Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Psychologen testen die Beanspruchung von Autofahrern

24.01.2002


Deutsch-schwedische Verkehrsstudie soll Navigationssysteme noch sicherer machen

Immer mehr Fahrzeuge sind heute mit Navigationssystemen ausgestattet. Mit deren Hilfe wird der Fahrer über ein Display und eine Sprachausgabe möglichst schnell und ohne Stau zum Ziel geführt. Doch diese Systeme können auch Probleme bereiten. Da der Fahrer nicht nur auf das Fahrgeschehen sondern auch auf die Signale im Auto reagieren muss, kommen auf ihn neue Anforderungen zu. Wissenschaftler sprechen von einer "kognitiven Zusatzbelastung". Um der zu begegnen, werden Navigationssysteme immer kritischer unter die Lupe genommen. Dabei reicht die isolierte Betrachtung dieser Systeme nicht aus. Nun kommen auch die Methoden zur Erfassung der mentalen und visuellen Fahrerbeanspruchung bei der Nutzung von Informationssystemen auf den Prüfstand. Im Rahmen einer gemeinsamen Studie der deutschen Bundesanstalt für Straßenwesen und des schwedischen Straßen- und Verkehrsinstituts werden Methoden zur Erfassung der Fahrerbeanspruchung in einem Fahrversuch parallel in beiden Ländern untersucht. In Linköping (Schweden) und in Chemnitz nehmen daran bis zum 15. Februar 2002 jeweils 40 erfahrene und ortskundige Taxifahrer teil. Jeder Proband fährt etwa eine Stunde geleitet von einem Navigationssystem und passiert dabei einfache und komplexe Streckenabschnitte.

Wissenschaftler des Chemnitzer Instituts für Psychologie, die in Deutschland die Studie leiten, überprüfen dabei mit Hilfe eines mit Mess- und Videotechnik ausgestatteten BMW gleichzeitig mehrere Methoden zur Erfassung der Fahrerbeanspruchung: Beispielsweise führen sie physiologische Messungen durch und untersuchen die Schwankung der Herzrate und die galvanischen Hautreaktionen des Fahrers in Abhängigkeit von der Komplexität der Streckenführung. Parallel dazu wird das Fahrverhalten beobachtet, etwa Lenkausschläge oder das Blickverhalten analysiert. Um Belastungsgrenzen zu ermitteln, wird den Taxifahrern außerdem eine visuelle Zusatzaufgabe gestellt: Sie müssen möglichst schnell und ohne Aussetzer Lichtsignale, die links außen in die Windschutzscheibe projiziert werden, erkennen und das Wahrnehmen dieser Signale per Knopfdruck bestätigen.

Aus all den umfangreichen Messergebnissen und Aufzeichnungen wollen die Forscher aus Linköping und Chemnitz mögliche Schwachstellen in den Methoden zur Erfassung der Fahrerbeanspruchung aufdecken und Vorschläge zur Verbesserung dieser Methoden erarbeiten, denn nur so lässt sich letztendlich die Sicherheit von Navigationssystemen erhöhen.

Dipl.-Ing. Mario Steinebach | Pressemitteilungen
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Berichte zu: Navigationssystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Mit Daten nachhaltige Lösungen für städtischen Güterverkehr schaffen
08.08.2019 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Sichere Landungen ohne Navigationshilfen am Boden
04.07.2019 | Technische Universität Braunschweig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte beschreiben aktuell im Fachjournal „Nature“, wie Nervenzellen des Gehirns mit aggressiven Glioblastomen in Verbindung treten und so das Tumorwachstum fördern / Mechanismus der Tumor-Aktivierung liefert Ansatzpunkte für klinische Studien

Nervenzellen geben ihre Signale über Synapsen – feine Zellausläufer mit Kontaktknöpfchen, die der nächsten Nervenzelle aufliegen – untereinander weiter....

Im Focus: Stevens team closes in on 'holy grail' of room temperature quantum computing chips

Photons interact on chip-based system with unprecedented efficiency

To process information, photons must interact. However, these tiny packets of light want nothing to do with each other, each passing by without altering the...

Im Focus: Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD), der Universität Hamburg und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) hat eine neue Methode entwickelt, um Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Sie macht es bedeutend einfacher, enzymatische Reaktionen auszulösen, da hierzu ein Cocktail aus kleinen Flüssigkeitsmengen und Proteinkristallen angewandt wird. Ab dem Zeitpunkt des Mischens werden die Proteinstrukturen in definierten Abständen bestimmt. Mit der dadurch entstehenden Zeitraffersequenz können nun die Bewegungen der biologischen Moleküle abgebildet werden.

Die Funktionen von Biomolekülen werden nicht nur durch ihre molekularen Strukturen, sondern auch durch deren Veränderungen bestimmt. Mittels der...

Im Focus: Happy hour for time-resolved crystallography

Researchers from the Department of Atomically Resolved Dynamics of the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter (MPSD) at the Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg, the University of Hamburg and the European Molecular Biology Laboratory (EMBL) outstation in the city have developed a new method to watch biomolecules at work. This method dramatically simplifies starting enzymatic reactions by mixing a cocktail of small amounts of liquids with protein crystals. Determination of the protein structures at different times after mixing can be assembled into a time-lapse sequence that shows the molecular foundations of biology.

The functions of biomolecules are determined by their motions and structural changes. Yet it is a formidable challenge to understand these dynamic motions.

Im Focus: Modulare OLED-Leuchtstreifen

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP, ein Anbieter von Forschung und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik, stellt auf dem International Symposium on Automotive Lighting 2019 (ISAL), vom 23. bis 25. September 2019, in Darmstadt, am Stand Nr. 37 erstmals OLED-Leuchtstreifen beliebiger Länge mit Zusatzfunktionalitäten vor.

Leuchtstreifen für das Innenraumdesign kennt inzwischen nahezu jeder. LED-Streifen sind als Meterware im Baumarkt um die Ecke erhältlich und ebenso oft als...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Thermodynamik – Energien der Zukunft

19.09.2019 | Veranstaltungen

Diabetes: wenn eine Diagnose das Leben der Betroffenen auf den Kopf stellt

19.09.2019 | Veranstaltungen

Woher kommt der Nordsee-Plastikmüll

18.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Hochempfindliche Sensoren sollen Herz- und Hirnströme messen

19.09.2019 | Medizintechnik

Thermodynamik – Energien der Zukunft

19.09.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Diabetes: wenn eine Diagnose das Leben der Betroffenen auf den Kopf stellt

19.09.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics