Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Standhafte Klebeverbindungen

24.02.2006


Endoskop-Objektiv bestehend aus mehreren im Strahlengang miteinander verklebten Glaslinsen. (Produkt: Richard Wolf GmbH) © Fraunhofer IFAM


Unter den Fügetechniken gibt es kaum eine, die sich so umfassend entwickelt wie die Klebtechnik. Auch in der Medizin wird das Fügeverfahren zunehmend eingesetzt. Medizintechnische Artikel, die mit Klebtechnik gefertigt sind, zeigen Forscher auf der Messe MEDTEC.


Es gibt gute Gründe dafür, immer mehr Teile von Flugzeugen und Autos zu kleben, statt sie zu schrauben, nieten, löten oder schweißen. Der große Vorteil dieser Fügetechnik: Die Kräfte zwischen den Komponenten verteilen sich auf größere Flächen. Das vermeidet hohe punktuelle Belastungen. Geklebt wird kalt oder bei moderaten Temperaturen, so dass thermische Spannungen oder ein Verzug von Teilen ebenso ausgeschlossen sind wie Schäden durch Überhitzung. Kleber machen Verbindungen leicht, oft ersetzen sie nebenbei eine Dichtung und verbinden Materialien, die sonst nur widerwillig eine dauerhafte Ehe eingehen - etwa Glas und Metall.

"Wenn eine neue Klebverbindung geplant wird, genügt es nicht, den richtigen Klebstoff zu finden", erläuterte Thomas Gesang vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen. "Art und Qualität der Montage beeinflussen ganz maßgeblich die Leistung und Zuverlässigkeit des Gesamtsystems und können daher bis zu 80 Prozent des Preises ausmachen." Eine der Hauptursachen für Fehler und Ausfälle bei mikromechanischen oder -optischen Aufbauten ist Stress, wie der Spezialist der Abteilung Klebtechnik und Oberflächen betont. Welchen extremen Belastungen Klebverbindungen inbesondere in medizintechnischen Geräten standhalten müssen, zeigt das Beispiel eines zylindrischen Endoskopobjektivs: Die optischen Komponenten werden mit Übermaß eingeklebt, um sie später auf einen einheitlichen Durchmesser abzuschleifen. Die Prozedur belastet die Klebung. Auch die mit den wiederkehrenden Sterilisationen verbundenen extremen Temperatur-Wechsel muss das geklebte Endoskopobjektiv vertragen. Die Materailforscher des IFAM haben untersucht, welcher Klebeprozess diesem Stress am besten stand hält. dabei haben sie das Gesamtsystem und seine Einsatzbedingungen berücksichtigt.


Auf der MEDTEC in Stuttgart stellen die Forscher das Endoskop sowie viele andere geklebte medizintechnische Artikel vor. Vom 7. bis 9. März können sich Besucher der Messe in Halle 5 am Stand 1427 auch über das umfangreiche Schulungsangebot am Klebtechnischen Zentrum informieren. "Als wir vor zwölf Jahren mit dem weltweit ersten Lehrgang zur Klebfachkraft anfingen, war nicht abzusehen, dass daraus mal ein derartiger Exportschlager würde", fasst dessen Leiter Andreas Groß die Entwicklung zusammen.

Marion Horn | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/02/Mediendienst22006Thema4.jsp

Weitere Berichte zu: Fügetechnik Gesamtsystem Klebtechnik Klebverbindung MedTec

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Mit Polyphosphat gegen die Plastikberge in den Weltmeeren
03.09.2018 | Fachhochschule Münster

nachricht Nasschemisches Beschichtungsverfahren mit Potential
30.08.2018 | INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Im Focus: Schaltung des Stromflusses auf atomarer Skala

Forscher aus Augsburg, Trondheim und Zürich weisen gleichrichtende Eigenschaften von Grenzflächenkontakten im ferroelektrischen Halbleiter nach.

Die Grenzflächen zwischen zwei elektrisch unterschiedlich polarisierten Bereichen im Festkörper werden als ferroelektrische Domänenwände bezeichnet. In der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

Studierende organisieren internationalen Wettbewerb für zukünftige Flugzeuge

17.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Auf der InnoTrans 2018 mit innovativen Lösungen für den Güter- und Personenverkehr

18.09.2018 | Messenachrichten

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

18.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics