Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Traffic-Sensor: Genaue Verkehrszählung, sichere Verkehrsleitsysteme und mehr

17.04.2001


Man sieht sie auf einem Campingklappstuhl an der Straße sitzen, ein Blatt Papier vor sich und den Stift in der Hand. Nach einem kurzen Moment der Verwunderung versteht man: Ach so, klar - Verkehrszählung! Irgendwie tun
einem die fleißigen Zähler fast Leid - schlechte Luft, Lärm und oft scheint die Sonne ohne Erbarmen - oder schlimmer noch, es regnet. Man fragt sich, ob sich da nicht der eine oder andere Fehler einschleicht...

Solche Szenarien könnten bald der Vergangenheit angehören.
Am Saarbrücker Lehrstuhl für Experimentalphysik von Professor Uwe Hartmann wurde ein mobiles, kleines, preiswertes, unermüdliches und hundertprozentiges Verfahren entwickelt, das Autos, bzw. alles aus Metall, zählen kann - und mehr noch: Der Traffic-Sensor kann genaue Ergebnisse liefern, wie viele Fahrzeuge welcher Fahrzeugart - ob LKW, Motorrad, Ente oder Limousine mit oder ohne Anhänger - in welcher Geschwindigkeit wann vorbeikommen. "Aber nicht nur der Verkehrsplanung liefert der Sensor genauste Entscheidungskriterien - auch ein perfektes Verkehrsleitsystem samt Staumeldung, Parkplatzangabe bis hin zur Ampel-Signalsteuerung wird möglich," erläutert Prof. Hartmann. Das Anwendungsfeld des Sensors ist weit. So könnte es auch die Parkhäuser revolutionieren: Mit Hilfe der Sensoren kann genau bestimmt werden, ob oder wie lange ein Auto parkt.

"Die Lösung liegt in einem speziell entwickelten Messsystem, das auf Magnetosensoren, also auf der Messung magnetischer Felder basiert," erklärt Dr. Peter Pitzius, Forscher aus dem Team um Prof. Hartmann. Der Traffic-Sensor ist hochempfindlich, aber gleichzeitig robust: Unauffällig untergebracht etwa in einem Katzenauge, das heute bei Baustellen auf der Straße die Spur anzeigt, kann er sogar ohne Schaden überfahren werden. Der Sensor misst in alle Raumrichtungen, und es ist unerheblich, in welcher Entfernung das Fahrzeug vorbeifährt - ob nun ganz nah oder gar auf der Gegenfahrbahn. Auch sind die Sensoren an- und abschaltbar. Die Ergebnisse der Messung können online abgerufen und weiterverarbeitet werden.
Ein weiterer entscheidender Vorteil des Traffic-Sensors: Er ist sehr preiswert und relativ einfach zu installieren.

Der Traffic-Sensor ist ein Ergebnis der Arbeit am Saarländischen Applikationslabor für MagnetoSensorik, kurz SAMS, das im Jahr 2000 seine Arbeit in der Saarbrücker Experimentalphysik am Lehrstuhl von Prof. Uwe Hartmann aufgenommen hat. Eingerichtet wurde SAMS vom saarländischen Wissenschaftsministerium. Hier soll das in die Wirtschaft transferiert werden, was zum Thema Magnetosensoren erforscht wird. Mit Hilfe dieser Sensoren zur Messung magnetischer Felder können z.B. Minen gesucht, Erdbebenopfer gefunden oder Brücken auf ihre Sicherheit überprüft werden.
Magnetoresistive Sensoren beruhen darauf, dass sich der elektrische Widerstand im Sensor ändert, wenn ein Magnetfeld sich ändert. Misst man diesen Widerstand, kann man also gleichzeitig die Veränderungen des Magnetfeldes erkennen.

 

Neben weiteren Entwicklungen präsentieren Professor Hartmann und seine Arbeitsgruppe
den Traffic-Sensor auf der Hannover Messe (23. bis 28. April, Forschungs-Gemeinschaftsstand "Technologiepartner Saarland" in Halle 18, EG, Stand D 13).


Sie haben Fragen?
Dann setzen Sie sich bitte in Verbindung mit Prof. Dr. Uwe Hartmann
Tel: 0681 302-3798 oder -3799
E-Mail: u.hartmann@mx.uni-saarland.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Claudia Brettar | idw

Weitere Berichte zu: SAMS Traffic-Sensor Verkehrsleitsystem Verkehrszählung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Fraunhofer IGB und IAO entwickeln »Straße der Zukunft« mit Partnerstädten Ludwigsburg und Erlangen
24.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

nachricht Autonome Straßenbahn im Depot
08.10.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bauplan eines bakteriellen Kraftwerks entschlüsselt

Wissenschaftler der Universität Würzburg und der Universität Freiburg gelang es die komplexe molekulare Struktur des bakteriellen Enzyms Cytochrom-bd-Oxidase zu entschlüsseln. Da Menschen diesen Typ der Oxidase nicht besitzen, könnte dieses Enzym ein interessantes Ziel für neuartige Antibiotika sein.

Sowohl Menschen als auch viele andere Lebewesen brauchen Sauerstoff zum Überleben. Bei der Umsetzung von Nährstoffen in Energie wird der Sauerstoff zu Wasser...

Im Focus: Neue Möglichkeiten des Additive Manufacturing erschlossen

Fraunhofer IFAM Dresden demonstriert Fertigung von Kupferbau

Am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Dresden ist es gelungen, mittels Selektivem Elektronenstrahlschmelzen...

Im Focus: New opportunities in additive manufacturing presented

Fraunhofer IFAM Dresden demonstrates manufacturing of copper components

The Fraunhofer Institute for Manufacturing Technology and Advanced Materials IFAM in Dresden has succeeded in using Selective Electron Beam Melting (SEBM) to...

Im Focus: New Pitt research finds carbon nanotubes show a love/hate relationship with water

Carbon nanotubes (CNTs) are valuable for a wide variety of applications. Made of graphene sheets rolled into tubes 10,000 times smaller than a human hair, CNTs have an exceptional strength-to-mass ratio and excellent thermal and electrical properties. These features make them ideal for a range of applications, including supercapacitors, interconnects, adhesives, particle trapping and structural color.

New research reveals even more potential for CNTs: as a coating, they can both repel and hold water in place, a useful property for applications like printing,...

Im Focus: Magnetisches Tuning auf der Nanoskala

Magnetische Nanostrukturen maßgeschneidert herzustellen und nanomagnetische Materialeigenschaften gezielt zu beeinflussen, daran arbeiten Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden und der Universität Glasgow. Zum Einsatz kommt ein spezielles Mikroskop am Ionenstrahlzentrum des HZDR, dessen hauchdünner Strahl aus schnellen geladenen Atomen (Ionen) periodisch angeordnete und stabile Nanomagnete in einem Probenmaterial erzeugen kann. Es dient aber auch dazu, die magnetischen Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu optimieren.

„Materialien im Nanometerbereich magnetisch zu tunen birgt ein großes Potenzial für die Herstellung modernster elektronischer Bauteile. Für unsere magnetischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hitzesommer, Überschwemmungen und Co. – Vor welchen Herausforderungen steht die Pflanzenzüchtung der Zukunft?

14.11.2019 | Veranstaltungen

Mediation – Konflikte konstruktiv lösen

12.11.2019 | Veranstaltungen

Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

11.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bauplan eines bakteriellen Kraftwerks entschlüsselt

14.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Eisfreie Gletscherbecken als Wasserspeicher

14.11.2019 | Geowissenschaften

Lichtimpulse mit wenigen optischen Zyklen durchbrechen die 300 W-Barriere

14.11.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics