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Mit Silber veredelte Textilien halten Flüssigkeiten keimfrei

11.06.2007
Mit Silber veredelte Textilien halten Flüssigkeiten keimfrei

Angenehm temperiert, oft wiederverwendet, köstliche Verunreinigungen... Für Legionellen und andere Bakterien ist Bohremulsion ein wahres Wohnparadies - aus dem die Industrie sie natürlich gern vertreiben würde, denn neben der allmählich ansteigenden Geruchsbelästigung wächst das Risiko gefährlicher Infektionen über die Atemwege. Ein einfaches Desinfektionsverfahren, das gegenwärtig am Institut für Textil- und Bekleidungstechnik der TU Dresden erforscht wird, soll eine solche Besiedlung künftig wirkungsvoll unterbinden: die Wissenschaftler nutzen dafür die seit alters her bekannte mikrobizide Wirkung von reinem Silber. Ein je nach Anwendung bis zu sechs Zentimeter dickes silberhaltiges Textilgewirk soll an die Innenwände von Rohr-, Behälter- oder Tanksystemen angebracht werden und kann die Ansiedlung und Vermehrung von Legionellen in wasserhaltigen Systemen signifikant reduzieren. In ersten Tests, die bis zu einem Jahr dauerten, konnten die Dresdner Wissenschaftler darüber hinaus keinerlei Verringerung der mikrobiziden Wirkung der Silberfäden feststellen. Der Leiter des Forschungsprojekts, Professor Hartmut Rödel, geht deshalb davon aus, dass die neue Methode, die von der beteiligten Partnerfirma Silvertex patentiert wurde, Wasserreservoirs zuverlässig auf Jahre hinaus vor Bakterienbefall schützen kann.

An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung auf drei Jahre geförderten Projekt sind außer dem Institut für Textil- und Bekleidungstechnik drei weitere inneruniversitäre Partner beteiligt, die sich jeweils anderen fachlichen Forschungsaspekten widmen: das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der TU Dresden, an dem der Umgang mit Infektionen durch Legionellen bereits seit Jahren erforscht wird; Professor Volker Rossbach, Inhaber der Professur für Textilveredlung der Fachrichtung Chemie und Lebensmittelchemie, und Mitarbeiter des Instituts für Maschinenelemente und -konstruktion, die das technische Design der Textilien optimieren helfen.

Den Ausgangspunkt der Forschungen bildete vor zwei Jahren die Frage, wie man in selten genutzten Wasserleitungen (etwa in Hotels) möglichen Legionellenbefall wirksam verhindern könnte. Seitdem wurde eine Anzahl neuer Anwendungsfälle erforscht. So hilft der neue Stoff beispielsweise bei der Desinfektion von Warmwassertanks in südlichen Ländern.

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Von der Teilnahme an der Messe "techtextil", die vom 12.-14. Juni 2007 in Frankfurt (Main) stattfindet, erhofft sich Professor Hartmut Rödel weitere Anregungen für potenzielle Einsatzgebiete des neuen antibakteriellen Textilgewirkes.

Weitere Informationen: Prof. Dr.-Ing. habil. Hartmut Rödel, Tel. 0351 463-39313
Hartmut.Roedel@tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

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