Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

280 Millionen Euro für neues Förderprogramm Optische Technologien

19.02.2002


Catenhusen: "Marktpotenzial der Optischen Technologien wird stärker genutzt"

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wolf-Michael Catenhusen, hat heute in Berlin das neue Förderprogramm "Optische Technologien - Made in Germany" vorgestellt. Mit 280 Millionen Euro wird das BMBF in den nächsten 5 Jahren die neuen Technologien mit dem Medium Licht fördern; die jährlichen Ausgaben sollen bis 2006 um 27% steigen.

Catenhusen erklärte dazu: "Licht und Optische Technologien werden eine der entscheidenden Schlüsseltechnologien der Zukunft mit besonderem Querschnittscharakter. Sie erschließen neue Märkte und schaffen Arbeitsplätze, insbesondere bei klein- und mittelständischen Unternehmen." Schon heute würden 14 - 15% der Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe durch Optische Technologien beeinflusst, so der Staatssekretär weiter. "Diese Arbeitsplätze gilt es zu sichern und das Marktpotenzial verstärkt zu nutzen."

Optische Technologien erobern die Welt. Glasfasernetze umspinnen den Globus, verbinden Menschen und transportieren Wissen. Licht lässt Lebensabläufe in der biologischen Zelle sichtbar werden. Damit können wir Krankheitsursachen besser verstehen. Mikroelektronische Schaltkreise - mit fotografischen Methoden erzeugt - ermöglichen immer schnellere Computerchips und höhere Datenraten. Laseranwendungen haben bei der Materialbearbeitung strategischen Charakter. Dabei stehen wir mit der Nutzung der einzigartigen Eigenschaften von Licht erst am Anfang.

Catenhusen zeigte sich überzeugt, dass Deutschland - auch aufgrund der Förderung - international in den Optischen Technologien einen Spitzenplatz behaupten wird. "Deutschland liegt bereits jetzt aufgrund seiner starken Position in der Lasertechnik auf einem aussichtsreichen Platz im globalen Rennen um die Optischen Technologien. Schon 1999 wurde das weltweite Marktpotenzial auf 82 Milliarden US $ beziffert. Das jährliche Wachstum wird in einer Größenordnung von bis zu 20% erwartet."

Das nun vorgelegte Förderprogramm soll mit FuE-Vorhaben die Lösung wichtiger gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Fragestellungen in den Bereichen Gesundheit, Umwelt, Mobilität und Produktion vorantreiben. Gleichzeitig unterstützt die Bundesregierung mit dem neuen Programm auch den Mittelstand und fördert - vorrangig für diese Zielgruppe - begleitende Maßnahmen etwa zur Aus- und Weiterbildung von Facharbeitern und Hochschulabsolventen. Mit der Einrichtung von "Kompetenznetzen Optische Technologien" sind im letzten Jahr bereits Vernetzungsstrukturen von Unternehmen, Forschung und Geldgebern geschaffen worden, um die Erschließung der Zukunftsmärkte in den Optischen Technologien zu unterstützen. In den sieben regionalen Netzen werden bereits wenige Monate nach dem Start mehr als 400 Partner verbunden ( http://www.optecnet.de ). Zur Vorbereitung des Programms initiierte das BMBF einen Strategieprozess, an dem mehrere Hundert Expertinnen und Experten aus allen Bereichen von Wirtschaft und Wissenschaft mitgewirkt haben. Gleichzeitig mit dem neuen Programm gibt es einen Relaunge der Internetplattform www.optischetechnologien.de.

Weitere Informationen zum Förderprogramm "Optische Technologien - Made in Germany" zum Downloaden unter www.optischetechnologien.de und beim zuständigen Projektträger des BMBF VDI-Technologiezentrum Dr.-Ing. Holger Junge Graf-Recke-Str. 84 40239 Düsseldorf Tel.: (02 11) 62 14- 5 45 Fax: (02 11) 62 14- 4 84, Internet: www.vdi-tz.de E-Mail: junge@vdi.de

--- Anhang ---

Beispiele zum Einsatz Optischer Technologien in der Informationstechnologie, der Biotechnologie und der Umwelttechnologie:

Mikrolithographie - Computerchips werden schneller

Derzeit verdoppelt sich alle 18 Monate die Komplexität der Computerchips. Nur Licht ermöglicht die Herstellung der notwendigen, immer kleineren Strukturen in der Mikroelektronik. Mittels geeignetem Licht werden Strukturen in Silizium erzeugt, die tausendfach kleiner sind als das menschliche Haar. Damit werden beispielsweise Chips möglich, die Sprachen online übersetzen können - eine Erleichterung für die weltweite Zusammenarbeit.

Diese komplexe Technologie von morgen, die Mikrolithographie, wird derzeit weltweit entwickelt. Deutschland hat sich in wichtigen Schlüsselbereichen international einen Vorsprung erarbeitet.

Biophotonik - Die biologischen Zellabläufe werden verstanden

Weitreichende Entwicklungen in der Biotechnologie und der Gesundheitsvorsorge werden von den Optischen Technologien vorangetrieben. Umweltbedingte oder allergische Erkrankungen nehmen zu. Jeder dritte Deutsche ist inzwischen Allergiker. 2/3 aller Krankheiten sind heutzutage nicht ursächlich heilbar, man therapiert nur an den Wirkungen. Der Schlüssel zu den 100 häufigsten Krankheiten liegt nach neuesten Forschungsergebnissen in 5.000 - 10.000 Genen mit den zugehörigen Proteinen. Die Genfunktionen und Lebensabläufe können beobachtet und verstanden werden, indem man die vielfältigen Eigenschaften von Licht nutzt. Der Bioprozess wird bei der Untersuchung nicht gestört, da Licht berührungslose Beobachtung ermöglicht. Außerdem ist nur das Licht schnell genug, um auch sehr kurze biologische Prozesse zu beobachten. Damit können wir die Ursache vieler Krankheiten erkennen und gezielt bekämpfen.

Optisches Screening - Medikamente spezifisch für jeden Patienten entwickeln

Die Medikamentenentwicklung ist heute teuer und langwierig. Eine typische Entwicklung kostet mehr als 400 Millionen Euro und dauert mehr als 10 Jahre. Nur 5% aller fertig entwickelten Medikamente werden später auch zugelassen. Der Beipackzettel eines zugelassenen Medikamentes enthält nur einen kleinen Teil des eigentlichen Anwendungsgebietes. Der überwiegende Teil beschreibt Gegenanzeigen und Nebenwirkungen. Die Optischen Technologien helfen bei der Suche nach geeigneten, nebenwirkungsarmen Wirkstoffen. Hier werden robotergestützte optische Verfahren mit höchster Messgeschwindigkeit eingesetzt. Die Weiterentwicklung der Medikamente geschieht in "gläsernen" biologischen Zellen unter Einsatz von hochauflösenden Mikroskopen im Nanometerbereich. Aus Millionen von Wirkstoffkombinationen werden mittels Licht genau die ausgewählt, die die Krankheitsursachen nebenwirkungsarm bekämpfen. Wir konstruieren zukünftig quasi "maßgeschneidert" preiswerte Medikamente nach Bedarf.

Beleuchtung

Licht hat für den Menschen die gleiche Bedeutung wie frische Luft oder sauberes Wasser. Beleuchtung bestimmt fast alle Bereiche des täglichen Lebens; sie bedeutet auch Sicherheit.

Beleuchtung belastet aber auch unsere Umwelt: Deutschland verbraucht 8% des erzeugten Stroms allein für Beleuchtungszwecke; in den USA sind es 19%. Die Effizienz der Lichtausbeute beträgt heute nur 10 - 30%.

Die Entwicklung neuer Beleuchtungssysteme in den Optischen Technologien schont unsere Umwelt: Die Erhöhung der Effizienz zukünftiger Lichtquellen auf 50 - 70% wird nicht nur Milliarden Euro einsparen, sondern auch allein in Deutschland eine CO2-Minderung von 26 Millionen Tonnen im Jahr herbeiführen. Der Anteil giftiger Stoffe in Lampen wie z. B. Quecksilber wird durch neue Lichtquellen gemindert oder ganz vermieden.

Solche neuen Beleuchtungssysteme werden im Rahmen der Optischen Technologien erforscht.

Organische Leuchtdioden (OLED) ermöglichen großflächige Beleuchtung, weiße Leuchtdioden werden für Beleuchtungszwecke in Fahrzeugscheinwerfern oder Deckenbeleuchtungen eingesetzt. Mit ihrer Hilfe wird Licht sehr effizient erzeugt und kann zusätzlich auf das individuelle Wohlbefinden des Menschen abgestimmt werden.

Pressereferat (LS 13) | BMBF-Pressedienst
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Berichte zu: BMBF Beleuchtung Computerchip Optisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten
18.07.2018 | BIAS - Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH

nachricht Neues Verfahren verbessert Haltbarkeit der Beschichtung auf Werkzeugen
12.07.2018 | Technologie Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Mobilfunkstrahlung kann die Gedächtnisleistung bei Jugendlichen beeinträchtigen

19.07.2018 | Studien Analysen

Mit dem Nano-U-Boot gezielt gegen Kopfschmerzen und Tumore

19.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics