Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Unternehmen Nachhaltigkeit zum Kerngeschäft machen

06.11.2015

180 Teilnehmende in Berlin auf Jubiläumskonferenz von Institut und Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung

Auf der Konferenz „Kern-Geschäfte – Wie Unternehmen sozial-ökologischen Wandel gestalten können“ diskutierten am 3. November 2015 in Berlin rund 180 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, welche Rolle Unternehmen einnehmen können und sollten, um einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten.

Das Institut und die Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung hatten anlässlich ihres 30-jährigen Jubiläums zu der Veranstaltung eingeladen. Vor Ort stellte das IÖW Thesen vor, wie Unternehmen eine sozial-ökologische Transformation mitgestalten können: So können sie etwa durch innovative Produkte oder Dienstleistungen Branchen nachhaltig verändern, durch eine aktive Gestaltung ihrer Lieferketten auch global Verantwortung übernehmen oder mit neuen Kooperationskulturen Partnerschaften für den Wandel eingehen.

„Die Debatten über den Umgang mit dem fortschreitenden Klimawandel, dem Verlust an Artenvielfalt und der Verknappung von Ressourcen werden bislang zu wenig mit Unternehmen geführt“, so der wissenschaftliche Geschäftsführer des Instituts Thomas Korbun.

„Dabei liegen die Lösungen für viele dieser Probleme auch im unternehmerischen Handeln“, ergänzte IÖW-Unternehmensforscherin Heike Mewes. „Was bisher im Bereich nachhaltiger Unternehmensführung unternommen wird, reicht nicht aus. Es muss darum gehen, Nachhaltigkeit im Kerngeschäft der Unternehmen zu verankern sowie neue und visionäre Vorstellungen davon zu entwickeln, was Zweck, Ziele und Handlungsweisen nachhaltiger Unternehmen sind.“

Lieferketten managen, Märkte transformieren

Das Management ihrer Lieferketten stellt für viele Unternehmen einen bedeutenden Hebel dar, sozial-ökologischen Wandel in der Wirtschaft zu unterstützen. Wie Unternehmen hier Verantwortung übernehmen können, zeigte zum Beispiel das Unternehmen Fairphone.

Um einen systemischen Wandel in der Herstellung von Smartphones zu erreichen, setzt Fairphone auf eine nachhaltige Rohstoffgewinnung, Fertigung, Life-Cycle-Gestaltung und Produktdesign. Gemeinsam mit seinen Kunden will das Unternehmen die Herstellung und den Konsum seines Produktes nachhaltiger gestalten.

Andere Unternehmen weiten aktiv ihre Kooperationen aus, um Nachhaltigkeit in ihrem Umfeld zu fördern. Hierbei arbeiten sie auch mit Nichtregierungsorganisationen zusammen. Anhand von Fallbeispielen zeigte etwa der WWF, der gemeinsam mit großen Handelsketten an der Verbreitung nachhaltiger Produkte arbeitet, wie strategische Kooperationen von Unternehmen und NGO’s gestaltet sein sollten, um tatsächliche Verbesserungen im Sinne der Nachhaltigkeit zu erzielen.

Viele Erwartungen liegen in einer nachhaltigkeitsorientierten Gründungskultur

Zwar wurde viel darüber diskutiert, dass und wie sich bestehende Unternehmen verändern müssen. Doch gab es auch ein starkes Plädoyer dafür, die Chancen neuer nachhaltiger Geschäftsmodelle stärker zu nutzen, indem eine Gründungskultur geschaffen und gefördert wird, die sich am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung orientiert. So bezeichnete etwa der Innovations- und Nachhaltigkeitsforscher Klaus Fichter, der früher das Forschungsfeld Ökologische Unternehmenspolitik am IÖW leitete, Start-Ups als „Schlüsselakteure des transformativen Wandels“.

30 Jahre ökologische Wirtschaftsforschung

Das IÖW wurde 1985 in Berlin gegründet mit dem Ziel, wissenschaftlich fundierte und praxistaugliche Antworten auf drängende ökologische und soziale Herausforderungen zu entwickeln. In zahlreichen Forschungs- und Beratungsprojekten arbeitet das Institut mit seinen rund 45 Mitarbeiter/innen an Strategien und Handlungsansätze für ein zukunftsfähiges Wirtschaften – für eine Ökonomie, die ein gutes Leben ermöglicht und die natürlichen Grundlagen erhält. Das Institut arbeitet gemeinnützig und ohne öffentliche Grundförderung. Seit 25 Jahren unterhält das IÖW auch ein Büro in Heidelberg.

Mit seinen Konferenzen greift das Institut regelmäßig aktuelle Trends des nachhaltigen Wirtschaftens auf. Die Tagungen bringen Visionäre aus Politik, Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen, um über die Zukunft des Wirtschaftens und Lebens zu diskutieren. Die Jubiläumskonferenz schließt an die Tagungen „Geschäftsmodell Nachhaltigkeit – Wirtschaft und Wirtschaftsförderung in der Transformation“ (November 2013), „Was bewegt? – Von sozial-ökologischen Experimenten in den Alltag“ (März 2012) und „Transformationen – Auswege aus der Wachstums- und Klimakrise“ (September 2010) an.


Pressefotos und weitere Informationen zur Konferenz und zu 30 Jahren IÖW unter http://www.ioew.de/pressemappe und http://www.ideen-die-fruchten.net

Pressekontakt:
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
Richard Harnisch
Tel.: 030/884594-16
richard.harnisch@ioew.de
http://www.ioew.de

Weitere Informationen:

http://www.ioew.de/pressemappe
http://www.ideen-die-fruchten.net

Richard Harnisch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht MS Wissenschaft startet Deutschlandtour mit Fraunhofer-KI an Bord
17.05.2019 | Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

nachricht Wie sicher ist autonomes Fahren?
16.05.2019 | Technische Universität Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quanten-Cloud-Computing mit Selbstcheck

Mit einem Quanten-Coprozessor in der Cloud stoßen Innsbrucker Physiker die Tür zur Simulation von bisher kaum lösbaren Fragestellungen in der Chemie, Materialforschung oder Hochenergiephysik weit auf. Die Forschungsgruppen um Rainer Blatt und Peter Zoller berichten in der Fachzeitschrift Nature, wie sie Phänomene der Teilchenphysik auf 20 Quantenbits simuliert haben und wie der Quantensimulator das Ergebnis erstmals selbständig überprüft hat.

Aktuell beschäftigen sich viele Wissenschaftler mit der Frage, wie die „Quantenüberlegenheit“ auf heute schon verfügbarer Hardware genutzt werden kann.

Im Focus: Self-repairing batteries

UTokyo engineers develop a way to create high-capacity long-life batteries

Engineers at the University of Tokyo continually pioneer new ways to improve battery technology. Professor Atsuo Yamada and his team recently developed a...

Im Focus: Quantum Cloud Computing with Self-Check

With a quantum coprocessor in the cloud, physicists from Innsbruck, Austria, open the door to the simulation of previously unsolvable problems in chemistry, materials research or high-energy physics. The research groups led by Rainer Blatt and Peter Zoller report in the journal Nature how they simulated particle physics phenomena on 20 quantum bits and how the quantum simulator self-verified the result for the first time.

Many scientists are currently working on investigating how quantum advantage can be exploited on hardware already available today. Three years ago, physicists...

Im Focus: Accelerating quantum technologies with materials processing at the atomic scale

'Quantum technologies' utilise the unique phenomena of quantum superposition and entanglement to encode and process information, with potentially profound benefits to a wide range of information technologies from communications to sensing and computing.

However a major challenge in developing these technologies is that the quantum phenomena are very fragile, and only a handful of physical systems have been...

Im Focus: A step towards probabilistic computing

Working group led by physicist Professor Ulrich Nowak at the University of Konstanz, in collaboration with a team of physicists from Johannes Gutenberg University Mainz, demonstrates how skyrmions can be used for the computer concepts of the future

When it comes to performing a calculation destined to arrive at an exact result, humans are hopelessly inferior to the computer. In other areas, humans are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

MS Wissenschaft startet Deutschlandtour mit Fraunhofer-KI an Bord

17.05.2019 | Veranstaltungen

Wie sicher ist autonomes Fahren?

16.05.2019 | Veranstaltungen

Chemie – das gemeinsame Element

16.05.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Integrierte Zuckermoleküle schonen Zellkulturen

17.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

Erstmals Einsatz von gefäßschützendem Antikörper bei kardiogenem Schock

17.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

Additive Maschinen lernen Superlegierungen kennen

17.05.2019 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics