Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Spülmaschine" für Abwässer

29.09.2000


Ionenaustauscher findet man in jeder Spülmaschine. An kleine Harzkügelchen gebunden, entfernen sie dort Calcium aus dem Wasser, das sonst für hässliche Schlieren auf dem Geschirr sorgen würde. Die
Arbeitsgruppe "Thermische Verfahrenstechnik" an der Universität Kaiserslautern möchte Ionenaustauscher in flüssiger Form zur effizienten und kostengünstigen Reinigung von Abwässern einsetzen.

Die Harzkügelchen im Geschirrspüler haben einen wesentlichen Nachteil: Nach einer gewissen Anzahl von Spülgängen sind die Ionenaustauscher vollständig mit Calcium-Ionen beladen - die Kügelchen müssen ausgetauscht oder durch eine Spülung mit Kochsalz regeneriert werden. Und schon vorher lässt ihre Reinigungswirkung deutlich nach. Flüssige Ionenaustauscher dagegen werden dem Abwasser kontinuierlich zugeführt - und zwar im Gegenstrom: Das am stärksten verschmutzte Wasser wird mit derjenigen Ionenaustauscherlösung "konfrontiert", die schon teilweise mit Fremdstoffen beladen ist. Das vorgereinigte Wasser kommt dagegen mit frischem Austauscher in Kontakt und entledigt sich dort der letzten Verunreinigungen. Weiterer Vorteil: Die "Flüssigreiniger" sind kostengünstiger und in großer Vielfalt erhältlich; außerdem lassen sie sich miteinander kombinieren, um eine bessere Reinigungswirkung zu erzielen.
Flüssige Ionenaustauscher werden schon lange eingesetzt, um Metallsalze aus Wasser zu entfernen - VW beteiligt sich beispielsweise an einem Projekt zur Gewinnung von Magnesium für High-Tech-Karosserien aus dem toten Meer. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Hans-Jörg Bart untersucht dagegen, welche Ionenaustauscher sich besonders für Abwässer aus der Pharma- oder Lebensmittelindustrie eignen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Skalierbarkeits-Problem. Denn was im Labor bei nur wenigen Litern Abwasser und Austauscher gut klappt, muss im industriellen Maßstab noch lange nicht funktionieren.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Hans-Jörg Bart
Arbeitsgruppe Thermische Verfahrenstechnik
Tel.: 0631/205-2117
Fax: 0631/204-2119
E-Mail: bart@mv.uni-kl.de

Frank Luerweg | idw

Weitere Berichte zu: Abwasser Ionenaustauscher Reinigung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neue Methode für sichere Herstellung von Nylon-Vorstufe
30.11.2018 | Universität Bielefeld

nachricht Selbstorganisierte, molekulare Monolagen für effiziente Perowskit-Solarzellen
26.11.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Im Focus: Researchers develop method to transfer entire 2D circuits to any smooth surface

What if a sensor sensing a thing could be part of the thing itself? Rice University engineers believe they have a two-dimensional solution to do just that.

Rice engineers led by materials scientists Pulickel Ajayan and Jun Lou have developed a method to make atom-flat sensors that seamlessly integrate with devices...

Im Focus: Drei Komponenten auf einem Chip

Wissenschaftlern der Universität Stuttgart und des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT gelingt wichtige Weiterentwicklung auf dem Weg zum Quantencomputer

Quantencomputer sollen bestimmte Rechenprobleme einmal sehr viel schneller lösen können als ein klassischer Computer. Einer der vielversprechendsten Ansätze...

Im Focus: Three components on one chip

Scientists at the University of Stuttgart and the Karlsruhe Institute of Technology (KIT) succeed in important further development on the way to quantum Computers.

Quantum computers one day should be able to solve certain computing problems much faster than a classical computer. One of the most promising approaches is...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Großes Interesse an erster Fachtagung

07.12.2018 | Veranstaltungen

Entwicklung eines Amphibienflugzeugs

04.12.2018 | Veranstaltungen

Neue biologische Verfahren im Trink- und Grundwassermanagement

04.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erstmalig in Deutschland: Erfolgreiche Bestrahlungstherapie lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörung

07.12.2018 | Medizintechnik

Nicht zu warm und nicht zu kalt! Seminar „Thermomanagement von Lithium-Ionen-Batterien“ am 02.04.2019 in Aachen

07.12.2018 | Seminare Workshops

Seminar „Magnettechnik - Magnetwerkstoffe“ vom 19. – 20.02.2019 in Essen

07.12.2018 | Seminare Workshops

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics