Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Varianten-Audit: Potenzial von Variantentransparenz und -planbarkeit

02.08.2005


Eine stetig weiter wachsende Angebotsvielfalt, signifikant verkürzte Modellzyklen und ein weiter zunehmender Preisdruck haben die Bedeutung einer strategischen Variantenplanung und einer komplexitätsoptimalen Produktstrukturierung verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. So wurden in vielen technischen Branchen bereits erste Bestrebungen in Richtung einer optimierten Variantentransparenz angestoßen.



Hier stellt sich aber in der Regel die Frage nach der Effektivität und auch der Effizienz der angewandten Methoden sowie vor allem nach dem noch verbleibenden, bislang ungenutzten Potenzial. Nicht zuletzt sind einmal gefundene Lösungen auf Nachhaltigkeit zu hinterfragen, um dem "Nachwachsen" der Produktkomplexität wirksam vorzubeugen. Zur Beantwortung dieser Fragen hat die Abteilung Innovationsmanagement des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) der RWTH Aachen das Variantenaudit entwickelt und bereits in zahlreichen Projekten angewandt. Aktuelle Forschungserkenntnisse sind in das Audit eingeflossen.



Ziel des Variantenaudits ist es, aktuelle Aktivitäten in der Produktentwicklung, entlang der Auftragsabwicklungskette und in nachgelagerten Bereichen hinsichtlich eines aktiven Variantenmanagements zu analysieren und auf Vollständigkeit zu hinterfragen. Dies bezieht sich insbesondere auf das Produktmanagement, das Modulkonzept und die Produktstrukturierung. Darüber hinaus sind das Kommunalitätsmanagement sowie die Controllingmechanismen vor dem Hintergrund von Variantentransparenz und Variantenplanbarkeit zu untersuchen. Der gegenwärtige Status eventuell bereits eingeleiteter Aktivitäten und eingesetzter Methoden wird entlang der betrachteten Prozessbereiche beurteilt und schließt eine Spiegelung der Ergebnisse an dem WZL bekannten "successful practices" ein. Zur Beurteilung der Handhabung der Varianz in der Produktstrukturierung wird eine exemplarische Analyse und Bewertung z.B. einer Hauptbaugruppe durchgeführt. Um noch offene Potenziale weiter erschließen zu können, wird gemeinsam eine Roadmap aufgestellt, um ein ganzheitliches, proaktives Variantenmanagement umsetzen zu können.

Vor dem Hintergrund der umfassenden Projekterfahrungen des WZL im Bereich des Variantenmanagements bietet das Variantenaudit die Möglichkeit, den eigenen Stand und methodische Lücken bei vergleichsweise geringem aufzubringenden Ressourceneinsatz schnell zu erkennen. Dieses Ergebnis bildet die Grundlage für eine strategisch sinnvolle Planung weiterer Aktivitäten. Die Interviews und zu diskutierenden Fragestellungen schärfen gleichzeitig weiter das Bewusstsein der beteiligten Mitarbeiter für die Variantenproblematik. Durch die exemplarische Analyse der Produktstrukturierung lernen die beteiligten Mitarbeiter außerdem bereits die angewandte Methodik und operative Vorgehensweise kennen. Dank der durchweg positiven Resonanz der Unternehmen auf die Möglichkeit des Variantenaudits konnte das WZL bereits mit zahlreichen Variantenoptimierungsprojekten auf den Ergebnissen der Untersuchung aufbauen.

Kurt Rütten | idw
Weitere Informationen:
http://www.wzl.rwth-aachen.de
http://www.lean-innovation.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Fehlerzustände frühzeitig erkennen dank innovativer akustischer Verfahren zur Qualitätsprüfung
18.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Härtere Werkzeuge aus dem 3D-Drucker – Dresdner stellen neues Verfahren für Hartmetallindustrie vor
11.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Größere Designvielfalt: Fraunhofer LBF entwickelt Bewertungsmethodik für additiv gefertigte Bauteile

22.10.2018 | Materialwissenschaften

Bakterien verhindern die Bekämpfung einer Virusinfektion

22.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics