Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Virtueller Abgastest von Dieselmotoren

27.11.2001


An der Montanuniversität Leoben wird der Abgasvorgang in Dieselmotoren virtuell getestet


Ein Programm zur Simulation der Abgasströmung in Dieselmotoren entwickelt das Christian-Doppler-Labor für Thermofluiddynamik an der österreichischen Montanuniversität Leoben. Mit dem Ziel, die durch Dieselmotoren verursachten Schadstoffe zu vermindern.

Ab dem Jahr 2005 gelten in Europa neue strengere Abgas-Vorschriften für PKW-Dieselfahrzeuge, die eine Halbierung des derzeit erlaubten Partikelausstoßes vorsehen. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es neuer verbesserter Filter, welche die Dieselpartikel im gewünschten Ausmaß filtern können.

Das Christian-Doppler-Labor für Rechnergestützte Angewandte Thermofluiddynamik an der Montanuni hat ein Simulationsprogramm entwickelt, mit dem die Wirkung von Filtern und Katalysatoren bei Dieselmotoren virtuell getestet werden kann. Wissenschaftler von acht Institutionen und Unternehmen aus Italien, Griechenland, Deutschland, England und Österreich trafen sich in Leoben, um in einem Workshop das Simulationsprogramm kennen zu lernen.

Die Forschung, die zum Simulationsprogramm führte, erfolgt im Rahmen des EU-Clusters DEXA (Diesel Exhaust Aftertreatment). Die Projekte im Rahmen des Clusters haben sich zum Ziel gesetzt, Dieselmotoren und ihre Abgassysteme so weiter zu entwickeln, dass sie den neuen strengen EU-Richtlinien "Euro IV" entsprechen.

Europäische Zusammenarbeit

"Wie bei derartigen EU-Projekten üblich", so Professor Wilhelm Brandstätter, Leiter des Leobener CD-Labors für Thermofluiddynamik, "arbeiten Forschungseinrichtungen mit Technologie-Providern und Anwendern aus der Industrie zusammen." Acht industrielle Partner, vier Forschungseinrichtungen sowie drei Universitäten (neben der Montanuni die Technische Uni Turin und die Uni Napoli) aus sieben europäischen Ländern sind im "DEXA-Cluster" vereint. In das Teilprojekt "SYLOC-DEXA", das sich mit Simulationen beschäftigt, werden insgesamt 2,68 Millionen Euro (36,9 Millionen Schilling), davon 1,62 Millionen Euro (22,3 Millionen Schilling) durch die EU investiert.

Das von Professor Brandstätter geleitete CD-Labor ist aufgrund einer Anfrage des weltbekannten Grazer Motorenforschungs- und Entwicklungsunternehmens AVL List GmbH., das ebenfalls am Projekt teilnimmt, mit an Board von DEXA. Der Motorenentwickler suchte einen kompetenten Partner für die Simulation des Abgasvorganges und stieß auf das Leobener Labor.

Das CD-Labor für Thermofluiddynamik beteiligt sich auch an dem EU-Projekt "Virtual Fires", das einen Simulator für Feuerwehrleute entwickelt. Der Simulator dient zur Übung des Verhaltens in Extremsituationen, vor allem bei Tunnelbränden. Darüber hinaus wird die fertige Soft-ware die Überprüfung der Brandsicherheit von bestehenden und geplanten Tunnels ermöglichen.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Brandstätter, Christian-Doppler-Labor für Angewandte Thermofluiddynamik an der Montanuniversität, Tel. 03842 402-9941, E-Mail: sekcdfd@unileoben.ac.at

Mag. Thomas Winkler | idw
Weitere Informationen:
http://gcdw05.unileoben.ac.at/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Chemische Reaktion unterm Vergrößerungsglas: Forscher aus Jülich und Graz beleuchten Entstehung von Graphen
18.07.2019 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Verfahren zum Patent angemeldet: Katalysator-Herstellung in einem Schritt
15.07.2019 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

Die Anpassung der Wärmeleitfähigkeit von Materialien ist eine aktuelle Herausforderung in den Nanowissenschaften. Forschende der Universität Basel haben mit Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden und Spanien gezeigt, dass sich allein durch die Anordnung von Atomen in Nanodrähten atomare Vibrationen steuern lassen, welche die Wärmeleitfähigkeit bestimmen. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse kürzlich im Fachblatt «Nano Letters».

In der Elektronik- und Computerindustrie werden die Komponenten immer kleiner und leistungsfähiger. Problematisch ist dabei die Wärmeentwicklung, die durch...

Im Focus: Better thermal conductivity by adjusting the arrangement of atoms

Adjusting the thermal conductivity of materials is one of the challenges nanoscience is currently facing. Together with colleagues from the Netherlands and Spain, researchers from the University of Basel have shown that the atomic vibrations that determine heat generation in nanowires can be controlled through the arrangement of atoms alone. The scientists will publish the results shortly in the journal Nano Letters.

In the electronics and computer industry, components are becoming ever smaller and more powerful. However, there are problems with the heat generation. It is...

Im Focus: Nanopartikel mit neuartigen elektronischen Eigenschaften

Forscher der FAU haben Konzept zur Steuerung von Nanopartikeln entwickelt

Die optischen und elektronischen Eigenschaften von Aluminiumoxid-Nanopartikeln, die eigentlich elektronisch inert und optisch inaktiv sind, können gesteuert...

Im Focus: First-ever visualizations of electrical gating effects on electronic structure

Scientists have visualised the electronic structure in a microelectronic device for the first time, opening up opportunities for finely-tuned high performance electronic devices.

Physicists from the University of Warwick and the University of Washington have developed a technique to measure the energy and momentum of electrons in...

Im Focus: Neues Verfahren für den Kampf gegen Viren

Forschende der Fraunhofer-Gesellschaft in Sulzbach und Regensburg arbeiten im Projekt ViroSens gemeinsam mit Industriepartnern an einem neuartigen Analyseverfahren, um die Wirksamkeitsprüfung von Impfstoffen effizienter und kostengünstiger zu machen. Die Methode kombiniert elektrochemische Sensorik und Biotechnologie und ermöglicht erstmals eine komplett automatisierte Analyse des Infektionszustands von Testzellen.

Die Meisten sehen Impfungen als einen Segen der modernen Medizin, da sie vor gefährlichen Viruserkrankungen schützen. Doch bevor es ein Impfstoff in die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Testzone für die KI-gestützte Produktion

18.07.2019 | Veranstaltungen

„World Brain Day“ zum Thema Migräne: individualisierte Therapie statt Schmerzmittelübergebrauch

18.07.2019 | Veranstaltungen

Kosmos-Konferenz: Navigating the Sustainability Transformation in the 21st Century

17.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielfältiger einsetzbare Materialien

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Regulation des Wurzelwachstums aus der Ferne

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

19.07.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics