Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues europäisches Forschungsprojekt fördert Mikrowelleneinsatz in der Kunststoffverarbeitung

26.04.2006


Revolution bei der Herstellung großer Polyester-Bauteile



In einem von der europäischen Kommission geförderten Forschungsprojekt befassen sich seit letztem Jahr sechs Partner aus verschiedenen europäischen Ländern unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal mit neuen Aushärteverfahren für großflächige Kunststoffbauteile, die durch Einspritzung flüssiger Kunststoffharze in eine Form hergestellt werden. Zum Aushärten in der Form muß das Bauteil entweder erwärmt werden oder lange Zeit aushärten.



Durch den Einsatz von Mikrowellen kann eine raschere und gleichmäßigere Aushärtung erzielt werden, insbesondere kann der Injektionsprozess vom Aushärteprozess getrennt werden. Erste Arbeitsergebnisse werden jetzt der Fachwelt vorgestellt, wobei der Projektleiter Dr. Rudolf Emmerich aus dem ICT darauf hinweist, daß sich hinter dem Verfahren eine ’Revolution’ in der Verarbeitung von Polyester-Harzen verbirgt: "Ein normales Erwärmen zum Aushärten ist bei großen Bauteilen wie beispielsweise Bootsrümpfen bisher immer problematisch, weil man die Wärme nicht gleichmäßig und nicht tief genug in den Werkstoff hineintransportieren kann. Wir nutzen die Absorption der Mikrowellen im Harz, um genau dies zu erreichen: die Erwärmung quasi ’auf Bestellung’, das heißt genau dort und zu dem Zeitpunkt, wo der Härteprozeß die Wärme benötigt."

Hauptanwendung der neuen Technologie sind großflächige Polyesterbauteile wie sie beispielsweise für Boote, Windrotoren, Bahnwaggons oder Automobilkarosserien benötigt werden. Deswegen beteiligen sich auch die Herstellerfirmen solcher Bauteile und die Schiffsbauer an dem Projekt. Führende Wirtschaftsforscher sagen dem Markt für Produkte aus faserverstärktem Kunststoff enorme Wachstumsraten voraus. Der Herstellung mit in die Form gespritzten Reaktionsharzen kommt dabei die Schlüsselrolle zu, weil es umweltfreundlicher und rationeller ist als die üblichen Handlaminierverfahren. Polyesterharze, die mit Mikrowellen verarbeitet werden können, ermöglichen die Herstellung von Teilen mit hochglänzenden Oberflächen. Aufgrund der hohen Präzision und Reproduzierbarkeit ohne Ausschuß verringern sich zudem die Nachbearbeitungszeiten enorm.

Mikrowellen ermöglichen ein volumetrisches Erwärmen des Kunststoffharzes und beginnen den Vernetzungsprozeß des Polymers gleichzeitig auch in der Tiefe des Harzes. Neben der Beschleunigung des Fertigungsprozesses können auch das Aufkommen von Produktionsabfall und die Umweltbelastung durch Emissionen flüchtiger Kohlenwasserstoffe verringert werden.

Das Forschungsvorhaben dauert insgesamt zwei Jahre und wird zu einer Stärkung der europäischen kunststoffverarbeitenden Industrie führen und damit auch europäische Arbeitsplätze sichern.

Pressekontakt
Dr. Karl-Friedrich Ziegahn, Fraunhofer ICT, kfz@ict.fhg.de
+49-721-4640-388
Fraunhofer ICT
76327 Pfinztal-Berghausen

Projektleiter
Dr. Rudolf Emmerich, Fraunhofer ICT, rem@ict.fhg.de
+49-721-4640-460

Dr. Karl-Friedrich Ziegahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.ict.fraunhofer.de
http://www.ict.fhg.de

Weitere Berichte zu: Bauteil Kunststoffharz Mikrowelle Wärme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten
18.07.2018 | BIAS - Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH

nachricht Neues Verfahren verbessert Haltbarkeit der Beschichtung auf Werkzeugen
12.07.2018 | Technologie Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics