Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fachhochschule Mannheim entwickelt Staub-Sensor

25.04.2002


Das neue Messverfahren für die Feststellung von Staubgehalt und Staubbestandteilen in der Luft wird vollautomatisch und quasikontinuierlich arbeiten. Der Staub wird mikroskopisch per Bildverarbeitung erfasst.



Die Qualität unserer Atemluft kann von Stäuben unterschiedlichster Art stark beeinträchtigt werden. Insbesondere der Feinstaub mit Partikeln kleiner als etwa ein tausendstel Millimeter gerät dabei wegen möglicher Gesundheitsschädigung zunehmend ins Visier neuer Untersuchungen. Er kann bis in die feinsten Verästelungen der Lunge vordringen und wird dort abgelagert. Allgemein bekannt geworden ist hier vor allem die Gefährlichkeit des Asbeststaubs in der Form winziger Fasern in der Raumluft sanierungsbedürftiger Gebäude.



Die Messung des Staubgehalts der Luft ist sehr aufwändig, insbesondere, wenn dabei noch unterschiedliche Staubbestandteile, z.B. Pollen und Fasern, getrennt aufgespürt werden sollen. So saugt man bei einem bekannten zeitraubenden und daher teuren Verfahren eine gewisse Zeit die zu überprüfende Luft durch hintereinander angeordnete und von grob nach fein abgestufte Filter. Anschließend untersucht man mikroskopisch die in den Filtern hängen gebliebenen Staubpartikel nach Menge und Art.

Automatische und unterbrechungslos arbeitende Staubsensoren gibt es zwar, sie arbeiten jedoch nach Prinzipien, bei denen ein Lichtstrahl oder radioaktive Strahlung durch die staubhaltige Luft mehr oder weniger abgeschwächt wird. Diese lassen über die Größenverteilung des Staubes oder über das Vorkommen bestimmter Partikelformen wie etwa Fasern kaum Aussagen zu.

An der Fachhochschule Mannheim entwickeln Diplomanden des Fachbereichs Informationstechnik unter der Leitung von Prof. Dr. Hajo Suhr zur Zeit ein neues Staubmessgerät, das vollautomatisch arbeitet. Ein Hauptproblem bei jeder solchen Erfassung von Staubpartikeln ist, dass diese nur sehr dünn verteilt in der Luft schweben; für eine Messung muss man aber ausreichend viele auf kleinem Raum konzentrieren. Nun kennt man ja vom "Hausstaub", dass er sich so nach und nach auf allen Oberflächen zu sammeln pflegt, allerdings dauert das für ein Messverfahren viel zu lange. Zur Lösung dieses Problems dient ein Sammelmechanismus, der bereits heute im großen Maßstab für einen ganz anderen Zweck genutzt wird: die elektrostatische Entstaubung der Rauchgase, die aus den Kraftwerksschornsteinen in die Luft entweichen. Das neue Instrument zur Staubdiagnose nutzt dieses Verfahren in miniaturisierter Form. Hierbei sammelt sich der Staub auf einer glatten Oberfläche, die von einem Rechner durch ein Mikroskop "beobachtet" wird. Sein Programm kann die Staubpartikel zählen und anhand ihrer verschiedenen Formen die Staubbestandteile bestimmen. Sammel- und Auswertungsvorgang werden in kurzen Zeitabständen wiederholt, so dass man von einem dauernd arbeitenden Verfahren sprechen kann.

Das an der Fachhochschule Mannheim laufende Projekt zum Bau des Prototyps wird von der (hauseigenen) Karl-Völker-Stiftung und dem Land Baden Württemberg gefördert.

Prof. Joerg M. Fliege | idw

Weitere Berichte zu: Faser Staub-Sensor Staubbestandteil Staubgehalt Staubpartikel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Chemische Reaktion unterm Vergrößerungsglas: Forscher aus Jülich und Graz beleuchten Entstehung von Graphen
18.07.2019 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Verfahren zum Patent angemeldet: Katalysator-Herstellung in einem Schritt
15.07.2019 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanopartikel mit neuartigen elektronischen Eigenschaften

Forscher der FAU haben Konzept zur Steuerung von Nanopartikeln entwickelt

Die optischen und elektronischen Eigenschaften von Aluminiumoxid-Nanopartikeln, die eigentlich elektronisch inert und optisch inaktiv sind, können gesteuert...

Im Focus: First-ever visualizations of electrical gating effects on electronic structure

Scientists have visualised the electronic structure in a microelectronic device for the first time, opening up opportunities for finely-tuned high performance electronic devices.

Physicists from the University of Warwick and the University of Washington have developed a technique to measure the energy and momentum of electrons in...

Im Focus: Neues Verfahren für den Kampf gegen Viren

Forschende der Fraunhofer-Gesellschaft in Sulzbach und Regensburg arbeiten im Projekt ViroSens gemeinsam mit Industriepartnern an einem neuartigen Analyseverfahren, um die Wirksamkeitsprüfung von Impfstoffen effizienter und kostengünstiger zu machen. Die Methode kombiniert elektrochemische Sensorik und Biotechnologie und ermöglicht erstmals eine komplett automatisierte Analyse des Infektionszustands von Testzellen.

Die Meisten sehen Impfungen als einen Segen der modernen Medizin, da sie vor gefährlichen Viruserkrankungen schützen. Doch bevor es ein Impfstoff in die...

Im Focus: Großes Potenzial: Aktoren und Sensoren mit 3D-Druck in komplexe Bauteile integrieren

Der additiven Fertigung wird eine große Zukunft vorhergesagt. So lassen sich mit Hilfe des 3D-Drucks beispielsweise die Anzahl der Komponenten komplexer, individualisierter Baugruppen stark reduzieren und viele Funktionen direkt in ein Bauteil integrieren. Das vereinfacht den Herstellungsprozess und verringert den notwendigen Bauraum. Um diese Vorteile auch für mechatronische Systeme zu nutzen, forschen Wissenschaftler im Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in mehreren Projekten an der additiven Fertigung von integrierten Aktoren und Sensoren. Diese können in Leichtbaustrukturen störende oder schädigende Vibrationen mindern sowie Strukturen überwachen.

Aufgrund der Ergebnisse ihrer Forschungsprojekte sehen die Wissenschaftler des Fraunhofer LBF großes Potenzial für die additive Fertigung mechatronischer...

Im Focus: Megakaryozyten als „Türsteher“ und Regulatoren der Zellmigration im Knochenmark

In einer neuen Studie zeigen Wissenschaftler der Universität Würzburg und des Universitätsklinikums Würzburg, dass Megakaryozyten als eine Art „Türsteher“ auftreten und so die Eigenschaften von Knochenmarksnischen und die Dynamik der Zellmigration verändern. Die Studie wurde im Juli im Journal „Haematologica“ veröffentlicht.

Die Hämatopoese ist der Prozess der Bildung von Blutzellen, der überwiegend im Knochenmark auftritt. Das Knochenmark produziert alle Arten von Blutkörperchen:...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Testzone für die KI-gestützte Produktion

18.07.2019 | Veranstaltungen

„World Brain Day“ zum Thema Migräne: individualisierte Therapie statt Schmerzmittelübergebrauch

18.07.2019 | Veranstaltungen

Kosmos-Konferenz: Navigating the Sustainability Transformation in the 21st Century

17.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ein gestörter Geruchssinn hindert Tabakschwärmer an der Futtersuche, nicht aber an der Eiablage

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Testzone für die KI-gestützte Produktion

18.07.2019 | Veranstaltungsnachrichten

„World Brain Day“ zum Thema Migräne: individualisierte Therapie statt Schmerzmittelübergebrauch

18.07.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics