Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Starkes Bündnis für Sicherheit im Straßenverkehr

31.01.2007
MWK und Helmholtz-Gesellschaft fördern Oldenburger Forschung

Oldenburg entwickelt sich mehr und mehr zu einem nationalen Zentrum für Sicherheit im Straßenverkehr. Ab 2007 erhalten zwei an der Universität angesiedelte Forschungsverbünde im Bereich Sicherheitskritische eingebettete Systeme Fördermittel für die Weiterführung und Intensivierung ihrer Vorhaben.

Das Projekt IMoST (Integrated Modeling for Safe Transportation) wird ab Januar mit zunächst knapp 1,4 Mio. EURO vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) gefördert, und das zum 1. März an den Start gehende virtuelle Institut DESCAS (Design of Safety Critical Automotive Systems) erhält knapp eine dreiviertel Mio. EURO aus den Töpfen der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF). Die Leitung von DESCAS liegt beim DLR-Institut für Verkehrsführung und Fahrzeugsteuerung (IFS) in Braunschweig.

Präsident Prof. Dr. Uwe Schneidewind zeigte sich hoch erfreut: Der positive Bescheid mache wieder einmal deutlich, dass die Universität Oldenburg Rahmenbedingungen geschaffen habe, die Spitzenforschung ermögliche. Die doppelte Förderung sei eine große Anerkennung der Leistungen der Wissenschaftler des interdisziplinären und fakultätsübergreifenden Forschungszentrums Sicherheitskritische Systeme (FZ SKS) der Universität. Prof. Dr. Werner Damm, Direktor des Forschungszentrums, sieht in dem Erfolg beider Forschungsverbünde eine Bestätigung der intensivierten Kooperationsbeziehungen, die auch zur Gründung des Vereins SafeTRANS geführt hätten. Neben dem FZ SKS der Universität und dem Oldenburger Informatik-Institut OFFIS ist daran auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig zusammen mit führenden Unternehmen beteiligt. "Nur in einem solchen interdisziplinären Umfeld können die Konzepte entwickelt werden, die notwendig sind, um die hohen Sicherheitsstandards der technischen Systeme bei wachsender Verkehrsdichte und zunehmender Komplexität zu erhalten", sagte Damm.

... mehr zu:
»DESCAS »EURO »FAS »IFS »Luft- und Raumfahrt »MWK »SKS

Wenn es um die Sicherheit von Verkehrssystemen geht, spielen "eingebettete Systeme" eine entscheidende Rolle. Als elektronische Komponenten, die aus Hard- und Software bestehen, unterstützen sie Autofahrer. Moderne, so genannte Fahrer-Assistenz-Systeme (FAS) werden in Zukunft auch bei alltäglichen Fahrsituationen unterstützend eingreifen. So bereiten sie beispielsweise Reaktionen des Fahrers (Bremsen, Beschleunigen etc.) durch Ansteuerung entsprechender Fahrzeugkomponenten vor, bevor der Fahrer seine Aktionen tatsächlich durchführt. Sie unterstützen den Fahrer bei der Auswahl geeigneter Reaktionen, indem sie ihm Empfehlungen geben. Und schließlich warnen sie bei falschen Reaktionen oder verhindern diese sogar. Die Entwicklung solcher Assistenz-Systeme muss höchsten Ansprüchen genügen. Jede Verkehrssituation muss richtig erkannt, adäquate Reaktionen eingeleitet und der Fahrer korrekt informiert werden. Die Interaktion mit dem Fahrer bringt dabei zusätzliche Anforderungen mit sich. Die vom FAS System vorgeschlagenen Aktionen wie Bremsen oder Beschleunigen müssen sich an das individuelle Fahrverhalten anpassen und gleichzeitig darf die Interaktion mit dem FAS den Fahrer nicht von seiner eigentlichen Aufgabe, dem sicheren Führen des Fahrzeugs, ablenken.

Im Projekt IMoST, an dem ForscherInnen vom FZ SKS, OFFIS und IFS beteiligt sind, fördert das MWK die Entwicklung von Prozessen und Methoden für die Entwicklung solcher Fahrer-Assistenz-Systeme. Gemeinsam mit WissenschaftlerInnen aus der Informatik, der Elektrotechnik und der Psychologie wird untersucht, wie durch geeignete Verfahren bereits beim Entwurf und bei der Entwicklung solcher Assistenz-Systeme ein Höchstmaß an Sicherheit erreicht werden kann, indem die Interaktion zwischen Fahrer und Assistenz-System einer mathematischen Analyse unterzogen wird. Im Zuge des zweiphasigen Bewilligungsprozesses für den IMoST-Antrag wird mit einer Erweiterung der Förderung auf insgesamt 2,5 Mio. EURO im ersten Quartal 2007 gerechnet.

In DESCAS arbeiten die Oldenburger ForscherInnen des Forschungszentrums Sicherheitskritische Systeme zusammen mit KollegInnen des IFS und des Instituts für Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik der TU Braunschweig. Die Helmholtz-Gemeinschaft fördert damit die Kooperation von DLR-Instituten mit universitären Forschergruppen. Ein Schwerpunkt der Arbeiten wird die Weiterführung und Erprobung der Entwicklungsprozesse und -methoden bei Prototypen von Fahr-Assistenz-Systemen sein.

Kontakt:
Prof. Dr. Werner Damm, Tel.: 0441/9722-500,
E-Mail: werner.damm@informatik.uni-oldenburg.de;
Jürgen Niehaus, Tel.: 0441/9722-503,
E-Mail: juergen.niehaus@informatik.uni-oldenburg.de

Gerhard Harms | idw
Weitere Informationen:
http://fzsks.uni-oldenburg.de
http://www.offis.de
http://www.dlr.de/fs

Weitere Berichte zu: DESCAS EURO FAS IFS Luft- und Raumfahrt MWK SKS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Hochschule Karlsruhe kann künftig mit mobilem 360°-Kamerasystem Straßenverkehr erforschen
14.08.2018 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

nachricht Sozialpsychologische Einflussfaktoren der Verkehrsmittelwahl in Wiesbaden
06.08.2018 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit

16.08.2018 | Informationstechnologie

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics