Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicherheit im Schienenverkehr: Eisenbahnräder auf dem Prüfstand

01.02.2007
Die Laufflächen von Eisenbahnrädern müssen höchsten Belastungen standhalten. Insbesondere beim Vorstoß in höhere Fahrgeschwindigkeitsbereiche können erhöhte Beanspruchungen zu Schäden und Verschleiß führen, wodurch die Sicherheit beeinträchtigt wird. Deshalb müssen die Laufflächen der Eisenbahnräder regelmäßig auf Materialschäden untersucht werden.

Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Zerstörungs­freie Prüfverfahren IZFP in Saarbrücken haben einen Weg gefunden, offene oder verdeckte Risse, Rissnester und Materialausbröckelungen schnell und präzise zu erkennen. AUROPA, so ist der Name der am Institut entwickelten Radprüfanlage, die die Lauffläche innerhalb weniger Minuten komplett und vollautomatisch prüft. Dies geschieht im so genannten Überrollbetrieb.

Das heißt: der Zug fährt mit einer Geschwindigkeit von maximal 15 km/h an der Messstation vorbei, deren Kernstück ein Ultraschallsystem ist. Mit diesem lassen sich Materialfehler schnell und zuverlässig lokalisieren. Das Senden und Empfangen der Ultraschallwellen erfolgt durch trocken arbeitende elektromagnetische Ultraschallprüfköpfe, die am Schienenkopf montiert sind. Optische Sensoren erkennen die Ankunft eines Fahrzeuges, messen die aktuelle Geschwindigkeit und lösen den Ultraschall-Impuls aus, sobald ein Rad mit einem der insgesamt vier Prüfköpfe Kontakt hat.

Der Wellen-Impuls erfasst die gesamte Lauffläche, so dass keine Stelle des Radumfanges ungeprüft bleibt. Sind Fehler im Material, wie Risse oder Materialverluste, werfen diese die Schallwellen zurück. Die Prüfergebnisse erscheinen auf einem Monitor und werden automatisch protokolliert. Das Prüfsystem verarbeitet die Signale, so dass im Ergebnis festgestellt werden kann, welche Fehler wo im Rad vorliegen. Sobald die Prüfung abgeschlossen ist, trifft das Prüfsystem automatisch eine Vorentscheidung, ob das Rad weiterverwendet oder aussortiert wird.

Der Vorteil der Prüftechnik liegt darin, dass die Prüfung wiederkehrend durchgeführt werden kann. Sie lässt sich auch bei erneuter Inspektion der Räder exakt wiederholen.

Anlagen mit der am Fraunhofer IZFP entwickelten Prüftechnik wurden bereits erfolgreich in andere Länder exportiert. So sind AUROPA-Prüfanlagen in Korea, Russland und den USA – und jüngst auch in China in Betrieb.

Kontakt:
Dr.-Ing. Hans-Jürgen Salzburger
Dipl.-Phys. Dipl.-Ing. Siegfried Kraus
Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP
Universität, Gebäude 37
66123 Saarbrücken
Tel. (06 81) 93 02-38 20
Tel. (06 81) 93 02-38 11
E-Mail: hans-juergen.salzburger@izfp.fraunhofer.de
E-Mail: siegfried.kraus@izfp.fraunhofer.de

Helga Hansen | Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.izfp.fhg.de
http://www.innovation.saarland.de

Weitere Berichte zu: Eisenbahnrad Prüfsystem Prüftechnik Prüfverfahren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Augmented Reality in der Logistik: Packen mit der Datenbrille
02.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik

nachricht Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie
19.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics