Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit dem Mikroskop im Nano-Bereich schreiben

30.03.2006


Neue Möglichkeiten für Computerchips


Mit dem Kraftmikroskop geschriebene Punkte (c) Fabian Heinemann



Forscher der Universität Bremen haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich 100 Nanometer dünne Linien ziehen lassen. Für die Herstellung von DNA-Chips, Bio- und Nanosensoren und die Halbleiterindustrie eröffnet dies ganz neue Möglichkeiten. "Wir verwenden zum Schreiben die Spitze eines Kraftmikroskops. Das funktioniert fast so wie beim Plattenspieler, nur viel kleiner", erklärt Manfred Radmacher von der Uni Bremen. An ihrer breitesten Spitze misst die von den Forschern verwendete Nadel gerade einmal vier Mikrometer, das ist ungefähr ein Zehntel des Durchmessers von einem Haar. An der Spitze ist die Nadel nur wenige Atome breit.

... mehr zu:
»Erfindung »Mikroskop »Nadel »Nano-Bereich


In Verbindung mit einem Rasterkraftmikroskop kann die Nadel Oberflächen mechanisch abtasten und Bilder von der Struktur erstellen. Den Wissenschaftlern aus Bremen ist es nun gelungen, die Nadel auch zum Schreiben zu verwenden. Als "Tinte" setzten die Physiker Enzyme ein, die mit den Oberflächen, auf die sie aufgetragen werden, chemisch reagieren. Die Herausforderung dabei ist, nur wenige Enzymmoleküle auf die Nadelspitze zu bringen. Dazu nutzen die Forscher Techniken aus der Molekularbiologie, die es ermöglichen, die Enzymmoleküle einzeln mit der Kraftmikroskopspitze aufzusammeln.

Die Bremer Wissenschaftler haben sich ihre Erfindung unter dem Namen "Enzymgestützte Nanolithografie" patentieren lassen. Das Unternehmen innoWI, an dem die Bremer Hochschulen beteiligt sind, hat die Idee bereits aufgegriffen und sucht nun nach Partnern in Industrie und Wirtschaft. "Die herkömmlichen Verfahren stoßen bald an ihre Grenzen", meint Radmacher. "Wir eröffnen ein neues Feld, weil wir chemische Veränderungen im kleinsten Bereich ermöglichen können. So sind völlig neue Formen der Strukturierung von Oberflächen möglich, die mit den bisherigen Methoden der Mikrostrukturierung gar nicht denkbar wären."

Elke Zimmermann von der innoWi GmbH rechnet damit, dass die Entdeckung bei kleinsten High-Tech-Bauteilen einen neuen Standard setzen wird. "Die Erfindung zeigt, dass man mit kommerziell erhältlichen Laborgeräten und -techniken Strukturen im Nanometer-Bereich erzeugen kann, wenn man die Methoden beherrscht", so die Biochemikerin abschließend.

Verena Töpper | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: Erfindung Mikroskop Nadel Nano-Bereich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Mit optimierten Logistikprozessen Energieeinsatz und CO2-Ausstoß reduzieren
22.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF

nachricht Elektrosynthese von Alkoholen energieeffizienter gestalten
18.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Latest News

City research draws on Formula 1 technology for the construction of skyscrapers

10.12.2019 | Architecture and Construction

Reorganizing a computer chip: Transistors can now both process and store information

10.12.2019 | Information Technology

Could dark carbon be hiding the true scale of ocean 'dead zones'?

10.12.2019 | Life Sciences

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics