Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Holz fahren und Geld sparen

30.01.2002


Dieser Langholztransporter ist in seiner Länge flexibel: Dank eines stabilen Leiterrahmens zwischen Zugmaschine und Nachläufer kann er auch mit kürzerer Fracht beladen werden

© Georg Kraemer Fahrzeugbau GmbH & Co KG


Ab dem kommenden Jahr wird’s teuer. Zumindest für Lastwagen über zwölf Tonnen muss dann auch auf deutschen Autobahnen eine Maut gezahlt werden, die mit voraussichtlich rund 30 Cent pro Kilometer zu Buche schlagen wird. Grund genug, dass sich Spediteure noch mehr Gedanken machen, wie sie die Leerfahrten ihrer Lkws reduzieren können. Beispielsweise, indem sie auf dem Rückweg eine neue Fracht übernehmen.

Doch nicht alle Fahrzeuge sind gleich flexibel. So eignen sich Transporter für Baumstämme und lange Hölzer nur dafür - andere Güter lassen sich schwer oder gar nicht transportieren. Der Grund hierfür liegt in der besonderen Konstruktion: Die Sattelzugmaschine mit ihrem drehbar gelagerten vorderen Auflieger und der Nachläufer sind im beladenen Zustand mehr als zehn Meter voneinander entfernt. Dazwischen sind nur Holz, Versorgungsleitungen und ein Stahlseil. Nach dem Entladen des Transporters, wird der Nachläufer huckepack auf die Zugmaschine geladen oder mit einer sehr kurzen Deichsel dahinter befestigt. Für Container oder kurze Hölzer ist kein Platz und los geht die Leerfahrt! Warum kann man diese Konstruktion nicht einfach ändern?

Genau diese Frage stellte sich der Holzspediteur Georg Tränkl auch und machte sich ans Werk. Schließlich entwarf er einen Sattelauflieger, den ein stabiler Leiterrahmen mit dem Nachläufer verbindet. In dieser Form unterscheidet sich die Konstruktion nicht wesentlich von einem gewöhnlichen Lastwagen, der flexibel für kurze Frachtgüter eingesetzt werden kann. Den Umbau beschreibt Tränkl so: »Der Trick besteht darin, dass sich der Leiterrahmen direkt hinter der Zugmaschine in nur zwei Minuten trennen lässt. Löse ich die hydraulische Aretierung, wird der hintere Teil des Aufliegers zum Nachläufer und nun kann das Fahrzeug als Langholztransporter eingesetzt werden.«

Gute Ideen sollten sich auch in klingender Münze bezahlt machen. Tränkl meldete seine Konstruktion zum Patent an, wobei ihn die Fraunhofer-Patentstelle für die Deutsche Forschung PST unterstützte. Nachdem es erteilt war, konnte der Fahrzeughersteller Georg Kraemer in Bad Berleburg als Lizenznehmer gewonnen werden. Ein dort für Tränkls Unternehmen gebauter Prototyp zeichnet sich durch ein um rund zwei Tonnen geringeres Gewicht aus als vergleichbare Konstruktionen - eine Einsparung, die der Nutzlast zugute kommt.

Dipl.-Ing. Hans-Karl von Engel | Mediendienst

Weitere Berichte zu: Transporter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Mit Daten nachhaltige Lösungen für städtischen Güterverkehr schaffen
08.08.2019 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Sichere Landungen ohne Navigationshilfen am Boden
04.07.2019 | Technische Universität Braunschweig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Womit werden wir morgen kühlen?

Wissenschaftler bewerten das Potenzial von Werkstoffen für die magnetische Kühlung

Für das Jahr 2060 erwarten Zukunftsforscher einen Paradigmenwechsel beim globalen Energiekonsum: Erstmals wird die Menschheit mehr Energie zum Kühlen aufwenden...

Im Focus: Tomorrow´s coolants of choice

Scientists assess the potential of magnetic-cooling materials

Later during this century, around 2060, a paradigm shift in global energy consumption is expected: we will spend more energy for cooling than for heating....

Im Focus: The working of a molecular string phone

Researchers from the Department of Atomically Resolved Dynamics of the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter (MPSD) at the Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg, the University of Potsdam (both in Germany) and the University of Toronto (Canada) have pieced together a detailed time-lapse movie revealing all the major steps during the catalytic cycle of an enzyme. Surprisingly, the communication between the protein units is accomplished via a water-network akin to a string telephone. This communication is aligned with a ‘breathing’ motion, that is the expansion and contraction of the protein.

This time-lapse sequence of structures reveals dynamic motions as a fundamental element in the molecular foundations of biology.

Im Focus: Meilensteine auf dem Weg zur Atomkern-Uhr

Zwei Forschungsteams gelang es gleichzeitig, den lang gesuchten Kern-Übergang von Thorium zu messen, der extrem präzise Atomkern-Uhren ermöglicht. Die TU Wien ist an beiden beteiligt.

Wenn man die exakteste Uhr der Welt bauen möchte, braucht man einen Taktgeber, der sehr oft und extrem präzise tickt. In einer Atomuhr nutzt man dafür die...

Im Focus: Milestones on the Way to the Nuclear Clock

Two research teams have succeeded simultaneously in measuring the long-sought Thorium nuclear transition, which enables extremely precise nuclear clocks. TU Wien (Vienna) is part of both teams.

If you want to build the most accurate clock in the world, you need something that "ticks" very fast and extremely precise. In an atomic clock, electrons are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Technomer 2019 - Kunststofftechniker treffen sich in Chemnitz

16.09.2019 | Veranstaltungen

„Highlights der Physik“ eröffnet

16.09.2019 | Veranstaltungen

Die Digitalisierung verändert die Medizin

13.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Probenhalter für die Proteinkristallographie

16.09.2019 | Biowissenschaften Chemie

Warum die Erdatmosphäre viel Sauerstoff enthält

16.09.2019 | Geowissenschaften

Wissenschaftler erforschen Produktentstehungsprozesse in neuem Innovationslabor

16.09.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics