Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Akustiker der TU Berlin arbeiten an Erhöhung der Schalldämpfung

16.06.2000


... mehr zu:
»Akustiker »Schalldämpfung
Lärm gegen Lärm
TU-Akustiker arbeiten an Erhöhung der Schalldämpfung

Keine Motorengeräusche mehr beim Fliegen - das würde das Reisen per

Flugzeug attraktiver machen, für Viel- und Langstreckenflieger allemal. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Denn noch betreiben Wissenschaftler am Institut für Technische Akustik der TU Berlin Grundlagenforschung. Sie versuchen, die Schallwellen zwischen den Scheiben eines Doppelglasfensters zu neutralisieren und so eine bessere Schalldämpfung zu erreichen.

Schallwellen spürt, wer sich in der Disko vor einen Basslautsprecher stellt. Auch der ganz alltägliche Verkehrslärm dringt als Schallwelle beispielsweise über die Schwingung der Fensterscheiben in die Wohnung ein. Die Technischen Akustiker um Dr.-Ing. André Jakob haben, um die Messungen zu vereinfachen, zwei Plexiglasscheiben in ihr Labor, ein Fensterprüfstand, gebaut und jeweils in den Fensterecken ein Mikrofon und einen Lautsprecher installiert.

Diese Konstruktion wird von außen mit Lärm beschallt, den die zwischen den Plexiglasscheiben angebrachten Mikrofone messen. Um die Schwingungen zwischen den Scheiben zu neutralisieren, muss mit möglichst geringer Zeitverzögerung ein Gegenschall über die Lautsprecher "eingespielt" werden. Das Kernproblem ist der Regler, der diesen "Antischall" steuert.

Die Idee dabei ist, die Schallschwingungen im Lufthohlraum, also zwischen den Scheiben, zu minimieren. Damit wird die Schallübertragung insgesamt verringert, die Dämmwirkung des Doppelfensters wird verstärkt. Dieser Ansatz scheint der vielversprechendste zu sein. Andere Möglichkeiten, etwa die Schwingung der Scheibe direkt durch Krafteinleitung zu reduzieren, erweisen sich zumindest für eine ungestörte Durchsicht beim Fenster als wenig praktikabel.

Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen. Ein Fenster dieser "Bauart" kann unter günstigen Voraussetzungen ein um bis zu 10 dB höheres Schalldämmmaß besitzen. Das entspricht einer Halbierung der Lautstärke-Wahrnehmung. Zu erforschen wird noch sein, wie breitbandig sich die Kon-struktion einsetzen lässt. Der springende Punkt sind die Frequenzbereiche, in denen diese "aktive" Maßnahme besonders gut funktioniert. Nicht zuletzt steht die Nagelprobe noch aus: die ganze Konstruktion mit echten Fenstern, also Glasfenstern, zu testen.
Das ganze lässt sich im Prinzip auf alle doppelwandigen Konstruktionen übertragen. Neben der Flugzeugindustrie könnte sich auch die Autoindustrie für die Forschungsergebnisse der Berliner Akustiker interessieren.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Dr.-Ing. André Jakob, Institut für Technische Akustik,
Tel.: 030/314-24867, Fax: -25135.
Thomas Schulz

Diese Medieninformation finden Sie auch im World Wide Web unter der Adresse:
http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2000/pi112.htm

Ramona Ehret |

Weitere Berichte zu: Akustiker Schalldämpfung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Robocabs: Die Mobilität der Zukunft?
13.06.2019 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht Ultra-leichte Fahrzeugstruktur macht elektrischen Stadtflitzer preiswert und sicher
21.05.2019 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einzelne Atome im Visier

Mit der NMR-Spektroskopie ist es in den letzten Jahrzehnten möglich geworden, die räumliche Struktur von chemischen und biochemischen Moleküle zu erfassen. ETH-Forschende haben nun einen Weg gefunden, wie man dieses Messprinzip auf einzelne Atome anwenden kann.

Die Kernspinresonanz-Spektroskopie – kurz NMR-Spektroskopie – ist eine der wichtigsten physikalisch-chemischen Untersuchungsmethoden. Damit lässt sich...

Im Focus: Partielle Mondfinsternis am 16./17. Juli 2019

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Wie im letzten Jahr findet auch 2019 eine in den späten Abendstunden in einer lauen Sommernacht gut zu beobachtende Mondfinsternis statt, und zwar in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli. Die Finsternis ist zwar nur partiell - der Mond tritt also nicht vollständig in den Erdschatten ein - es ist aber für die nächsten Jahre die einzige gut sichtbare Mondfinsternis im deutschen Sprachraum.

Am Dienstagabend, den 16. Juli, wird ein kosmisches Schauspiel zu sehen sein: Der Vollmond taucht zu einem großen Teil in den Schatten der Erde ein, es findet...

Im Focus: Fraunhofer IDMT zeigt akustische Qualitätskontrolle auf der Fachmesse für Messtechnik »Sensor + Test 2019«

Das Ilmenauer Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT präsentiert vom 25. bis 27. Juni 2019 am Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft (Stand 5-248) seine neue Lösung zur berührungslosen, akustischen Qualitätskontrolle von Werkstücken und Bauteilen. Da die Prüfung zerstörungsfrei funktioniert, kann teurer Prüfschrott vermieden werden. Das Prüfverfahren wird derzeit gemeinsam mit verschiedenen Industriepartnern im praktischen Einsatz erfolgreich getestet und hat das Technology Readiness Level (TRL) 6 erreicht.

Maschinenausfälle, Fertigungsfehler und teuren Prüfschrott reduzieren

Im Focus: Fraunhofer IDMT demonstrates its method for acoustic quality inspection at »Sensor+Test 2019« in Nürnberg

From June 25th to 27th 2019, the Fraunhofer Institute for Digital Media Technology IDMT in Ilmenau (Germany) will be presenting a new solution for acoustic quality inspection allowing contact-free, non-destructive testing of manufactured parts and components. The method which has reached Technology Readiness Level 6 already, is currently being successfully tested in practical use together with a number of industrial partners.

Reducing machine downtime, manufacturing defects, and excessive scrap

Im Focus: Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

Die Qualität generativ gefertigter Bauteile steht und fällt nicht nur mit dem Fertigungsverfahren, sondern auch mit der Inline-Prozessregelung. Die Prozessregelung sorgt für einen sicheren Beschichtungsprozess, denn Abweichungen von der Soll-Geometrie werden sofort erkannt. Wie gut das mit einer bidirektionalen Sensorik bereits beim Laserauftragschweißen im Zusammenspiel mit einer kommerziellen Optik gelingt, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT auf der LASER World of PHOTONICS 2019 auf dem Messestand A2.431.

Das Fraunhofer ILT entwickelt optische Sensorik seit rund 10 Jahren gezielt für die Fertigungsmesstechnik. Dabei hat sich insbesondere die Sensorik mit der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

17. Internationale Conference on Carbon Dioxide Utilization in Aachen

25.06.2019 | Veranstaltungen

Meeresleuchten, Klimawandel, Küstenmeere Afrikas – Spannende Vielfalt bei „Warnemünder Abenden 2019“

24.06.2019 | Veranstaltungen

Plastik: Mehr Kreislauf gegen die Krise gefordert

21.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Einzelne Atome im Visier

25.06.2019 | Physik Astronomie

Clever Chillen mit weniger Kältemittel: Neue Blue e Chiller von 11 bis 25 kW

25.06.2019 | Energie und Elektrotechnik

Neuer Therapieansatz fördert die Reparatur von Blutgefässen nach einem Hirnschlag

25.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics