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Europäisches Stauwarnnetz

20.08.2008
Fraunhofer-Institut FIRST und Technische Universität Berlin präsentieren neues Projekt auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin

Kaum geschehen, wird der Unfall auch schon an die Autofahrer gemeldet. So könnten viele brenzlige Situationen und lange Staus verhindert werden.

Wie das technisch machbar ist, zeigen die Forscher und Forscherinnen auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin vom 29.8. bis 3.9.2008 im Technisch-Wissenschaftlichen Forum (TWF), Halle 5.3, Stand 4. Während einer virtuellen Testfahrt können Besucher erleben, wie die neuen Verkehrsdienste in verschiedenen Gefahrensituationen funktionieren.

Reifen quietschen, Warnblinker leuchten - so sieht es aus, wenn Autofahrer plötzlich auf ein Stauende treffen. Bis die Meldung in den Verkehrsnachrichten kommt, wächst der Stau schnell auf viele Kilometer an. Runter von der Autobahn und den Stau oder Unfall umfahren - dafür ist es für viele dann schon zu spät. Sie sitzen fest. Im Projekt COOPERS, das von der EU-Kommission mit rund 18 Millionen Euro gefördert wird, wollen 37 Partner aus 15 EU-Staaten ein System entwickeln, das Autofahrer schnell, zuverlässig und lückenlos über Unfälle, Staus oder andere Hindernisse auf der Strecke informiert. Zwei von ihnen sind die TU Berlin und das Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST.

"COOPERS steht für kooperative Systeme, für intelligente Straßensicherheit", sagt Dr. Matthias Schmidt, Projektleiter am Fraunhofer-Institut. Er und sein Team wollen dafür sorgen, dass die Verkehrsinformationen aus so unterschiedlichen Quellen wie Induktionsschleifen, Floating Car Data, Video oder Radar ausgewertet und in einem einzigen Format zusammengeführt werden. Auf der IFA wird das erste COOPERS-Demonstrationsfahrzeug gezeigt. Dort wird zum Beispiel vorgeführt, wie die Verkehrsinformationen im Auto visualisiert werden.

Während das Fraunhofer-Institut das Übertragungsmedium zur Verfügung stellt und die Dienste codiert, kümmern sich die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen von der TUB um die Messfahrten. Allein in Berlin wird an 50 Fahrern und Fahrerinnen getestet, wie die Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen auf die neue Technik reagieren. "Wir erheben die Da-ten über das Fahrzeug", erläutert TU-Wissenschaftler Dipl.-Ing. Philipp Gilka. Das Messfahrzeug registriert, wie gut der Fahrer oder die Fahrerin die Spur halten, wie oft und stark sie bremsen oder beschleunigen. Auch die Messfahrten in den europäischen Partnerländern sollen die Spezialisten und Spezialistinnen von der TU Berlin koordinieren und durchführen.

Wie so eine Testfahrt abläuft, können Interessierte bereits auf der IFA ausprobieren. Im COOPERS Testfahrzeug sitzend erscheint vor ihnen auf einer Leinwand eine virtuelle Fahrt über die Berliner Teststrecke auf der Auto-bahn 100. Dabei werden Gefahrensituationen wie Baustellen, Staus oder Spureinschränkungen simuliert. Auf einem Monitor im Auto werden rechtzeitig die entsprechenden Meldungen wie Stauwarnungen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie die genaue Position des Fahrzeugs angezeigt.

Derzeit nutzen Verkehrsfunk oder Navigationsgeräte Daten aus Verkehrs-zentralen oder Signale der elektronischen Anzeigen an der Autobahn (so genannte Wechselverkehrszeichen). Das Besondere bei COOPERS ist, dass künftig auch Daten aus dem Verkehrsfluss - Floating Car Data - mit in die Bewertung einbezogen werden. Das macht die Verkehrsmeldungen deutlich aktueller und vor allem genauer. Die Fahrzeuge selbst liefern Daten zu ihrer Position und zum aktuellen Verkehrsgeschehen. Wenn zum Beispiel viele Autos gleichzeitig bremsen, weil ein Stau entsteht, wird dies direkt an ein zentrales Verkehrsinformationssystem weitergeleitet. Damit das funktioniert, muss eine Gesamtarchitektur aufgebaut werden, die in der Lage ist, Verkehrsinformationen aus unterschiedlichen Quellen auszuwerten, zu integrieren und über Mobilfunk zu verbreiten - auch über nationale Grenzen hinweg. "Eine unserer Aufgaben ist es, Verkehrsnachrichten ver-schiedener Formate zu dekodieren und zu den neuen COOPERS-Diensten zusammenzusetzen", sagt Dr. Schmidt. Anschließend werde TPEG (Trans-port Protocol Expert Group) genutzt, ein neuer Standard zur Übertragung von Verkehrsinformationen, um die Dienste über digitalen Rundfunk zu verbreiten. So sollen schließlich alle für die Sicherheit der Autofahrer wichtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort gemeldet werden.

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Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Dipl.-Ing. Philipp Gilka, TU Berlin, Institut für Land- und Seeverkehr, Fachgebiet Straßenplanung und Straßenbetrieb, Gustav-Meyer-Allee 25, 13355 Berlin, Tel.: 030/314-72561, Fax: 030/314-72884, E-Mail: gilka@ils.tu-berlin.de,

Internet: www.ils.tu-berlin.de

Mirjam Kaplow, Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST, Kekuléstraße 7, 12489 Berlin-Adlershof, Tel.: 030/6392-1808, Fax: 030/6392-1805, E-Mail: mirjam.kaplow@first.fraunhofer.de,

Internet: www.first.fraunhofer.de, www.coopers-ip.eu

Die Medieninformation zum Download:
www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/
"EIN-Blick für Journalisten" - Serviceangebot der TU Berlin für Medienvertreter: Forschungsgeschichten, Expertendienst, Ideenpool, Fotogalerien unter: www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608
Weitere Informationen:
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http://www.coopers-ip.eu
http://www.first.fraunhofer.de
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Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/presse/

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