Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besserer öffentlicher Nahverkehr auch bei knappen Kassen möglich

02.06.2006


Umweltbundesamt förderte erfolgreich deutsch-polnische Kooperation mit der Stadt Wroclaw

... mehr zu:
»Nahverkehr »Verkehrsanbieter »ÖPNV

Um eine dauerhaft umweltgerechte Verkehrsentwicklung zu erreichen, ist es wichtig, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in ganz Europa zu erhalten und zu verbessern. Doch seit der politischen Öffnung Mittel- und Osteuropas sinken dort die Fahrgastzahlen im ÖPNV dramatisch. Autos und Motorräder sind besser verfügbar - immer mehr Menschen nutzen private Fahrzeuge, um mobil zu sein. Nach der politischen Öffnung übertrug der Staat die Zuständigkeit für den ÖPNV mehr und mehr an die Kommunen. Diese besaßen jedoch weder praktische Erfahrungen noch ausreichende Budgets. Die Folge: Die Städte und Gemeinden reduzierten vielfach das Angebot, und die Servicequalität des ÖPNV sank. Um eine Alternative zu sein, muss der ÖPNV moderner und kundenfreundlicher werden. Die naheliegende Modernisierung wären neue, für die Kunden attraktivere Fahrzeuge. Für die meisten Verkehrsbetriebe in den mittel- und osteuropäischen Ländern ist dies jedoch nicht zu realisieren. Hierfür fehlt vor allem das Geld. Dennoch sind auch bei knappem Haushalt Verbesserungen möglich. Das zeigt ein Forschungsprojekt unter der Leitung der Umweltstiftung EURONATUR, welches das Umweltbundesamt (UBA) über zehn Jahre im polnischen Wroclaw (Breslau) förderte.

Wroclaw schaffte es, dass verschiedene regionale Verkehrsanbieter ihre Angebote besser aufeinander abstimmten. Zwar gelang es nicht, einen Verkehrsverbund nach deutschem Vorbild zu schaffen. Dem standen andere Verwaltungszuständigkeiten im Nachbarland entgegen. Doch die Stadt Wroclaw griff die Verbundidee im Grundsatz auf und entwickelte zusammen mit den deutschen Experten eine eigene Lösung: Über bilaterale Kooperationsverträge der Stadt mit umliegenden Gemeinden und der Polnischen Bahn wächst so in Schritten ein Verbund heran. Die verschiedenen Verkehrsanbieter koordinieren ihr Angebot besser und bieten abgestimmte Fahrpläne sowie gemeinsame Fahrscheine an. Der Erfolg der Stadt Wroclaw ermutigte weitere Gemeinden, sich dem System anzuschließen.


Das UBA-Projekt hat den ÖPNV in der Region Wroclaw erheblich gestärkt. Und das mit einem geringen Kostenaufwand: Die Kommune musste weder die Infrastruktur teuer ausbauen, noch neue Fahrzeuge anschaffen. Wesentlich für den Erfolg war der Wissensaustausch: Während die deutschen Experten als Moderator und Ideengeber fungierten, erarbeitete die polnische Seite die konkreten Lösungen.

Über die Erfahrungen in der Stadt Wroclaw berichtet der Leitfaden "Attraktiver öffentlicher Personenverkehr durch regionale Kooperation". Er steht unter http://www.umweltbundesamt.de/verkehr/index.htm in Deutsch und Englisch zum kostenlosen Download bereit.

Frank Hönerbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de/verkehr/index.htm

Weitere Berichte zu: Nahverkehr Verkehrsanbieter ÖPNV

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Der Truck der Zukunft
19.09.2018 | Technische Universität München

nachricht Bahnverkehr wird smart – innovativer Batteriezug ab 2019 im Testbetrieb
12.09.2018 | Technische Universität Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bei Depressionen ist Hirnregion zur Stresskontrolle vergrößert

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics