Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Traffic-Sensor auf dem Weg in die Produktion

18.07.2001


Weiteres Beispiel funktionierenden Technologietransfers aus der Universität des Saarlandes.

Mitte April 2001 machte eine Pressemitteilung auf den frischentwickelten Traffic-Sensor aus der Ideenschmiede des Saarbrücker Experimentalphysikers Professor Uwe Hartmann aufmerksam. Das Verfahren eröffnet neue Perspektiven in Sachen Verkehrsplanung und Leitsysteme. Als Reaktion auf die folgenden Berichte in den Medien war die Nachfrage seitens der Wirtschaft groß: Hersteller von Sensoren und Navigationssystemen zeigten an dem Sensor ebenso Interesse wie große, auch international auf dem Gebiet von Verkehrsleitsystemen tätige Unternehmen. Auch Stadtverwaltungen meldeten sich, um sich über die Neuentwicklung zu informieren.

Nach knapp drei Monaten rückt nunmehr die Serienproduktion des Sensors näher: Im Rahmen einer Kooperation mit der TCZ Traffic Communication GmbH soll das patentierte Magnetfeldsensorsystem noch in diesem Jahr in die Anwendung umgesetzt werden. Die TCZ GmbH arbeitet als eines der ersten Unternehmen mit magnetischen Sensoren für Verkehrsdaten-Erfassungssysteme und bietet seit zwei Jahren erste Produkte zur Fahrzeugklassifikation, -zählung oder Geschwindigkeitsermittlung an.

Der von der Arbeitsgruppe um Professor Uwe Hartmann entwickelte mobile, handliche, kostengünstige und absolut verlässliche Traffic-Sensor macht es möglich, Fahrzeuge, bzw. alles aus Metall zu erfassen. Der Sensor liefert genaueste Ergebnisse, wie viele Fahrzeuge welcher Fahrzeugart - vom PKW, LKW, Motorrad, bis hin zum Flugzeug - in welcher Geschwindigkeit wann vorbeikommen.
Nicht nur der Verkehrsplanung stellt das neue Verfahren mit zuverlässiger Verkehrszählung genauste Entscheidungskriterien in Aussicht. Sein Anwendungsspektrum ist weit: So wird zum Beispiel ein verbessertes Verkehrsleitsystem samt Stauumgehung, Parkplatzangabe bis hin zur Ampel-Signalsteuerung mit Hilfe der Sensoren möglich. Sensoren könnten auch nachweisen, ob oder wie lange ein Auto parkt, was das Parken in Parkhäusern vereinfachen könnte.
Ein speziell entwickeltes Messsystem, das auf Magnetosensoren, also auf der Messung magnetischer Felder basiert, bildet die Grundlage des Traffic-Sensors. Er ist hochempfindlich und gleichzeitig robust: Unauffällig untergebracht etwa in einem Katzenauge, das heute bei Baustellen auf der Straße die Spur anzeigt, kann er sogar ohne Schaden überfahren werden. Der Sensor misst in alle Raumrichtungen, und es ist unerheblich, in welcher Entfernung das Fahrzeug vorbeifährt - ob nun ganz nah oder gar auf der Gegenfahrbahn. Auch sind die Sensoren an- und abschaltbar. Die Ergebnisse der Messung können online abgerufen und weiterverarbeitet werden.
Ein weiterer entscheidender Vorteil des Traffic-Sensors: Er ist sehr preiswert und relativ einfach zu installieren.

Der Traffic-Sensor ist ein Ergebnis der Arbeit am Saarländischen Applikationslabor für MagnetoSensorik, kurz SAMS, das im Jahr 2000 seine Arbeit in der Saarbrücker Experimentalphysik am Lehrstuhl von Prof. Uwe Hartmann aufgenommen hat. Eingerichtet wurde SAMS vom saarländischen Wissenschaftsministerium. Hier soll das in die Wirtschaft transferiert werden, was zum Thema Magnetosensoren erforscht wird.

Es ist geplant, den Traffic Sensor auf der Internationalen Automobil Ausstellung IAA im September einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.


Sie haben Fragen?
Dann setzen Sie sich bitte in Verbindung mit
Prof. Dr. Uwe Hartmann
Tel: 0681 302-3798 oder -3799
E-Mail: u.hartmann@mx.uni-saarland.de

oder
Reinhard Zachmann
TCZ Traffic Communication GmbH
Standort Schmalkalden: Tel: 03683 / 798-440, Fax: 03683/798313
Standort Bayern: Tel: 08774 / 9687-335, Fax: 08774/9687336

Claudia Brettar | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/fak7/hartmann/german.html

Weitere Berichte zu: TCZ Traffic Traffic-Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Drohne statt Transporter: Erfolgreiche Weltpremiere in der standortübergreifenden Werkslogistik
06.02.2020 | Frankfurt University of Applied Sciences

nachricht 3 D-Mobilität: Realitätscheck für Flugtaxis
08.01.2020 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

Forscher des Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzpulsspektroskopie (MBI) und des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik haben durch die Kombination von Experiment und Theorie die Frage gelöst, wie Laserpulse die Magnetisierung durch ultraschnellen Elektronentransfer zwischen verschiedenen Atomen manipulieren können.

Wenige nanometerdünne Filme aus magnetischen Materialien sind ideale Testobjekte, um grundlegende Fragestellungen des Magnetismus zu untersuchen. Darüber...

Im Focus: Freiburg researcher investigate the origins of surface texture

Most natural and artificial surfaces are rough: metals and even glasses that appear smooth to the naked eye can look like jagged mountain ranges under the microscope. There is currently no uniform theory about the origin of this roughness despite it being observed on all scales, from the atomic to the tectonic. Scientists suspect that the rough surface is formed by irreversible plastic deformation that occurs in many processes of mechanical machining of components such as milling.

Prof. Dr. Lars Pastewka from the Simulation group at the Department of Microsystems Engineering at the University of Freiburg and his team have simulated such...

Im Focus: Transparente menschliche Organe ermöglichen dreidimensionale Kartierungen auf Zellebene

Erstmals gelang es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, intakte menschliche Organe durchsichtig zu machen. Mittels mikroskopischer Bildgebung konnten sie die zugrunde liegenden komplexen Strukturen der durchsichtigen Organe auf zellulärer Ebene sichtbar machen. Solche strukturellen Kartierungen von Organen bergen das Potenzial, künftig als Vorlage für 3D-Bioprinting-Technologien zum Einsatz zu kommen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um in Zukunft künstliche Alternativen als Ersatz für benötigte Spenderorgane erzeugen zu können. Dies sind die Ergebnisse des Helmholtz Zentrums München, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität München (TUM).

In der biomedizinischen Forschung gilt „seeing is believing“. Die Entschlüsselung der strukturellen Komplexität menschlicher Organe war schon immer eine große...

Im Focus: Skyrmions like it hot: Spin structures are controllable even at high temperatures

Investigation of the temperature dependence of the skyrmion Hall effect reveals further insights into possible new data storage devices

The joint research project of Johannes Gutenberg University Mainz (JGU) and the Massachusetts Institute of Technology (MIT) that had previously demonstrated...

Im Focus: Skyrmionen mögen es heiß – Spinstrukturen auch bei hohen Temperaturen steuerbar

Neue Spinstrukturen für zukünftige Magnetspeicher: Die Untersuchung der Temperaturabhängigkeit des Skyrmion-Hall-Effekts liefert weitere Einblicke in mögliche neue Datenspeichergeräte

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen weiteren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

Alternative Antriebskonzepte, technische Innovationen und Brandschutz im Schienenfahrzeugbau

07.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste Untersuchungsergebnisse zum "Sensations-Meteoritenfall" von Flensburg

17.02.2020 | Geowissenschaften

Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

17.02.2020 | Physik Astronomie

Freiburger Forscher untersucht Ursprünge der Beschaffenheit von Oberflächen

17.02.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics