Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler diskutieren über neue Entwicklungen in der Infektionsforschung

21.06.2016

Wie kann die pharmazeutische Forschung den Wettlauf gegen immer häufiger auftretende multiresistente Keime gewinnen? Um sich hierüber auszutauschen, werden führende Wissenschaftler aus aller Welt am Mittwoch, 29. Juni 2016, in Saarbrücken zusammenkommen. Das internationale Symposium des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) findet bereits zum sechsten Mal auf dem Campus der Universität des Saarlandes statt (ab 9 Uhr in der Aula, Geb. A3 3). Auch Nachwuchsforscher werden dabei Gelegenheit haben, dem Fachpublikum ihre Forschungsarbeiten vorzustellen.

Die drei Forschungsschwerpunkte des HIPS stehen auch während der Konferenz im Fokus: Mikrobielle Naturstoffe, Wirkstoffdesign und -optimierung sowie Wirkstofftransport. Das HIPS ist ein Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und wurde 2009 gemeinsam mit der Universität des Saarlandes gegründet.


Beim sechsten internationalen HIPS-Symposium diskutieren Wissenschaftler die neuesten Entwicklungen in der Infektionsforschung

HZI/Uwe Bellhäuser

Im Kampf gegen multiresistente Keime spielen Naturstoffe eine große Rolle. Produziert werden sie beispielsweise von Pilzen oder Bodenbakterien. Axel Brakhage von der Universität Jena gibt in seinem Vortrag einen Einblick, wie man bestimmte Gene von Pilzen (sogenannte Naturstoff-Gencluster) so aktivieren und manipulieren kann, dass neuartige bioaktive Substanzen gewonnen werden können.

Bei der Suche nach neuen Naturstoffen müssen vielversprechende chemische Substanzen, sogenannte Leitstrukturen, umfangreiche Testreihen durchlaufen. Einen Einblick in Screenings mit Zebrafischen gibt Alexander Crawford von der Universität Luxemburg. Der erste Konferenzteil schließt mit einem Vortrag, der auf den Erfahrungen und Herausforderungen des letzten Ebola-Ausbruchs in Westafrika beruht. Dabei berichtet Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, wie wichtig es ist, über Notfallimpfstoffe zu verfügen.

Der zweite Teil des Symposiums wird von Markus Kalesse von der Leibniz Universität Hannover eröffnet. In seinem Vortrag berichtet er unter anderem über Synthese und Struktur von Aetheramiden, die für die Bekämpfung von HIV interessant sein könnten. Caroline Kisker von der Universität Würzburg wird eine neue und vielversprechende Zielstruktur in dem Erreger der Tuberkulose vorstellen, an der eine neuartige Behandlung ansetzen könnte.

An Tuberkulose sterben jährlich weltweit mehr als eine Million Menschen. Hauptverursacher der Krankheit ist das Bakterium Mycobacterium tuberculosis, das in den letzten Jahren vermehrt Resistenzen entwickelt hat. Im Anschluss wird Rolf Apweiler als Vertreter des renommierten European Bioinformatics Institute (EMBL-EBI) im englischen Cambridge berichten, welchen Beitrag die bioinformatische Forschung seines Instituts leisten kann, um die moderne medizinische und pharmazeutische Forschung zu unterstützen.

Den dritten Konferenzteil wird Andreas Manz vom Koreanischen Institut für Forschung und Technologie (KIST) in Saarbrücken einleiten. Er wird eine Einführung in die Möglichkeiten von Analysegeräten im Miniaturformat vorstellen, die in der Lage sind, komplexe Laborprozesse zu bewältigen und in kurzer Zeit zuverlässige Messergebnisse zu liefern (Lab-on-Chip).

Anschließend stellt Lorenz Meinel von der Universität Würzburg einen speziellen Kaugummi vor, der sich zur einfachen und schnellen Diagnose von Entzündungen im Mund eignet: Liegt eine orale Infektion vor (auch mit dem Bakterium Staphylococcus aureus), so wird eine chemische Verbindung in der Kaumasse abgebaut, was zu einer intensiven geschmacklichen Veränderung des Kaugummis führt. Beim abschließenden Vortrag wird Ingo Autenrieth von der Universität Tübingen seinen Ansatz zur Entwicklung neuartiger Strategien zur Behandlung von antibiotikaresistenten krankmachenden Keimen vorstellen.

Weitere Informationen und ein detailliertes Programm finden Sie unter:
http://www.helmholtz-hzi.de/hips-symposium

Kontakt:
Prof. Dr. Rolf Müller
Tel.: 0681 98806-3000
E-Mail: office.mueller@helmholtz-hzi.de

Hinweis für Hörfunk-Journalisten:
Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681 302-2601) richten.

Über das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. http://www.helmholtz-hzi.de

Über das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS):
Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) ist ein Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und wurde im Jahr 2009 vom HZI und der Universität des Saarlandes gegründet. Die Forscher suchen hier insbesondere nach neuen Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten, optimieren diese für die Anwendung am Menschen und erforschen, wie sie am besten durch den Körper zum Wirkort transportiert werden können. http://www.helmholtz-hzi.de/HIPS

Über die Universität des Saarlandes:
Die Saar-Universität ist international bekannt durch die Informatikforschung und die Nano- und Lebenswissenschaften. Allein in den Lebenswissenschaften, vor allem der Medizin, Pharmazie und Biologie sowie den Naturwissenschaften, forschen über 600 Wissenschaftler auf dem Uni-Campus in Saarbrücken. Die engen Beziehungen zu Frankreich und der Europa-Schwerpunkt sind weitere Markenzeichen. http://www.uni-saarland.de

Ihre Ansprechpartner:

Universität des Saarlandes
Presse und Kommunikation
Gerhild Sieber
Campus, Gebäude A2 3
66123 Saarbrücken
Tel. 0681 302-4582
presse.sieber@uni-saarland.de

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH
Presse und Kommunikation
Susanne Thiele
Inhoffenstraße 7
38124 Braunschweig
Tel. 0531 6181-1400
presse@helmholtz-hzi.de

Susanne Thiele | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen
19.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Innovation – the name of the game
18.07.2018 | Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics