Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wichtige Entscheidungshilfe für Verkehrsprojekte

15.02.2008
Einheitliches Bewertungsverfahren in der EU

Die Europäische Kommission forciert den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur als wesentliche Voraussetzung für das wirtschaftliche Zusammenwachsen Europas. Hierfür werden wichtige Projekte zur Vervollständigung der sogenannten "Transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-T)" mitfinanziert.

Bis vor kurzem mangelte es allerdings an einem einheitlichen Verfahren zum Vergleich unterschiedlicher Projekte, die um die begrenzten Fördermittel konkurrieren. Unter Federführung des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart (IER) entwickelte ein internationales Konsortium renommierter Institute im EU-Forschungsprojekt HEATCO (Developing Harmonised European Approaches for Transport Costing and Project Assessment) ein Verfahren zur Bewertung von TEN-T-Projekten einschließlich deren Umweltwirkungen.

Das Verfahren hat das Potential, langfristig zum Standard für Infrastrukturprojektbewertungen zu werden. So könnte es zukünftig sein, dass Projekte wie Stuttgart 21 entsprechend der in HEATCO entwickelten Richtlinien zu bewerten sind, um eine Förderung aus Brüssel zu erhalten. Ausgangspunkt der Arbeiten war eine ausführliche Analyse der bestehenden Bewertungspraxis in den 25 EU-Ländern sowie der Schweiz. Anschließend entwickelten die Wissenschaftler Vorschläge für eine harmonisierte Bewertung. Einbezogen wurden die Höhe der Investitions- und Betriebskosten des geplanten Bauprojekts und die Umweltwirkungen und Unfallrisiken mit den jeweiligen darauf zurückzuführenden Kosten.

Das Team der Abteilung Technikfolgenabschätzung und Umwelt des IER konnte dabei auf die langjährige Erfahrung bei zahlreichen nationalen und internationalen Projekten zurückgreifen. Denn bei der Bewertung von Unfallrisiken, Schäden durch Luftschadstoffe, Lärm und Treibhausgase hat das IER federführend die entsprechenden Bewertungsmethoden mitentwickelt und angewendet. Als Kosten für Feinstaubemissionen in deutschen Großstädten müssen zum Beispiel je nach Partikelgröße mehr als 400 Euro je Kilogramm angesetzt werden, außerorts bis zu 80 Euro. Die Freisetzung einer Tonne CO2 ist mit durchschnittlich 22 Euro zu bewerten. Nicht zu vernachlässigen ist beim Vergleich der zu erwartenden Kosten, dass die Wertansätze die Verhältnisse in den verschiedenen Ländern angemessen widerspiegeln.

Auch indirekte Auswirkungen von Infrastrukturprojekten wie zum Beispiel die regionale Wirtschaftsentwicklung bezogen die Forscher in ihre Betrachtungen mit ein. Daneben beschäftigten sie sich mit generellen Bewertungsaspekten, zum Beispiel Entscheidungskriterien wie Kosten-Nutzen-Verhältnis, den Umgang mit Unsicherheiten und die Interessen zukünftiger Generationen. Gemeinsam mit Fachexperten testeten die Forscher die so gewonnenen Bewertungsvorschläge in der Praxis und entwickelten daraus die Bewertungsrichtlinien.

Die Ergebnisse des Projekts sind unter http://heatco.ier.uni-stuttgart.de/ abrufbar. Sie finden derzeit unter anderem bei der Europäischen Investitionsbank im Rahmen der Beurteilung von Projektfinanzierungen Verwendung. Zukünftig werden dann möglicherweise europaweit bei Infrastrukturvorhaben "Stuttgarter Maßstäbe" angelegt.

Ansprechpartner beim Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung, Abteilung Technikfolgenabschätzung und Umwelt:
Prof. Dr.-Ing. Rainer Friedrich, Tel. 0711/685-87812, e-mail: rainer.friedrich@ier.uni-stuttgart.de und Dr.-Ing. Peter Bickel,

Tel. 0711/685-87850, e-mail: peter.bickel@ier.uni-stuttgart.de

Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Keplerstraße 7, 70174 Stuttgart, Tel. 0711/685-82297. -82176, -82122, -82155, Fax 0711/685-82188, e-mail: presse@uni-stuttgart.de, www.uni-stuttgart.de/aktuelles/

Text und Bilder unter http://www.uni-stuttgart.de/presse/mediendienst/3/

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://heatco.ier.uni-stuttgart.de/
http://www.uni-stuttgart.de/presse/mediendienst/3/

Weitere Berichte zu: Energieanwendung Energiewirtschaft HEATCO IER

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Der Truck der Zukunft
19.09.2018 | Technische Universität München

nachricht Bahnverkehr wird smart – innovativer Batteriezug ab 2019 im Testbetrieb
12.09.2018 | Technische Universität Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gravitationswellen die Dunkle Materie ausleuchten

Schwarze Löcher stossen zusammen, Gravitationswellen breiten sich durch die Raumzeit aus - und ein riesiges Messgerät ermöglicht es, die Struktur des Universums zu erkunden. Dies könnte bald Realität werden, wenn die Raumantenne LISA ihren Betrieb aufnimmt. UZH-Forschende zeigen nun, dass LISA auch Aufschluss über die schwer fassbaren Partikel der Dunklen Materie geben könnte.

Dank der Laserinterferometer-Raumantenne (LISA) können Astrophysiker Gravitationswellen beobachten, die von Schwarzen Löchern ausgesendet werden. Diese...

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was die Zelle entarten lässt

23.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Zukunft der Energieversorgung: Kombinierter Energiespeicher als Schlüsseltechnologie

23.10.2018 | Energie und Elektrotechnik

Ein Gespenst am Südhimmel

23.10.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics