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Auf dem Weg zum Bildungshaus

15.03.2010
Das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) unter der Leitung von Prof. Manfred Spitzer veranstaltet vom 24. bis 25. März in Ulm einen Kongress zum Projekt "Bildungshaus 3 - 10". Die Ulmer Forscher des ZNL führen die wissenschaftliche Begleitung dieses Projekts durch, das von der Zeitschrift Geo Wissen als "die wohl radikalste Bildungsinnovation der letzten Jahre" bezeichnet wurde (Heft 44/2009).

"Das Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg startete das Bildungshaus 3 - 10 im Jahre 2007. Im Kern geht es an 33 Modell- und 41 weiteren Vergleichsstandorten um die Verzahnung der pädagogischen Arbeit von Kindergärten und Schulen", erläutert ZNL-Projektleiterin PD Dr. Michaela Sambanis. Ziel seien bruchlose und individuelle Bildungsbiografien.

In Auftrag gegeben hat die wissenschaftliche Begleitung das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin. Finanziert wird sie aus Mitteln des BMBF und des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union (ESF).

"Im Bildungshaus wird das Altersspektrum drei bis zehn in den Blick genommen. Wir begleiten die Idee einer engen Kooperation zwischen den beiden Bildungsinstitutionen Kindergarten und Grundschule über gängige Formen hinaus. Beteiligte Pädagoginnen und Pädagogen beschreiben die gemeinsam entwickelten Konzepte im Vergleich zu früheren Ansätzen übereinstimmend als wesentlich intensiver, zuverlässiger und früher einsetzend", bilanziert Dr. Sambanis, die zudem darauf hinweist, dass neben der pädagogischen Arbeit auch die Organisationsstrukturen und die Elternarbeit um innovative Aspekte ergänzt worden seien.

Was bedeutet das für die Praxis bzw. wie sieht diese aus? Die Zusammenarbeit von Erziehern und Lehrern umfasst die gemeinsam geleistete Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Spiel- und Lernarrangements für alters- und institutionsgemischte Kindergruppen. Diese als "Bildungshauszeiten" bezeichneten Angebote sind fest im jeweiligen Wochenplan integriert und umfassen auch gemeinsam organisierte Ausflüge, Feste und Projekte.

"An den meisten Standorten zeichnete sich recht schnell die Tendenz zu einer stärkeren Altersdurchmischung ab. Dieser Ansatz kann sich im Rahmen von gezielten Angeboten auf das Sozialverhalten, die Kommunikation und auf Metakompetenzen (z. B. Durchhaltevermögen) der jüngeren Kindergartenkinder und der älteren Grundschüler sehr positiv auswirken", nennt Projektleiterin Sambanis einen wichtigen Aspekt aus der Praxis.

Weitere Informationen:
Der (Fach-)Kongress "Auf dem Weg zum Bildungshaus - Theorie und Praxis" findet vom 24. bis 25. März im Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) statt (Beim Alten Fritz 2, 89075 Ulm). Das Projektteam um PD Dr. Michaela Sambanis wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union (ESF) finanziert. Die wissenschaftliche Begleitung ist zunächst auf vier Jahre angelegt. Am Kongress werden u. a. Vertreterinnen und Vertreter der Kultus- und Sozialministerien nahezu aller Bundesländer, der Trägerverbände und Wissenschaftler aus dem Bereich Früh- und Primarpädagogik teilnehmen, die sich ein umfassendes Bild von der Bildungsentwicklung, dem Forschungsfeld und auch der Begleitforschung des ZNL verschaffen können. Den Eröffnungsvortrag mit dem Titel "Wie funktioniert lernen?" hält Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer.
Ein Grußwort spricht am Abend des 24.3.2010 auch Frau Ministerin Prof. Dr. Marion Schick vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Stuttgart.

Interessierte Journalisten sind herzlich eingeladen. Bitte nehmen Sie im Vorfeld Kontakt zu Frau Birgit Neubert unter der Rufnummer 0731 500 62020 auf. Ihre E-Mail-Adresse lautet Birgit.Neubert@znl-ulm.de

Jörg Portius | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de

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