Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikrodosieren leicht gemacht

31.10.2005



Egal ob Blut, Fett, Öl oder Klebstoff – eine neue Generation von Mikrodosiersystemen kann schnell und präzise nahezu jedes Medium hauchdünn dosieren und auftragen. Davon profitieren Mikrosystemtechnik, Elektronikfertigung, Medizintechnik oder Maschinenbau. Auf der Messe Productronica in München (15. bis 18. November) zeigen Fraunhofer-Forscher zusammen mit einem Industriepartner in Halle B5 Stand 181 das Dosiersystem easy-dot®.


Punkt für Punkt setzt der Roboter in regelmäßigen Abständen winzige Klebepunkte auf die Oberfläche. Er bewegt Mikropumpe und Kartusche, gefüllt mit Klebstoff, über das Substrat. Am Ende der Testreihe werden Pumpkörper und Membran samt leerer Kartusche einfach entsorgt. »Teure Reinigungsarbeiten entfallen damit«, erklärt Nabih Othman vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. Das Team aus der Abteilung Reinst- und Mikroproduktion entwickelte zusammen mit Industriepartnern ein Einweg-Mikrodosiersystem, mit dem sowohl mittel- als auch höher viskose Stoffe punktgenau und reproduzierbar aufgetragen werden können. Auf der Messe Productronica in München ist das Ergebnis zu sehen: Das Mikrodosiersystem easy-dot® der Firma Scherzinger.

Das hochpräzise Dosieren und Aufbringen unterschiedlichster Medien ist für eine Vielzahl von Anwendungen interessant. »Kleine Mengen lassen sich bisher nur schwer richtig dosieren. Die Ergebnisse sind deshalb nicht immer reproduzierbar, wie es im industriellen Einsatz gefordert ist«, weiß der Fraunhofer-Experte, der zusammen mit seinen Kollegen auch die Markteinführung von easy-dot® unterstützt. Hinzu kommt die Gefahr des Verstopfens oder aber des frühzeitigen Verschleißes der Pumpe. Dieses Problem tritt vor allem bei gefüllten Medien auf, etwa wenn etwa Klebstoffe zusätzlich mit Leitpartikeln versehen sind.


Bei easy-dot® gingen die Experten neue Wege: Der Mikropumpe zugrunde liegt das peristaltische Wirkprinzip: Dabei wird das Medium – beispielsweise der Klebstoff – aus mehreren in Reihe geschalteten Kammern über eine pneumatisch angetriebene Membran herausgedrückt. Die Membran verhindert gleichzeitig die Berührung mit dem Medium. Der Pumpkopf mit Kartusche und Kanüle ist ein preiswertes Einwegprodukt. Er ist über ein Schnellspannsystem mit der Aktorik verbunden. Durch das gewählte Pumpprinzip und die Trennung von Antriebssystem und Pumpkopf ergeben sich für den Anwender zahlreiche Vorteile: Die Punktgröße ist reproduzierbar, lässt sich über ein Steuerprogramm einstellen und kann im Produktionsablauf zusätzlich variiert werden. Die Bandbreite der Dots liegt zwischen 80 µm– das ist etwas mehr als Haaresstärke – und 1mm. Weitere Vorteile sind die einfache Handhabung und Wartung. Damit eignet sich easy-dot® besonders für die Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik, da hier feinste Strukturen gewünscht werden. Daneben ist die Pumpe aber auch für Medizintechnik oder Maschinenbau, etwa beim Minimalschmieren für Lager, interessant. Der besondere Vorteil: Das kompakte Dosiersystem kann praktisch in jedes Gerät und in jede Anlage integriert werden.

Birgit Niesing | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Klebstoff Medium Membran Mikrodosiersystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues, umweltschonendes Laserbeschichtungsverfahren senkt Herstellungskosten elektrischer Kontakte
21.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mit Polyphosphat gegen die Plastikberge in den Weltmeeren
03.09.2018 | Fachhochschule Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics