Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Laserstrahl sorgt für Regen

03.05.2010
Neue Methode zur Tropfenbildung gefunden

Ein erster Schritt zu einer neuen Form des künstlichen Regnenlassens könnte Forschern der Universität Genf und der Freien Universität Berlin gelungen sein.

Mit Hilfe eines Lasers gelang es ihnen, in einer Wolke eine Kondensreaktion auszulösen und somit winzige Wassertröpfchen in der Luft zu erzeugen, berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift Nature Photonics. "Wir haben den ersten Nachweis geliefert, dass man durch einen Laser meteorologische Bedingungen verändern könnte", so Studienleiter Jerome Kasparian.

Damit sich Wassertropfen in freier Umgebung bilden können, braucht es neben hoher Luftfeuchtigkeit auch Kondensationskerne wie etwa Staubteile, an die sich Dampf heftet. Um Wolken künstlich abregnen zu lassen, schießt der Mensch bereits seit über 50 Jahren Silberiodid in die Luft, um so etwa Hagelschläge zu verhindern. Laut den Forschern um Kasparian führt diese Praxis jedoch nur teilweise zum Erfolg, zudem gebe es noch keine Garantie dafür, dass die Umwelt Iodid gut vertrage.

Tröpfchen aus geladenen Teilchen

Statt Iodid warfen die Forscher nun starke, ultrakurze Laserstrahlen in eine Wolke und untersuchten die Folgen mit einem schwachen Kontrolllaser. Im Labor zeigte sich, dass rund um den Strahl Stickstoff- und Sauerstoffmoleküle elektrisch geladen wurden. Es bildete sich ein Plasmakanal aus ionisierten Molekülen, der wie ein Kondensationskern wirkte.

Tatsächlich bildeten sich an den Ionen sofort winzige Wassertröpfchen mit 50 Mikrometer Durchmesser, die drei Sekunden später bereits auf 80 Mikrometer angewachsen waren. Für Niederschlag reichte diese Größe allerdings noch nicht. Als man dasselbe bei echten Wolken in der Nacht probierte, trat derselbe Effekt ein: War die Feuchtigkeit hoch, stieg durch den Laserstrahl die im Kontrolllaser feststellbare Rückwärtsstreuung bis auf das 20-fache.

Regenzauber im Dienst des Klimas

Der Laserphysiker Roland Sauerbrey, Direktor des Forschungszentrums Dresden-Rossendorf, sieht das Ergebnis der Kollegen als möglichen Durchbruch. "Es könnte ein wichtiger Schritt sein, um eines Tages künstlichen Regen durch Laser zu schaffen", so der Experte gegenüber pressetext. "Riesig" sei der Fortschritt freilich nur dann, wenn sich herausstellen würde, dass man Tröpfchen schon mit wenigen Photonen erzeugen kann. Bisher wurde die Energetik des Laser-Regenmodells allerdings noch nicht bestimmt.

Die Möglichkeit des "Regenzaubers" werden in Zuge der Klimadebatte immer gefragter. "In der Suche, wie man die starken vom Menschen verursachten Veränderungen der Erde in Griff bekommen kann, wird man sich früher oder später auch zu Formen des Geoengineerings durchringen. Den Niederschlag zu beeinflussen ist eine Form davon", so Sauerbrey.

Johannes Pernsteiner | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.unige.ch
http://www.fzd.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Phänomenologisches Berechnungskonzept verkürzt das Auslegen von Spritzgussformteilen
13.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

nachricht Nachweis von Mikroplastik im Wasser: Fraunhofer CSP entwickelte smarte Filteranlagen
02.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit

16.08.2018 | Informationstechnologie

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics