Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

3-D-Fußballscanner: Ist der Ball wirklich rund?

07.06.2006


Aus der industriellen Gemeinschaftsforschung mit BMWi-Förderung


Prüfung eines Fussballs
Foto: PFI



Laut Sepp Herberger ist der Ball rund. Und dafür, dass das auch so bleibt, sorgt das Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens (PFI). Diese Forschungsvereinigung der AiF ist eine von zwei Einrichtungen in Deutschland, die Fußbälle stichprobenartig nach dem FIFA "International Matchball Standard" prüfen darf. Nur Bälle, bei denen Gewicht, Druckverlust, Wasseraufnahme, Aufprall, sphärische Gestalt und Umfang der Norm entsprechen, kommen bei den von der FIFA veranstalteten Freiluft- und Hallenturnieren ins Spiel. Deshalb ist das Zertifikat bei den Fußballherstellern heiß begehrt. Das PFI prüft in ihrem Auftrag oder verkauft ihnen das Prüfgerät. Aufbauend auf einem von der AiF geförderten Vorhaben der industriellen Gemeinschaftsforschung zur Entwicklung eines Beinscanners haben die Wissenschaftler des PFI nun eine Technik entwickelt, mit der sich Fußbälle komplett und im Sekundentakt dreidimensional abtasten lassen, um Messungen der Rundheit vornehmen oder über Konturveränderungen Fehler wie offene Nähte feststellen zu können. Mit diesem System können die Fußballhersteller ihre gesamte Produktion überwachen und statt Stichproben alle Bälle vor der Auslieferung prüfen.



Beim gegenwärtig gültigen Rundheitstest wird der Durchmesser des auf 0,8 bar aufgepumpten Balls per Tiefenmaß an 16 Stellen gemessen. Ist die Abweichung zwischen dem höchsten und niedrigsten Wert geringer als 2 Prozent, dann ist dieser Ball rund. Das neue Messverfahren beruht auf dem Prinzip der optischen Triangulation, einer Methode zur Entfernungsmessung mit Laserlicht, die ein Oberflächenrelief mit großer Genauigkeit bestimmen kann. Die Messwerte werden zu Daten verarbeitet, im Bild dargestellt und in verschiedenen Formaten abgespeichert. Darstellung und Weiterverarbeitung sind auch in gängigen Programmen wie Excel und verschiedenen CAD-Programmen möglich.

Grundlage des neuen Verfahrens ist ein millimetergenaues, computergesteuertes Digitalisierungsgerät, das Füße, Unterschenkel und Knie dreidimensional vermessen kann. Der Beinscanner soll die Schuhproduktion optimieren und in Zukunft bei der Herstellung maßgefertigter Straßen- und Reitstiefel, Sportprotektoren und Skistiefel zum Einsatz kommen. 40 Sekunden lang dreht sich ein Laser samt Sensor um Männer- und Frauenbeine, die flach oder auf einem Absatz stehen, und erreicht dabei eine Auflösung im Submillimeterbereich. Aus den gewonnenen Daten sollen Durchschnittswerte für wichtige Fuß- und Beinmaße wie Hackenumfang, Einschlupfweite, minimaler Fesselumfang und maximaler Wadenumfang abgeleitet werden.

Das PFI als zentrale Forschungseinrichtung der deutschen Schuhindustrie feiert in die-sem Jahr seinen 50. Geburtstag und ist seit 1959 Mitglied der AiF. Gegenwärtig arbeiten rund 100 Mitarbeiter für das Institut. Sein Jahresumsatz liegt bei 5 Mio. Euro. 2005 eröffnete das PFI ein Joint Venture in Istanbul sowie zwei Büros in China und gründete eine Tochtergesellschaft in Hongkong. 2006 sollen Büros in Vietnam und Indien folgen.

Ansprechpartner: Dr. Markus Scherer, Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens e.V. - PFI,
E-Mail: markus.scherer@pfi-pirmasens.de, Tel.: 06331 249022

Pressearbeit: Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von
Guericke" (AiF), Silvia Behr, E-Mail: presse@aif.de, Tel.: 0221 37680-55

Silvia Behr | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

Weitere Berichte zu: FIFA Forschungsvereinigung Gemeinschaftsforschung PFI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur
21.02.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Laserverfahren für funktionsintegrierte Composites
18.02.2019 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochdruckwasserstrahlen zum flächigen Materialabtrag von hochfesten Werkstoffen erprobt

Beim Fräsen hochfester Werkstoffe wie Oxidkeramik oder Sondermetalle – und besonders bei der Schruppbearbeitung – verschleißen Werkzeuge schnell. Für Unternehmen ist die Bearbeitung dieser Werkstoffe deshalb mit hohen Kosten verbunden. Im Projekt »HydroMill« hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen mit seinen Projektpartnern nun gezeigt, dass sich der Hochdruckwasserstrahl zum flächigen Materialabtrag von hochfesten Werkstoffen eignet. War der Einsatz von Wasserstrahlen bislang auf die Schneidbearbeitung beschränkt, zeigen die Projektergebnisse, wie sich hochfeste Werkstoffe kosten- und ressourcenschonender als bisher flächig abtragen lassen.

Diese neue und zur konventionellen Schruppbearbeitung alternative Anwendung der Wasserstrahlbearbeitung untersuchten die Aachener Ingenieure gemeinsam mit...

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nieten, schrauben, kleben im Flugzeugbau: Smarte Mensch-Roboter-Teams meistern agile Produktion

25.03.2019 | HANNOVER MESSE

Auf der Suche nach der verschwundenen Antimaterie: Messungen mit Belle II erfolgreich gestartet

25.03.2019 | Physik Astronomie

HEIDENHAIN auf der CONTROL 2019: Belastbare Systeme für mehr Genauigkeit und Zuverlässigkeit

25.03.2019 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics