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Dart wird erwachsen

29.07.2002


Warum sollte es ein Kneipenspaß bleiben, mit spitzen Pfeilen auf eine Zielscheibe zu werfen? Was in Großbritannien ein Nationalsport ist, hat im Gegensatz zum Rasenspiel Cricket längst auch auf dem Kontinent Fuß gefasst: In den siebziger Jahren machten britische Soldaten Dart in Deutschland bekannt. Die hiesigen Spieler organisierten sich zunächst in Vereinen, es folgten Regionalverbände und bereits 1982 wurde der Deutsche Dart Verband gegründet. Da immer mehr Turniere durchgeführt wurden, schien es schließlich wünschenswert, die gespielten Punkte automatisch zu erfassen und zu summieren. Dies leisteten Dart-Boards aus Kunststoff mit drucksensitiven Feldern. Da jedoch ein Stahlpfeil Kunststoff und Auswerteelektronik auf Dauer durchlöchern würde, mussten sich die Spieler zu ihrem Leidwesen mit Kinderpfeilen aus Plastik begnügen. Nun wird das Dartspiel richtig erwachsen, denn das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT hat eine elektronische Scheibe entwickelt, die mit klassischen Steel-Darts bespielt werden kann.

»Als wir begannen, uns dem Problem von der technischen Seite zu nähern, kamen verschiedene Sensorsysteme in Frage«, erinnert sich Reiner Borsdorf, Leiter des Geschäftsfeldes Produktentwicklung und Prozessgestaltung. »Doch konnten wir auf verschiedene Prinzipien der Produktfindung zurückgreifen. Mit der TRIZ-Methodik, der in unserem Institut entwickelten Innovation-Roadmap und dem Technologiekalender fanden wir systematisch das Sensorsystem heraus, das sich für die gestellte Aufgabe am besten eignete.« Mit Rapid Prototyping-Verfahren wurden Prototypen hergestellt, getestet und verbessert. Am Ende hielten die Ingenieure eine Zielscheibe in der Hand, die einen Treffer in nur 0,1 Sekunden fehlerfrei und automatisch erfasst.

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Doch wie ist es möglich, dass ein Stahlpfeil in das Naturfasermaterial Sisal eindringt ohne die Elektronik zu beschädigen? Anders als bei einer klassischen Sisalscheibe sind die Zielfelder durch ein Netz von Kunststoffstegen voneinander getrennt. In diese Spinne arbeiteten die Ingenieure Leiterbahnen ein, die elektrische Oszillatorkreise bilden und mit einer bestimmten Frequenz schwingen. Trifft nun ein Stahlpfeil in einen bestimmten Sektor, so verstimmt das Metall dort die Frequenz der Luftspule. Diese Änderung wird elektronisch registriert und mit einem eigens entwickelten Algorithmus ausgewertet. Für die Hardware verwendeten die Ingenieure bewusst Standardbauteile, um die nun anstehende Vermarktung der Dartscheibe zu begünstigen.

Dipl.-Ing. Reiner Borsdorf | Mediendienst

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