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Wasserstoff auf dem Vormarsch

30.11.2001


BMW Group und Magna Steyr unterzeichnen "Letter of Intent" für Serienentwicklung und Lieferung eines Flüssigwasserstofftanks- wichtiger Schritt in Richtung umweltfreundlicher, zukunftsorientierter Automobiltechnologie

Die BMW Group und Magna Steyr haben während des CleanEnergy Partner Forums 2001 in München einen "Letter of Intent" für die Entwicklung und Lieferung eines Wasserstofftanks für den neuen 7er BMW unterzeichnet. Damit kommen Erfahrungen aus der Weltraumtechnik ins Auto.

"Mit der angestrebten Kooperation setzen wir als BMW Group einen weiteren wichtigen Meilenstein hin zum Wasserstoffzeitalter. Wir gehen aus der Fahrzeugforschung mit dem Wasserstoff in die Serienentwicklung. Noch im Produktionszyklus unseres neuen 7ers werden wir Wasserstofffahrzeuge in Kundenhand geben. Für diesen Sprung in die Serie brauchen wir allerdings auch die Unterstützung unserer Partner in der Zulieferindustrie. Die BMW Group wird die Wasserstofftechnologie industrialisieren, und namhafte Zulieferer wie Magna Steyr begleiten uns auf diesem Weg", so Dr. Burkhard Göschel, Entwicklungsvorstand der BMW AG. Gleichzeitig betonte Dr. Göschel am Rande der Vertragsunterzeichnung: "Der Weg in die Wasserstoffgesellschaft ist unumkehrbar."

Die BMW Group ist seit mehr als 20 Jahren in der Forschung und Entwicklung der Wasserstofftechnologie für die automobile Anwendung führend. Mit der der Vorstellung der BMW 750hL-Flotte und der vielbeachteten CleanEnergy WorldTour 2001 hat das Unternehmen die praktische Einsatzfähigkeit von Wasserstoff im Verbrennungsmotor eindrucksvoll bewiesen. Mehr als 150.000 Kilometer im weltweiten Einsatz belegen die technische Einsatzfähigkeit des Wasserstoffverbrennungsmotors.

Die Aufgabe für die Magna Steyr-Ingenieure besteht darin, ein Tanksystem zur Serienreife zu entwickeln, in dem flüssiger Wasserstoff superisoliert bei einer Temperatur von -253° Celsius gespeichert wird. Schon die bisher in Handarbeit gefertigten Tanks der BMW Wasserstofffahrzeuge zeichneten sich durch besondere Sicherheit aus. Laut Aussage des TÜV Süddeutschland sind "Wasserstoffautos mindestens so sicher wie Benzinfahrzeuge".

"Magna Steyr ist sehr stolz, dass sich die BMW Group beim Übergang von der Forschung zur Serienentwicklung für Magna Steyr als Partner für die Entwicklung und Lieferung des kryogenen Wasserstofftanks entschieden hat", so Entwicklungsvorstand Prof. Dipl.-Ing. Jürgen Stockmar. Ganz besonders, weil es sich beim Tanksystem um eine sehr wichtige Komponente - eine Kerntechnologie - zukünftiger Wasserstoff-Fahrzeuge handelt. Darüber hinaus ergibt sich für Magna Steyr ein Geschäftsfeld mit großem Zukunftspotenzial.

"Mit der Kombination aus Gesamtfahrzeug-Entwicklung, Produktion und Prototypenbau besitzen wir ausgezeichnete Einrichtungen zur Bewältigung dieses gemeinsamen Projekts. Hinzu kommt unsere Gruppe "Weltraumtechnik", die schon seit vielen Jahren in der Wasserstoff-Technologie große Kompetenz beweist und beispielsweise für die Trägerrakete Ariane 4 und 5 der ESA die Treibstoffleitungen - die sogenannten Feedlines - für die Haupttriebwerke entwickelt und produziert", so Stockmar. Außerdem verfügt die Magna-Gruppe Tesma über große Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Tankkomponenten und -systemen.

In der ersten Projektphase werden auf beiden Seiten - BMW Group und Magna Steyr - eine Gruppe von Experten in enger Abstimmung tätig sein. Daneben wird Magna Steyr, so Stockmar, mit verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen (z.B. Joanneum Research in Graz) kooperieren und strategische Partnerschaften mit anderen potentiellen Lieferanten bilden.

Andreas Klugescheid | ots
Weitere Informationen:
http://www.bmwgroup.com/scienceclub

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