Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Für die Deutsche Post entwickelt: BIBA stellt vollautomatischen Paketroboter vor

24.06.2005


Von Hand werden die Container mit den Postpaketen heute noch entladen. Bücken und heben, wuchten und stemmen - etliche Tonnen bewegt ein Postmitarbeiter pro Schicht. Da ächzen am Ende nicht nur die Bandscheiben. Denen kann nun geholfen werden: In einem Forschungsprojekt des Bremer Instituts für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft an der Universität Bremen (BIBA) und der Deutschen Post AG in Zusammenarbeit mit EADS Space Transportation entwickelten Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker und Bremer Studierende den Paketroboter - ein vollautomatisches System zur Entladung von losen Stückgütern wie zum Beispiel Postpaketen aus Containern. Das Projekt wurde durch die Bremer Innovations-Agentur GmbH (BIA) unterstützt und ist ein gelungenes Beispiel für die enge Vernetzung von Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft am Standort Bremen. Heute (Freitag, 24. Juni 2005) wurde der Paketroboter im BIBA vorgestellt.


Vollautomatisch entlädt der Paketroboter den Container.
Foto: Sabine Nollmann


Mögliche Einsatzorte für die neuen Paketroboter sind die 33 Verteilzentren der Deutschen Post AG. Foto: Sabine Nollmann



Ein Standard-Industrieroboter, der sich auf einer lenkbaren Plattform befindet, bildet die Basiskomponente des Paketroboters. Laserscanner, Bildverarbeitungssoftware und ein individueller, austauschbarer Greifer komplettieren das System. Dabei funktioniert der Paketroboter wie folgt: Der Laserscanner misst den Container-Innenraum dreidimensional. Das Scannerbild wird auf einen PC übertragen. Dort werden die Koordinaten für den Greifer des Paketroboters mittels einer von EADS Space Transportation entwickelten Software erkannt. So kann der Roboter Pakete unterschiedlicher Größe und Form mit einem Gewicht bis zu 31,5 Kilogramm, das standardisierte Gewicht für Pakete, sicher und schnell aus einem Container ausladen und auf ein Förderband ablegen.



Der Paketroboter ist eine hochwertige, innovative Lösung für den Logistikmarkt und bietet ein großes Potenzial für inhaltliche Weiterentwicklungen. Durch die Optimierung logistischer Prozesse können Zeit und Kosten gespart sowie monotone und körperlich anstrengende Arbeitsvorgänge für den Menschen erleichtert werden.

"In diesem Projekt zeigt sich auf eindrucksvolle Weise, wie eng und erfolgreich Wissenschaft und Unternehmen in Bremen zusammen arbeiten", sagt BIBA-Projektleiter Wolfgang Echelmeyer. "Nicht nur die innovativen Erfindungen der Mitarbeiter der Deutschen Post haben zum Gelingen des Projektes beigetragen. Die Kompetenzen unseres Projektpartners EADS Space Transportation mit ihrer Bremer Abteilung Automation und Robotik haben es ermöglicht, das Erkennen der zu greifenden Objekte durch den Paketroboter besonders einfach und zuverlässig zu gestalten."

Mögliche Einsatzorte für den neuen Paketroboter sind die 33 Verteilzentren der Deutschen Post AG in Deutschland. "Hier werden Pakete bislang noch in einseitigen und körperlich hoch belastenden Arbeitsvorgängen von Hand entladen", sagt der zuständige Projektleiter Hermann Franck bei der Deutschen Post AG. Und weiter: "Der Paketroboter bietet durch die Kombination aus Bilderfassung und Automatisierungs- und Fördertechnik ein innovatives Entladekonzept, das uns neue Nutzungsmöglichkeiten unter Verwendung bestehender Systeme eröffnet."

Die Entwicklung des Paketroboters in der frühen Phase wurde durch die BIA Bremer Innovations-Agentur GmbH, ein Unternehmen der BIG-Gruppe, gefördert. BIA-Geschäftsführer Dr. Joachim Grollmann unterstreicht die Bedeutung der Anwendung: "Langfristig sehen wir ein hohes wirtschaftliches Potenzial in dieser Technologie." Und weiter: "Durch derartige Projektförderungen unterstützen wir die Einführung neuer Technologien und neuer Formen der Arbeitsorganisation. Es geht uns dabei besonders um die Stärkung der Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft, die in diesem Projekt besonders gegeben ist."

Die Plattform des Paketroboters, die sich zur Entladung der Pakete vollständig in den Container einfahren lässt, wurde kürzlich zum Patent angemeldet. Bereits im Vorfeld der Entwicklung hatte die innoWi GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Bremer Investitions-Gesellschaft mbH (BIG) und der Bremer Hochschulen, die vertraglichen Grundlagen der Patentanmeldung und der anstehenden Kommerzialisierung geschaffen. "Durch die frühe Einbeziehung der innoWi konnte schnell eine Einigung unter den vielen Projektbeteiligten über die Rechte an den Erfindungen erzielt werden, denn neben Wissenschaftlern des BIBA waren Mitarbeiter und Studenten der Universität Bremen und der Deutschen Post als Erfinder tätig", so Peer Biskup, Prokurist der innoWi GmbH. "Außerdem hat die innoWi im Auftrag der Deutschen Post eine Studie zur Kommerzialisierung des Paketroboters erarbeitet und dabei unterschiedliche Wege der Vermarktung bewertet", so Biskup weiter.

Weitere Informationen zum Paketroboter:

Dipl.-Ing. Wolfgang Echelmeyer (BIBA)
Telefon: 0173-616 36 83, E-Mail: ech@biba.uni-bremen.de

Presse-Kontakt:

Juliane Lübker (BIG)
Telefon: 0421 96 00 128, E-Mail. Juliane.luebker@big-bremen.de

Sabine Nollmann (BIBA)
Telefon: 0421 218-55 25, E-Mail: pr@biba.uni-bremen.de

| idw
Weitere Informationen:
http://www.biba.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: Container EADS Paket Paketroboter Transportation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Innovationsnetzwerk: TUM gestaltet Mobilität der Zukunft
06.12.2018 | Technische Universität München

nachricht BBSR-Studie untersucht ÖPNV-Angebot in den Regionen
24.10.2018 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Data use draining your battery? Tiny device to speed up memory while also saving power

The more objects we make "smart," from watches to entire buildings, the greater the need for these devices to store and retrieve massive amounts of data quickly without consuming too much power.

Millions of new memory cells could be part of a computer chip and provide that speed and energy savings, thanks to the discovery of a previously unobserved...

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Im Focus: An energy-efficient way to stay warm: Sew high-tech heating patches to your clothes

Personal patches could reduce energy waste in buildings, Rutgers-led study says

What if, instead of turning up the thermostat, you could warm up with high-tech, flexible patches sewn into your clothes - while significantly reducing your...

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal heizt ein in Sachen Umweltschutz - Rittal Lackieranlage sorgt für warme Verwaltungsbüros

14.12.2018 | Unternehmensmeldung

Krankheiten entstehen, wenn das Netzwerk von regulatorischen Autoantikörpern aus der Balance gerät

14.12.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics