Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3 D-Mobilität: Realitätscheck für Flugtaxis

08.01.2020

Studie des Fraunhofer IAO untersucht Ziele und Wege zur 3 D-Mobilität

Ist das Flugtaxi schon reif zum Abheben? Das Fraunhofer IAO hat in einer Studie den Realitätscheck gemacht und verschiedene Faktoren der 3 D-Mobilität untersucht.


Overview of the Considered Use Cases.

© Fraunhofer IAO

Mit dem Fokus auf Flugtaxis zeigt die Studie »Quo vadis 3 D-Mobility?« auf, was die Ziele der Mobilität in der Luft sind, welchen Reifegrad relevante Technologien haben, wie Anwendungsfälle konkret aussehen können, wie die Infrastruktur dafür beschaffen sein müsste, welche Stakeholder einbezogen werden sollten und wie hoch die Nachfrage für 3 D-Mobilität ist.

Die Fähigkeit zu fliegen, ist seit vielen Jahrhunderten ein Traum der Menschen. Dieser Traum ist in den letzten Jahren dank der Fortschritte in verschiedenen wichtigen Technologiebereichen wie Batterien oder Leichtbau-Materialien in greifbare Nähe gerückt.

Wie nah, haben die Mobilitätsexperten des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO nun in der englischsprachigen Studie »Quo vadis 3 D-Mobility« genauer untersucht.

Die Studie beschäftigt sich sowohl mit allgemeinen Zielen urbaner Mobilität als auch mit konkreten technologischen Fragestellungen rund um 3 D-Mobilität, mit organisatorischen Aspekten wie dem Aufbau einer adäquaten Infrastruktur sowie den Stakeholdern, die für die Umsetzung von Flugtaxis an einen Tisch gebracht werden müssen.

Reifegrade und Einsatzbereiche der Technologien für 3 D-Mobilität im Überblick

Was den Reifegrad der Technologien für 3 D-Mobilität betrifft, kommt die Studie zu dem Schluss, dass sich einige noch in der Entwicklung befinden, aber einzelne Technologien bereits einen sehr fortgeschrittenen und anwendungsnahen Reifegrad aufweisen.

Untersucht wurde auch die Eignung verschiedener Antriebstechnologien, die rein auf Batterien, Wasserstoff oder konventionellen Treibstoffen basieren, für unterschiedliche Anwendungsfälle. Bezüglich des Start- und Landevorgangs betrachten die Studienautoren sowohl Senkrechtstarter (Vertical Take-Off and Landing, VTOL) als auch Konzepte, die eine Startbahn erfordern (Short Take-Off and Landing, STOL).

Sechs Anwendungsfälle machen den Einsatz von Flugtaxis erlebbar

Um den Realitätscheck zu machen, ob und in welcher Form Lufttaxis überhaupt sinnvoll einsetzbar sind, hat das Forschungsteam im Rahmen der Studie verschiedene Anwendungsszenarien durchgespielt und dabei anhand von »Customer Journeys« praxisnah erlebbar gemacht, wie der Alltag mit einem Flugtaxi von der Buchung bis zum Aussteigen aussehen könnte.

Skizziert wurden die Use Cases »Urbanes Lufttaxi«, das Lufttaxi als »Luftrettungsdienst«, »Fähren-Ersatz«, und »Flughafen-Shuttle« sowie das individuelle Flugauto. In den Szenarien werden die Relevanz der jeweiligen Lösung untersucht, die Zielgruppen definiert, und die Eignung der verschiedenen Technologien bewertet.

Um den Einsatz noch konkreter greifbar zu machen, haben die Wissenschaftler Routen und Verkehrsströme der Metropolregion Stuttgart analysiert.

»Einige Technologien befinden sich noch in der Entwicklungsphase« kommentiert Studienautor Daniel Duwe den Status Quo von Flugtaxis. Er forscht seit einigen Jahren zum Thema »3 D-Mobilität« und hat auch kürzlich seine Promotion dazu abgegeben.

Für ihn stellen gesetzliche Vorgaben, die Steuerung des Flugverkehrs sowie die Errichtung von urbaner Infrastruktur, insbesondere von so genannten Vertiports zum Starten und Landen, die größten Hürden bei der Umsetzung der Produkttechnologie dar. So kann es auch noch einige Jahre dauern, bis Flugtaxis abheben.

»In progressiven Regionen dieser Welt, in denen Gesetze und Infrastruktur schnell anpassbar sind, können Flugtaxis aber vielleicht schon in wenigen Jahren zum Einsatz kommen« schätzt Duwe.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Daniel Duwe
Technologie- und Innovationsmanagement
Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Telefon: +49 711 970-2325
E-Mail: Daniel.duwe@iao.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

https://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/presse-und-medien/aktuelles/2233-3-d-mobil...
http://publica.fraunhofer.de/documents/N-569614.html

Juliane Segedi | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Stammdaten in der Logistik digitalisieren: Der Schlüssel zum Erfolg
08.01.2020 | Ehrhardt + Partner Consulting (EPC) / BFOUND GmbH

nachricht Big Data in der Logistik: Warum werden Daten für ein intelligentes Transportwesen immer wichtiger?
06.12.2019 | Deutscher Medien Verlag GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: DKMS-Studie zum Erfolg von Stammzelltransplantationen

Den möglichen Einfluss von Killerzell-Immunoglobulin-ähnlichen Rezeptoren (KIR) auf den Erfolg von Stammzelltransplantationen hat jetzt ein interdisziplinäres Forscherteam der DKMS untersucht. Das Ergebnis: Bei 2222 Patient-Spender-Paaren mit bestimmten KIR-HLA-Kombinationen konnten die Wissenschaftler keine signifikanten Auswirkungen feststellen. Jetzt wollen die Forscher weitere KIR-HLA-Kombinationen in den Blick nehmen – denn dieser Forschungsansatz könnte künftig Leben retten.

Die DKMS ist bekannt als Stammzellspenderdatei, die zum Ziel hat, Blutkrebspatienten eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen. Auch auf der...

Im Focus: Gendefekt bei Zellbaustein Aktin sorgt für massive Entwicklungsstörungen

Europäische Union fördert Forschungsprojekt „PredActin“ mit 1,2 Millionen Euro

Aktin ist ein wichtiges Strukturprotein in unserem Körper. Als Hauptbestandteil des Zellgerüstes sorgt es etwa dafür, dass unsere Zellen eine stabile Form...

Im Focus: Programmable nests for cells

KIT researchers develop novel composites of DNA, silica particles, and carbon nanotubes -- Properties can be tailored to various applications

Using DNA, smallest silica particles, and carbon nanotubes, researchers of Karlsruhe Institute of Technology (KIT) developed novel programmable materials....

Im Focus: Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

Styropor oder Kupfer – beide Materialien weisen stark unterschiedliche Eigenschaften auf, was ihre Fähigkeit betrifft, Wärme zu leiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz und der Universität Bayreuth haben nun gemeinsam ein neuartiges, extrem dünnes und transparentes Material entwickelt und charakterisiert, welches richtungsabhängig unterschiedliche Wärmeleiteigenschaften aufweist. Während es in einer Richtung extrem gut Wärme leiten kann, zeigt es in der anderen Richtung gute Wärmeisolation.

Wärmeisolation und Wärmeleitung spielen in unserem Alltag eine entscheidende Rolle – angefangen von Computerprozessoren, bei denen es wichtig ist, Wärme...

Im Focus: Miniature double glazing: Material developed which is heat-insulating and heat-conducting at the same time

Styrofoam or copper - both materials have very different properties with regard to their ability to conduct heat. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz and the University of Bayreuth have now jointly developed and characterized a novel, extremely thin and transparent material that has different thermal conduction properties depending on the direction. While it can conduct heat extremely well in one direction, it shows good thermal insulation in the other direction.

Thermal insulation and thermal conduction play a crucial role in our everyday lives - from computer processors, where it is important to dissipate heat as...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

KIT im Rathaus: Städte und Wetterextreme

21.01.2020 | Veranstaltungen

11. Tagung Kraftwerk Batterie - Advanced Battery Power Conference am 24-25. März 2020 in Münster/Germany

16.01.2020 | Veranstaltungen

Leben auf dem Mars: Woher kommt das Methan?

16.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Differenzierte Bildgebung für bessere Diagnosen bei Brustkrebs

21.01.2020 | Medizin Gesundheit

Kurilen-Kamchatka-Graben im Pazifischen Ozean gehört nicht mehr zu den „10.000ern“

21.01.2020 | Geowissenschaften

Proteinfunktionen - Ein Lichtblitz genügt

21.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics