Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsam unterwegs: Straßeninfrastruktur für konventionelle und hochautomatisierte Fahrzeuge

07.08.2017

Im Projekt INFRAMIX werden in den nächsten drei Jahren elf europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen eine hybride Straßeninfrastruktur entwickeln, die für einen effizienten und sicheren Mischverkehr bestehend aus konventionellen und hochautomatisierten Fahrzeugen sorgt.

Der Automatisierungsgrad in Fahrzeugen nimmt kontinuierlich zu und schon im nächsten Jahrzehnt werden konventionelle Autofahrer – zunächst auf der Auto-bahn und später auch in der Stadt – die Straße mit Fahrzeugen teilen, die von Computern gesteuert werden.


Wird es demnächst eine eigene Spur für hochautomatisierte Fahrzeuge (AVO) geben? In Inframix werden unterschiedliche Szenarien für die Straßeninfrastruktur der Zukunft erprobt

Wittelsbach bernd/ iStockphoto

Derzeit konzentrieren sich viele Forschungsprojekte im Bereich des automatisierten Fahrens auf den Fahrer und das Fahrzeug an sich. Sie blenden jedoch die Konsequenzen auf Verkehrsfluss und Straßeninfrastruktur weitgehend aus. Ziel des Forschungsprojektes INFRAMIX ist es daher, eine erweiterte Straßeninfrastruktur mit physischen und digitalen Elementen zu entwickeln und zu testen, die diesem Mischverkehr gerecht wird.

In verschiedenen Verkehrsszenarien, wie einer dynamischen Spurzuweisung für hochautomatisierte Fahrzeuge oder einer Fahrbahnverengung vor einer Baustelle, wird die hybride Straßeninfrastruktur in der Simulation erprobt. Im Anschluss wird sie auf Teststrecken in Österreich, Spanien und Deutschland überprüft.

Der Schwerpunkt in INFRAMIX liegt dabei vor allem in der Modellierung und Entwicklung neuer Algorithmen zur Bewertung und Validierung des Mischverkehrs.

In Zukunft kann dann bewertet werden, ob automatisierte Roboter-Busse den Verkehrsfluss wirklich verbessern oder ob die schrittweise Reduzierung der Privatfahrzeuge zwar zu weniger parkenden Fahrzeugen am Straßenrand führt – aber vielleicht ebenso zu mehr Leerfahrten. Im nächsten Schritt werden dann Möglichkeiten einer digitalen Straße wie z. B. eine dynamische Anzahl von Spuren ausgelotet.

Die Forscher des Geschäftsbereichs Smart Mobility am Fraunhofer FOKUS haben eine vernetzte »Local Dynamic Map« (LDM++) entwickelt, die in dem Projekt in die virtuelle sowie reale Erprobung eingebaut wird. Für einen flüssigen Verkehr und das hochautomatisierte Fahren sind hochgenaue digitale Karten unerlässlich. Die LDM++ verknüpft die digitale HD-Karte mit aktuellen Daten der Umgebung, z. B. den Geschwindigkeiten der Nachbarfahrzeuge, und weiteren Sensorinformationen.

Gleichzeitig werden diese Informationen mit den Verkehrsleitzentralen ausgetauscht. Die Datenanalyse und der -austausch erfolgt über eine sichere Cloud-Infrastruktur. Dabei wird je nach Einzelfall der nächstgelegene Server in der Cloud ausgewählt, um weite Entfernungen zu vermeiden.

Die Forscher vom Fraunhofer FOKUS führen mit den Projektpartnern zudem die virtuelle Erprobung der verschiedenen Szenarien durch und nutzen dafür ihre Simulationsumgebung VSimRTI.

Zum INFRAMIX-Projektteam gehören unter anderen der österreichische Straßeninfrastrukturbetreiber ASFINAG sowie Siemens, TomTom und BMW.

Das Projekt wird von der Europäischen Union im aktuellen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, Horizon 2020, gefördert.

Neben INFRAMIX ist Fraunhofer FOKUS in den Berliner Testfeldern zum automatisierten Fahren stark vertreten. Auf den Testfeldern in Charlottenburg (17. Juni) und Reinickendorf werden Ampeln mit automatisierten Fahrzeugen vernetzt. Dort, mitten in Berlin, entwickelt Fraunhofer FOKUS bereits zusammen mit dem Daimler Center for Automotive IT Innovations (DCAITI) an der TU Berlin eine offene und skalierbare Plattform zur Erprobung des automatisierten und vernetzten Fahrens in einem Ökosystem aus Fahrzeugherstellern und -zulieferern.


Fachkontakt:
Dr. Ilja Radusch
Leiter Geschäftsbereich Smart Mobility
ilja.radusch@fokus.fraunhofer.de
Tel.: +49 (0) 30 3463-7474

Fraunhofer FOKUS
Kaiserin-Augusta-Allee 31
10589 Berlin
https://www.fokus.fraunhofer.de


Kontakt:
Christiane Peters
Abteilung Corporate Communications
Tel: +49 30 3463-7441
christiane.peters@fokus.fraunhofer.de

Fraunhofer FOKUS
Kaiserin-Augusta-Allee 31
10589 Berlin
http://www.fokus.fraunhofer.de

Christiane Peters | FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht BBSR-Studie untersucht ÖPNV-Angebot in den Regionen
24.10.2018 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht Der Truck der Zukunft
19.09.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics