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Europäer kämpfen gemeinsam gegen den Rost

04.06.2008
Der Zahn der Zeit nagt und nagt. Er macht nicht nur Autobesitzern, sondern auch der Industrie zu schaffen, denn durch Korrosion entstehen an Anlagen und Bauteilen jedes Jahr Milliardenschäden.

Mit Rostschutzmitteln versucht man den Schäden vorzubeugen, doch die gängigen Rostschutzmittel sind oft chemische Keulen, die der Umwelt schaden. Für all diejenigen, die dem Umweltgedanken bei gleichzeitiger Wirksamkeit Rechnung tragen wollen, bietet die Nanotechnologie alternative Lösungen.

Unter dem Titel „Multiprotect“ haben sich rund 30 Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus ganz Europa versammelt, die den Kampf gegen die Korrosion auf eine ganz neue Grundlage stellen wollen – darunter auch das federführende Leibniz-Institut für Neue Materialien INM unter der Leitung von Professor Michael Veith in Saarbrücken.

Das Verfahren, um das es dabei geht, ist bereits erprobt: Chemische Nanotechnologie macht es möglich, hauchdünne Schutzschichten entstehen zu lassen, die man einer Metalloberfläche nicht ansieht. Eine neue Herausforderung besteht darin, diese Technik zu verfeinern und dabei auf die individuellen Anforderungen unterschiedlichster Branchen einzugehen. So lässt sich ein Werkstück oder Maschinenelement nach Wunsch und Geschmack mit höchster Gleitfähigkeit ausstatten oder besonders abriebfest machen – oder ihm wird die Fähigkeit gegeben, Öl oder Schmutz abzuweisen und Keime abzutöten.

Aber auch das ist noch nicht alles: Nanopartikel stabilisieren die Oberfläche des zu schützenden Metalls, indem sie gezielt chemische Bindungen entstehen lassen, die Korrosion verhindern. Durch diese besondere Art der Veredelung werden zum Beispiel Maschinen leistungsfähiger und langlebiger und Produktionsprozesse lassen sich preisgünstiger gestalten.

Mit diesem neuen Ansatz im Korrosionsschutz werden sich bald völlig neuen Alternativen ergeben. Der Umweltaspekt spielt dabei eine besondere Rolle. Je mehr Schwermetalle im Korrosionsschutz vermieden werden, um so weniger Umweltbelastung tritt auf. Aber auch die wirtschaftlichen Aspekte sind wichtig. Sehr dünne Beschichtungen, die sehr viel können, sparen Rohmaterial ein und verursachen günstigere Produktionskosten.

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Veith
Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH INM
Campus D D2
66123 Saarbrücken
Telefon: 06 81/93 00-0
E-Mail: Michael.Veith@inm-gmbh.de

Helga Hansen | Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.inm-gmbh.de
http://www.innovation.saarland.de

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