Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kostengünstige Müllverwertung für kleinere Kommunen

09.01.2008
Innovatives Mahlwerk reinigt Abfälle von Schadstoffen

Eine Forschgergruppe des Istituto di Studi sui Materiali Nanostrutturati hat eine neuartige Müllverwertungsanlage entwickelt. Mit dem als "Total house waste recycling" (Thor) bekannten Verfahren können nicht nur wiederverwendbare Rohstoffe gewonnen, sondern auch Schadsubstanzen ausgesondert und Brennstoff hergestellt werden.

Herzstück der in Capo d'Orlando bei Messina errichteten Pilotanlage ist ein von der Firma Assing produziertes Mahlwerk, in dem der in Säcken angelieferte unsortierte Hausmüll zerkleinert und als erstes von seinen Metallanteilen befreit wird. Es entsteht ein aus kleinsten Partikeln (unter 1/100 mm Durchmesser) bestehendes mehlartiges Gemisch, das unter Einwirkung eines Gebläses in seine Bestandteile zerfällt. Infolge des unterschiedlichen spezifischen Gewichts der einzelnen Schwebstoffe werden die restlichen Metalle, Chlorate und Farbstoffe ausgeschieden. Zurück bleibt eine organische Masse, die nach ihrer Trocknung als "refuse derived fuel" in Öfen oder Verbrennungsanlagen ohne die Freisetzung von Dioxin oder anderen Schadstoffemissionen genutzt werden kann. Thor selbst wird mit dieser Mischung, deren Brennwert dem hochqualitativer Kohle gleichkommt, betrieben.

"Selbst ausgediente, wegen ihrer toxischen Substanzen ungern als Brennstoff eingesetzte Schienenfundamente aus Holz können auf diese Weise sinnvoll wiederverwendet werden," erklärt Projektleiter Paolo Plescia. "Die Technik eignet sich besonders für kleine und mittlere Gemeinden, die wenig Platz und Geld für die Müllsentsorgung haben. Da die Müllsäcke sofort verarbeitet werden, entsteht weder Lagerbedarf noch Geruchsbelästigung. Wegen ihrer geringen Abmessungen kann sie auch mobil oder in Notstandssituationen zum Einsatz kommen."

Für die Installation einer auf eine Leistung von vier Tonnen je Stunde ausgelegten Anlage werden 300 Quadratmeter Fläche benötigt. Die Anschaffungskosten betragen zwei Mio. Euro. In einer Kleinstadt mit 30.000 Einwohnern, so der italienische Wissenschaftler, kann Thor die täglich anfallenden 50 t Müll in 30 t Brennstoff, drei Tonnen Glas , zwei Tonnen Metalle und eine Tonne Feststoffe umwandeln. Die Betriebskosten lägen mit 40 Euro je Tonne deutlich unter denen einer Deponie oder einer Müllverbrennungsanlage.

Harald Jung | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ismn.cnr.it
http://www.assing.it

Weitere Berichte zu: Brennstoff Kostengünstig Müllverwertung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Fehlerzustände frühzeitig erkennen dank innovativer akustischer Verfahren zur Qualitätsprüfung
18.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Härtere Werkzeuge aus dem 3D-Drucker – Dresdner stellen neues Verfahren für Hartmetallindustrie vor
11.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics