Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Parkgebühren - Viel Lärm um Nichts?

27.04.2006


Humboldt-Universität seit einem Jahr am Projekt "City Parking in Europe" beteiligt



Entgegen der weitläufig verbreiteten Meinung, dass flächendeckende oder punktuelle Parkraumbewirtschaftung in Innenstädten ausschließlich der Füllung der kommunalen Kassen dient, haben "Vorher-/Nachher-Untersuchungen" gezeigt, dass die Einrichtung von Parkraumbewirtschaftungszonen für fast alle Betroffenen von Vorteil ist. Die durchschnittliche Parkdauer wird verkürzt, wodurch mehr Autos den gleichen Parkplatz nutzen können. Dies wiederum verringert den "Parkplatzsuchverkehr", welcher in europäischen Innenstädten einen hohen Anteil am Verkehr hat.

... mehr zu:
»Parken »Parkgebühr


Da Anwohner in der Regel bevorzugt behandelt werden, finden auch sie schneller einen Platz für ihr Auto. Potenzielle Langzeitparker, wie z.B. Beschäftigte, Auszubildende und Studenten, werden gezwungen, alternative Abstellmöglichkeiten zu nutzen oder ganz auf Bus und Bahn umzusteigen. Gerade letzterer Punkt ist im Interesse von Planern und Anwohnern und ganz im Sinne von Umwelt und integrierten Verkehrsplänen. Weniger gewollt sind Verdrängungseffekte in angrenzende nicht bewirtschaftete Gebiete. Hier muss die Entwicklung genau beobachtet und die Bewirtschaftungszone bei stark ansteigendem Parkdruck erweitert werden.

Eine weitere Erkenntnis aus Untersuchungen ist, dass die Einrichtung einer Parkraumbewirtschaftungszone, wenn sie dann realisiert ist, von Nutzern und Betroffenen fast durchweg positiv beurteilt wird. In vielen europäischen Städten (z.B. Antwerpen, Bologna) konnte diese positive Akzeptanzentwicklung noch zusätzlich erhöht werden, indem die Einnahmen aus Parkgebühren und Bußgeldern zweckgebunden in Straßen und ÖPNV re-investiert werden. Eine Maßnahme, die in Berlin auf Grund der aktuellen Gesetzgebung nur bedingt möglich ist.

Zu diesem Thema rund um das Parken in europäischen Großstädten forscht die Humboldt-Universität zu Berlin gemeinsam mit acht Partnern aus Europa seit gut einem Jahr. Das von der EU geförderte Projekt "City Parking in Europe" konzentriert sich dabei unter anderem auf innovative Ansätze im Bereich des Parkraummanagements und auf effektive Nutzung der vorhandenen Parkmöglichkeiten. Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für europäische Kommunen werden auf der Abschlusskonferenz im Oktober 2007 in Berlin präsentiert.

Erste Resultate und Unterschiede im europäischen Vergleich lassen sich bereits in den Partnerstädten feststellen. Besonders innovativ geht die Stadt Antwerpen mit dem Thema Parken um: Die von ihr geschaffene autonome städtische Gesellschaft für Parken hat in den letzten Jahren nicht nur die Parkprobleme weitgehend gelöst, sondern auch für eine effektive und kostendeckende Bewirtschaftung gesorgt. Dabei werden vor allem technische Neuerungen eingesetzt, wie das Handyparken und die funkbasierte Kontrolle jedes einzelnen Parkautomaten in Echtzeit.

Welche Ergebnisse des Projektes am Ende für die Stadt Berlin genutzt werden können, ist noch offen. Da das Parken in der Verantwortung der Bezirke liegt, fehlt bisher eine zentrale Koordination. Prof. Dr. Elmar Kulke vom Geographischen Institut der HU erläutert dazu: "Eine zentrale Koordinierung auf Senatsebene könnte auch in Berlin Parkraummanagement effektiver gestalten. Über eine veränderte Verantwortung in diesem Bereich wird aber zurzeit nicht nachgedacht".

Das Projekt "City Parking in Europe" wird mit 1,3 Mio EUR gefördert, größtenteils von der EU. Partner sind: Stadt Bologna, Italien; Stadt Athen, Griechenland; Stadt Smolyan, Bulgarien; Stadt Santa Cruz de Tenerife, Spanien; Städtische Autonome Gesellschaft für Parken Antwerpen, Belgien; Universität Gent, Belgien; Stadt Bari, Italien; Universus-CSEI, Bari, Italien; Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland. Dauer des Projektes: April 2005 - Oktober 2007

Informationen Prof. Dr. Elmar Kulke
Telefon [030] 2093-6814
e-mail elmar.kulke@geo.hu-berlin.de

Heike Zappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.hu-berlin.de/

Weitere Berichte zu: Parken Parkgebühr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Objekt­erkennung für innovative Logistiksysteme
18.03.2019 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Indoor-Einsatz von Drohnen zum Materialtransport
25.02.2019 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Im Focus: Goldkugel im goldenen Käfig

„Goldenes Fulleren“: Liganden-geschützter Nanocluster aus 32 Goldatomen

Forschern ist es gelungen, eine winzige Struktur aus 32 Goldatomen zu synthetisieren. Dieser Nanocluster hat einen Kern aus 12 Goldatomen, der von einer Schale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zähmung der Lichtschraube

22.03.2019 | Physik Astronomie

Saarbrücker Forscher erleichtern durch Open Source-Software den Durchblick bei Massen-Sensordaten

22.03.2019 | HANNOVER MESSE

Ketten aus Stickstoff direkt erzeugt

22.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics