Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fusionsexperiment WEGA erzeugt das erste Plasma

12.07.2001


Fusionsanlage WEGA - der erste Stellarator im IPP-Teilinstitut Greifswald


Anfang Juli ging die Fusionsanlage WEGA im Teilinstitut Greifswald des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) mit der Erzeugung des ersten Plasmas in Betrieb. An WEGA sollen Studenten und wissenschaftlicher Nachwuchs ausgebildet werden, um die Zeit bis zur Fertigstellung der Großanlage WENDELSTEIN 7-X zu überbrücken.

Die kleine Fusionsanlage WEGA - ein Mitglied der Wendelstein-Familie des IPP - kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken: Als "Wendelstein-Experiment in Grenoble for the Application of Radio Frequency Heating" ging WEGA 1975 im Rahmen des Europäischen Fusionsprogramms als deutsch-französisch-belgisches Gemeinschaftsprojekt in Grenoble in Betrieb. Nach einem siebzehnjährigen Zwischenaufenthalt im Institut für Plasmaforschung der Universität Stuttgart wurde sie dann im April vergangenen Jahres in Einzelteilen zerlegt in das IPP nach Greifswald überführt.

Beim Wiederaufbau wurden alle Grundbauteile - Plasmagefäß, Magnetspulen und Abstützung - übernommen, die Systeme für Stromversorgung, Vakuum, Steuerung und Datenerfassung wurden neu hergestellt. Umgetauft als "Wendelstein-Experiment in Greifswald für die Ausbildung" soll WEGA nun dem wissenschaftlichen Nachwuchs als Übungsfeld dienen. Zum Beispiel muss ein Großteil der Messgeräte zur Analyse der Plasmaentladungen neu entwickelt werden. Auch zur Vorbereitung von WENDELSTEIN 7-X wird WEGA beitragen und Verfahren zum Ausmessen, Reinigen und Beschichten des Plasmagefäßes testen. Dies sind anspruchsvolle Aufgaben für Studenten, Diplomanden und Doktoranden - auch wenn das WEGA-Plasma mit einem Volumen von nur einem halben Kubikmeter rund 60mal kleiner und die Anlage insgesamt ungleich einfacher aufgebaut ist als der gegenwärtig entstehende WENDELSTEIN 7-X. "Bereits die Montage war für unsere Techniker eine gute Übung", erläutert der Projektleiter Dr. Johann Lingertat: "Für die meisten war dies die erste Erfahrung mit einer Fusionsanlage".

Ziel der Fusionsforschung ist es, ein Kraftwerk zu entwickeln, das - ähnlich wie die Sonne - aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie gewinnt. Dazu wird der Brennstoff, ein Wasserstoffplasma, in Magnetfeldern eingeschlossen und auf über 100 Millionen Grad aufgeheizt. WENDELSTEIN 7-X, die weltweit größte und modernste Anlage vom Typ "Stellarator", soll die Kraftwerkstauglichkeit dieser Bauart untersuchen.

Isabella Milch | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipp.mpg.de/

Weitere Berichte zu: 7-X Fusionsanlage IPP Plasma WEGA Wendelstein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues, umweltschonendes Laserbeschichtungsverfahren senkt Herstellungskosten elektrischer Kontakte
21.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mit Polyphosphat gegen die Plastikberge in den Weltmeeren
03.09.2018 | Fachhochschule Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kupfer-Aluminium-Superatom

Äußerlich sieht der Cluster aus 55 Kupfer- und Aluminiumatomen aus wie ein Kristall, chemisch hat er jedoch die Eigenschaften eines Atoms. Das hetero-metallische Superatom, das Chemikerinnen und Chemiker der Technischen Universität München (TUM) hergestellt haben, schafft die Voraussetzung für die Entwicklung neuer, kostengünstiger Katalysatoren.

Chemie kann teuer sein. Zum Reinigen von Abgasen beispielsweise benutzt man Platin. Das Edelmetall dient als Katalysator, der chemische Reaktionen...

Im Focus: Hygiene im Handumdrehen – mit neuem Netzwerk „CleanHand“

Das Fraunhofer FEP beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung von Prozessen und Anlagen zur Reinigung, Sterilisation und Oberflächenmodifizierung. Zur Bündelung der Kompetenzen vieler Partner wurde im Mai 2018 das Netzwerk „CleanHand“ zur Entwicklung von Systemen und Technologien für saubere Oberflächen, Materialien und Gegenstände ins Leben gerufen. Als Partner von „CleanHand“ präsentiert das Fraunhofer FEP im Rahmen der Messe parts2clean, vom 23.-25. Oktober 2018, in Stuttgart, am Stand der Fraunhofer-Allianz Reinigungstechnik (Halle 5, Stand C31), das Netzwerk sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte des Institutes im Bereich Hygiene und Reinigung.

Besonders um die Hauptreisezeiten gehen vermehrt Testberichte und Studien über die Reinheit von europäischen Raststätten, Hotelbetten und Freibädern durch die...

Im Focus: Hygiene at your fingertips with the new CleanHand Network

The Fraunhofer FEP has been involved in developing processes and equipment for cleaning, sterilization, and surface modification for decades. The CleanHand Network for development of systems and technologies to clean surfaces, materials, and objects was established in May 2018 to bundle the expertise of many partnering organizations. As a partner in the CleanHand Network, Fraunhofer FEP will present the Network and current research topics of the Institute in the field of hygiene and cleaning at the parts2clean trade fair, October 23-25, 2018 in Stuttgart, at the booth of the Fraunhofer Cleaning Technology Alliance (Hall 5, Booth C31).

Test reports and studies on the cleanliness of European motorway rest areas, hotel beds, and outdoor pools increasingly appear in the press, especially during...

Im Focus: Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 12. bis 15. September in Münster stellten Gefäßspezialisten aus ganz Deutschland die neuesten Therapien bei Gefäßerkrankungen vor. Vor allem in den Bereichen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und venöse Verschlusskrankheiten wie die Tiefe Venenthrombose (TVT) gibt gute Neuigkeiten für die Patienten. Viele der 720 Gefäßspezialisten, die an der Jahrestagung teilnahmen, stellten neueste Studienergebnisse vor.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gefäßerkrankungen, allein rund fünf Millionen unter der „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere...

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fachkonferenz "Automatisiertes und autonomes Fahren"

25.09.2018 | Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bisher unbekannter Mechanismus der Blut-Hirn-Schranke entdeckt

25.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Suche nach Grundwasser im Ozean - Neues deutsch-maltesisches Forschungsprojekt gestartet

25.09.2018 | Geowissenschaften

Auf dem Weg zur Prothese der Zukunft

25.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics