Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CATMAG: innovatives Verfahren zur Speicherung von Energie

10.05.2016

Die Forscher Bruno Chaudret, Marc Respaud und Julian Carrey des Labors für Physik und Chemie im Bereich Nanotechnologien (Toulouse) des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung CNRS haben ein einzigartiges katalytisches Verfahren für die Synthese von Methan aus Kohlendioxid und Dihydrogen entwickelt. Das Verfahren beruht auf den sich durch magnetische Induktion erwärmenden organisch metallischen Nanopartikeln. Diese neue innovative Methode ermöglicht eine industrielle Speicherung von intermittierenden Energien wie Wind oder Photovoltaik.

Die Forscher Bruno Chaudret, Marc Respaud und Julian Carrey des Labors für Physik und Chemie im Bereich Nanotechnologien (Toulouse) des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung CNRS haben ein einzigartiges katalytisches Verfahren für die Synthese von Methan aus Kohlendioxid und Dihydrogen entwickelt.


Katalyse durch magnetische Induktion

© Cyril FRESILLON / LPCNO / CNRS Photo Library

Das Verfahren beruht auf den sich durch magnetische Induktion erwärmenden organisch metallischen Nanopartikeln. Diese neue innovative Methode ermöglicht eine industrielle Speicherung von intermittierenden Energien wie Wind oder Photovoltaik.

Nanopartikel bzw. Nanoteilchen bezeichnen Verbünde von einigen wenigen bis einigen tausend Atomen oder Molekülen. Der Name Nano bezieht sich auf ihre Größe, die typischerweise bei 1 bis 100 Nanometern liegt. Nanopartikel können sowohl auf natürlichem Wege (etwa Vulkanausbruch oder Waldbrand) als auch durch anthropogene (vom Menschen verursachte) Einflüsse, wie Kfz- und Industrieabgase, in die Umwelt gelangen.

Nanoteilchen besitzen spezielle chemische, physikalische magnetische, optische, elektronische, katalytische und biologische Eigenschaften, die deutlich von denen der Festkörper oder größerer Partikel abweichen.

Letztendlich beruhen diese Eigenschaften der Nanopartikel auf der extrem hohen Oberflächenladung, die Kompensation sucht. Das hohe Nutzenpotential hat einen drastischen Anstieg in Herstellung und Anwendung der unterschiedlichsten Arten von Nanopartikeln zur Folge.

Synthetische Nanopartikel sind künstlich hergestellte Teilchen, die gezielt mit neuen Eigenschaften und/oder Funktionalitäten ausgestattet sind, wie z. B. elektrische Leitfähigkeit, chemische Reaktivität. Das Forscherteam des CNRS / INSA (Hochschule für angewandte Wissenschaften) in Toulouse arbeitet im Rahmen des CATMAG-Projekts daran, einen auf industrieller Ebene angepassten Prozess zu entwickeln, der eine neue Form der Katalyse ermöglicht, basierend auf metallorganischen Nanopartikeln, die durch magnetische Induktion erwärmt werden und dessen Eigenschaften optimal genutzt werden können.

Das CATMAG-Projekt ist einer der ersten Gewinner des Incentive-Programms für Innovation, das im Jahr 2014 vom CNRS gestartet wurde. Dieses Projekt ist jetzt in der vorindustriellen Phase. Das Ziel ist es, erneuerbare Energien in Form von Methan (CH4), das aus synthetisiertem Kohlendioxid (CO2) hergestellt wurde, zu speichern.

Die patentierte Technologie von CATMAG nutzt die Eigenschaft von ferromagnetischen Nanopartikeln. Werden diese Teilchen in ein Hochfrequenzmagnetfeld gebracht, erzeugen sie fast augenblicklich (in der Größenordnung von einer Millisekunde) eine große Menge an Wärme, die verwendet werden kann, um chemische Reaktionen zu katalysieren. Die Katalyse chemischer Reaktionen durch magnetische Induktion organisch metallischer Nanoteilchen ist eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Herstellungsverfahren basierend auf der Verwendung von Reaktoren (Backofen, Mikrowellenheizung). Dieses neue Verfahren erzeugt 10-mal so viel Wärme, ist kosteneffektiver, selektiver und flexibler.


Weitere Informationen:

Webseite des Projektes (auf Französisch): http://www.cnrs.fr/inp/spip.php?article4233


Kontakt: Bruno Chaudret, Labor des CNRS – chaudret@insa-toulouse.fr


Quelle: “CATMAG : un nouveau procédé original pour le stockage des énergies”, Pressemitteilung des CNRS, 31.03.2016 – http://www.cnrs.fr/lettre-innovation/actus.php?numero=323&utm_content=buffer...


Redakteurin: Daniela Niethammer, daniela.niethammer@diplomatie.gouv.fr

Weitere Informationen:

http://www.wissenschaft-frankreich.de/de/energie/catmag-innovatives-verfahren-zu...

Marie de Chalup | Wissenschaft Frankreich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Kühlsystem ohne schädliche Kältemittel
01.08.2019 | Fraunhofer IPM

nachricht Batterieproduktion in Rekordgeschwindigkeit
30.07.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: "Qutrit": Komplexe Quantenteleportation erstmals gelungen

Wissenschaftlern der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Wien ist es gemeinsam mit chinesischen Forschern erstmals gelungen, dreidimensionale Quantenzustände zu übertragen. Höherdimensionale Teleportation könnte eine wichtige Rolle in künftigen Quantencomputern spielen.

Was bislang nur eine theoretische Möglichkeit war, haben Forscher der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Wien nun erstmals...

Im Focus: Laser für durchdringende Wellen: Forscherteam entwickelt neues Prinzip zur Erzeugung von Terahertz-Strahlung

Der „Landau-Niveau-Laser“ ist ein spannendes Konzept für eine ungewöhnliche Strahlungsquelle. Er hat das Zeug, höchst effizient sogenannte Terahertz-Wellen zu erzeugen, die sich zum Durchleuchten von Materialen und für die künftige Datenübertragung nutzen ließen. Bislang jedoch scheiterten nahezu alle Versuche, einen solchen Laser in die Tat umzusetzen. Auf dem Weg dorthin ist einem internationalen Forscherteam nun ein wichtiger Schritt gelungen: Im Fachmagazin Nature Photonics stellen sie ein Material vor, das Terahertz-Wellen durch das simple Anlegen eines elektrischen Stroms erzeugt. Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) waren maßgeblich an den Arbeiten beteiligt.

Ebenso wie Licht zählen Terahertz-Wellen zur elektromagnetischen Strahlung. Ihre Frequenzen liegen zwischen denen von Mikrowellen und Infrarotstrahlung. Sowohl...

Im Focus: A miniature stretchable pump for the next generation of soft robots

Soft robots have a distinct advantage over their rigid forebears: they can adapt to complex environments, handle fragile objects and interact safely with humans. Made from silicone, rubber or other stretchable polymers, they are ideal for use in rehabilitation exoskeletons and robotic clothing. Soft bio-inspired robots could one day be deployed to explore remote or dangerous environments.

Most soft robots are actuated by rigid, noisy pumps that push fluids into the machines' moving parts. Because they are connected to these bulky pumps by tubes,...

Im Focus: Crispr-Methode revolutioniert

Forschende der ETH Zürich entwickelten die bekannte Crispr/Cas-Methode weiter. Es ist nun erstmals möglich, Dutzende, wenn nicht Hunderte von Genen in einer Zelle gleichzeitig zu verändern.

Crispr/Cas ist in aller Munde. Mit dieser biotechnologischen Methode lassen sich in Zellen verhältnismässig einfach und schnell einzelne Gene präzise...

Im Focus: Wie schwingen Atome in Graphen-Nanostrukturen?

Innovative neue Technik verschiebt die Grenzen der Nanospektrometrie für Materialdesign

Um das Verhalten von modernen Materialien wie Graphen zu verstehen und für Bauelemente der Nano-, Opto- und Quantentechnologie zu optimieren, ist es...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gedanken rasen zum Erfolg: CYBATHLON BCI Series 2019

16.08.2019 | Veranstaltungen

Impfen – Kleiner Piks mit großer Wirkung

15.08.2019 | Veranstaltungen

Internationale Tagung zur Katalyseforschung in Aachen

14.08.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wie synthetische Zellen schädliche Bakterien bekämpfen

19.08.2019 | Biowissenschaften Chemie

Neuartiger Ventiltrieb spart 20% Treibstoff

19.08.2019 | Energie und Elektrotechnik

Deutschlandweit einziges Chinatron an der Uni Ulm: Wegbereiter des bionischen Baumstamms

19.08.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics