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Dynamische Maut macht Verkehrsfluss zügiger

10.08.2011
Mit einer dynamischen Maut kann der Verkehr auf Autobahnen zügiger fließen.

Siemens hat für Verkehrssteuerungssysteme einen speziellen Algorithmus entwickelt, der die Straßengebühren an die Verkehrssituation anpasst. Als Gegenleistung bietet das System den Fahrern ein schnelleres Vorankommen. So werden Staus vermieden und Kraftstoff eingespart sowie der CO2-Ausstoß verringert. Die erste Sonderfahrspur mit dem innovativen Steuerungssystem, die sogenannte Fast Lane, befindet sich auf der israelischen Autobahn zwischen Jerusalem und Tel Aviv.


Viele Ballungsräume haben zu Stoßzeiten Probleme mit Staus und stockendem Verkehr. Um den Verkehrsfluss zu verbessern und die Menschen zu Fahrgemeinschaften und der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen, werden oft gebührenpflichtige Sonderfahrspuren eingerichtet. Die größte Herausforderung ist es dort, die Gebühren so festzulegen, dass die Spur ausreichend ausgelastet ist und gleichzeitig Staus vermieden werden. Siemens Mobility hat dafür ein Verkehrssteuerungssystem entwickelt, das eine gleichmäßige Reisegeschwindigkeit unter optimaler Auslastung ermöglicht.

Dazu erfassen Induktionsschleifen in der Fahrbahn die Geschwindigkeit und Anzahl der Fahrzeuge auf den freien Fahrspuren und der Fast Lane. Kernstück des Systems ist ein komplexer Algorithmus, der aus den Messwerten die Gebühren minutengenau berechnet. Dies führt letztlich zu einer gleichmäßigen Verkehrsdichte auf der Sonderspur: Bei geringem Verkehr sinkt die Gebühr; damit steigt die Bereitschaft der Autofahrer, die Spur zu benutzen. Bei großer Verkehrsdichte wird es teurer, und der Preis hält manchen Autofahrer ab.

So kommt es nicht zum Stau. Die aktuelle Gebühr wird auf Wechselverkehrszeichen vor der Fast Lane angezeigt. Für die Abrechnung erfasst ein Videosystem an der Einfahrt das Nummernschild. Hat sich der Fahrer vorher registriert, wird die Gebühr von seinem Konto abgezogen. Ansonsten bekommt er später eine Rechnung zugeschickt. Busse und voll besetzte Fahrzeuge fahren umsonst. Die zwölf Kilometer lange Fast Lane ermöglicht eine Fahrzeit von etwa 12 Minuten - im Vergleich zu 30 bis 60 Minuten zu Stoßzeiten.

Gebaut wurde die Fast Lane von der israelischen Baufirma Shapir Civil & Marine Engineering Ltd. Für die Gebührenabrechnung ist das israelische Unternehmen R.S. Industries / Orad Group zuständig. Einen vielversprechenden Markt für das neue Verkehrssteuerungssystem sieht Siemens zukünftig in USA, wo schon viele Fast Lanes mit bisher wenig flexibler Gebührenberechnung existieren. (IN 2011.08.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/innovationnews

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