Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die guten ins Töpfchen

12.09.2005


Kamillentee sollte vor allem Blütenköpfe enthalten. Größere Pflanzenstängel werden ebenso wie Fremdkörper gezielt weggeblasen.


Damit Pfefferminztee vor allem aus getrockneten Blättern besteht, sortieren mechanische Maschinen bislang alles andere mehr oder weniger genau aus. Zuverlässiger entfernt ein automatisches opto-mechanisches Verfahren Stielstücke, Steinchen und andere Fremdkörper.

... mehr zu:
»Fremdkörper »Kräuter »Töpfchen

Beim Ernten, Trocknen, Lagern und Transportieren von Kräutern und Teepflanzen mischen sich allerlei Fremdkörper darunter. Diese unerwünschten Zusätze müssen so weit wie möglich entfernt werden, bevor die Kräuter in ihre Verpackungen gefüllt werden. Mit den bisherigen Methoden fielen die Reinheiten eher dürftig aus oder zuviel des Wertstoffs ging verloren. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Informations- und Datenverarbeitung IITB haben im Auftrag der Firma Salus-Haus die optomechanische Schüttgutsortierung auf dieses Trennproblem angepasst. "Das Verfahren, mit dem auch Altglas oder mineralische Schüttgüter getrennt werden, konnte von uns erstmals auf Kräuter angewendet werden", sagt Projektleiter Kai-Uwe Vieth. "Dabei geht nur ein Prozent an gutem Material verloren. Das ist deutlich weniger als bei den sonst üblichen Verfahren."

Die trockenen und zerkleinerten Pflanzen werden durch Rütteln gleichmäßig auf einem Förderband verteilt. Diesen dünnen Kräuterteppich filmt eine Zeilenkamera. Die Bilder werden sofort und automatisch ausgewertet. Ein Computer steuert 256 Düsen an, die unerwünschtes Material wie Steinchen, Stielstücke oder Schnipsel von Verpackungsfolie mit Luft gezielt und zuverlässig in einen Auffangkasten bläst.


Zwischen Bildaufnahme und Ausblasen vergeht nur ein Augenblick - genauer 45 Millisekunden. "Die hohe Geschwindigkeit ist der entscheidende Punkt", betont Vieth. "In dieser kurzen Zeit muss das Bildauswertungssystem entscheiden, was sozusagen ins Kröpfchen und was ins Töpfchen gehört." Je nach Produkt muss es vorher lernen, welche Farben und Formen zu welchen Objekten gehören. Bis zu 500 000 Farben und daran gekoppelte Geometrien können dem Computer antrainiert werden. Im Betrieb erkennt das System, ob ein Bildbereich zu den gelernten Farbbereichen gehört oder nicht. Ist die Farbe eines Objekts unter der besonderen Beleuchtung auffällig, überprüft das System seine Geometrie. Überschreitet es eine bestimmte Länge und Breite, aktiviert der Computer eine passende Ausblasdüse.

Auf der Pilotanlage reinigt der Teeproduzent in Bruckmühl bei Rosenheim seit zwei Monaten bis zu 100 Kilo Pflanzen pro Stunde. "Die Experten von Salus bescheinigen uns, dass sie mit der neuen Sortiermethode eine wesentlich höhere Produktqualität erzielen", sagt Vieth nicht ohne Stolz. "Auch andere Kräuterverarbeiter wollen wir von der Leistungsfähigkeit der Methode überzeugen. Ab Oktober steht für sie in Karlsruhe eine Demonstrationsanlage bereit."

Marion Horn | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Fremdkörper Kräuter Töpfchen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Bionik im Leichtbau
17.08.2018 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Phänomenologisches Berechnungskonzept verkürzt das Auslegen von Spritzgussformteilen
13.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenverschränkung erstmals mit Licht von Quasaren bestätigt

20.08.2018 | Physik Astronomie

1,6 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsgruppe zu Quantentechnologien

20.08.2018 | Förderungen Preise

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics