Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sicherheit geht vor: Laserschneiden von Asbest

08.10.2003


Am Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) wird derzeit das emissionsarme Laserstrahlschneiden von Asbest untersucht und für die technische Anwendung qualifiziert. Bei der Laserstrahlbearbeitung von Asbest wird der Werkstoff zum größten Teil verdampft, was zu einer Umwandlung der Faserform in kugelförmige Partikel durch Kondensation des Dampfes in der Luft führt. Damit kann das Gefährdungspotenzial während des Trennens eines Asbestwerkstoffes erheblich reduziert werden.


Asbestfaser und Agglomerate kugelförmiger Asbestpartikel auf belegtem Filter in verschiedenen Vergrößerungen



Ziel des Projekts ist es, durch den Einsatz des Laserstrahlschneidens anstelle mechanischer Trennverfahren Emissionen mit Asbestfasern erheblich zu reduzieren. Dabei werden experimentelle Untersuchungen zum Trennen an verschiedenen Asbestmaterialien durchgeführt. Gleichzeitig finden Emissionsmessungen zur Kontrolle der Schneidergebnisse und zur Optimierung des Verfahrens hinsichtlich der Freisetzung von Fasern und Feinstäuben statt.



Hierzu wurde eine Emissionsmesszelle mit einer speziell für diesen Einsatz konstruierten Glovebox zum Einschleusen von asbesthaltigen Materialien eingesetzt. Um die Emissionsmessstrecke herum wurde ein Schwarzbereich aufgebaut, dessen Zugang ausschließlich über eine Zweikammer-Personenschleuse möglich ist. Im Schwarzbereich wird ein geringer Unterdruck aufrechterhalten, so dass keine Faseremissionen nach außen dringen können. Die Arbeiten werden nach der Gefahrstoffverordnung und den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 519 durchgeführt.

Insgesamt 13 Asbestproben (verschiedene Grundmatrizen, Asbestgehalte etc.) wurden bisher untersucht. Davon ließen sich 12 so trennen, dass weniger als 150.000 Fasern/m³ freigesetzt wurden. Das entspricht nach den Technischen Richtlinien für Gefahrstoffe TRGS 519 den Bedingungen für "Arbeiten geringen Umfangs". Auf den Filtern wurden jeweils 102 Flächenelemente ausgezählt. Zum größten Teil wurden keine Fasern gefunden.

Auf einigen Filtern wurden 1 bis 2 Fasern ausgemacht (s. Bild). Dies ist durch das Abblasen mit dem Prozessgasstrahl von den in prozessnaher Umgebung an der Werkstückoberfläche locker anhaftenden Fasern erklärbar.

Erste Untersuchungen konzentrierten sich auf die optimale Schneidgeschwindigkeit und Sicherheit. Weitere Arbeiten beinhalten die Erweiterung des untersuchten Werkstoffspektrums und die Analyse der Mechanismen, die bei der Laserstrahlbearbeitung zur Faserfreisetzung führen können. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.

Kontakt:
Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)
Michael Botts
Hollerithallee 8
D-30419 Hannover
Tel.: +49 511 2788-151
Fax: +49 511 2788-100
E-Mail: bt@lzh.de

Michael Botts | idw
Weitere Informationen:
http://www.lzh.de

Weitere Berichte zu: Asbest Faser Filtern Laserstrahlbearbeitung TRGS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Verkalkte Zähne retten
19.06.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Uhrenbestandteile aus Diamant
18.06.2018 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics