich Netzwerkökonomie am ECON des KIT. Bis 2050 will die EU die Emissionen im Verkehrssektor um 60 Prozent verringern. Weitere strategische Ziele sind, einen einheitlichen europäischen Verkehrsraum zu schaffen, die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen sowie Innovationen im Verkehrsbereich zu fördern. Im „Weißbuch Verkehr 2011“ sowie in der „Roadmap for moving to a low-carbon economy in 2050“ sind die Ziele festgeschrieben; darauf basieren die Input- und Output-Indikatoren von HIGH-TOOL. Das Modell soll dazu dienen, eine Vorauswahl aus verschiedenen politischen Optionen zu treffen. Die ausgewählten Optionen werden dann mithilfe von detaillierteren Modellen evaluiert.

HIGH-TOOL wird als Open-Source-Modell bereitgestellt und soll auch für Nichtexperten bedienbar sein. Das Tool wird aus mehreren Modulen zu Verkehrsangebot, Verkehrsnachfrage, Demografie und Wirtschaft sowie verschiedenen Bewertungsmodulen aufgebaut.. „Neben der Rolle als Koordinator ist das KIT in alle Bereiche der Entwicklung involviert“, berichtet Projektkoordinator Szimba. Darüber hinaus zeichnet das KIT für das Modul zur Nachfrage im Personenverkehr verantwortlich. Das Modell wird sukzessive und in enger Zusammenarbeit mit den künftigen Nutzern entwickelt. In einer umfangreichen Validierungsphase werden die Qualität der Ergebnisse, die Vorhersagerobustheit, -genauigkeit und -konsistenz sowie die Benutzerfreundlichkeit getestet. Ein wissenschaftlicher Beirat von Experten der Verkehrspolitik, Verkehrsmodellierung und Bewertung von Verkehrspolitiken begleitet die Entwicklung von HIGH-TOOL.

Weiterer Kontakt:
Kosta Schinarakis, PKM – Themenscout, Tel.: +49 721 608 41956, Fax: +49 721 608 43658, E-Mail: schinarakis@kit.edu

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter knapp 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 000 Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

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