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Textiler Leichtbau der Zukunft

13.10.2015

Neue Verbundmaterialien in der Architektur werden an der Frankfurt UAS in der Praxis getestet / Ausstellung beginnt am 16. Oktober

Das Potenzial dreidimensionaler, geschäumter Textilien für architektonische Anwendungen wird am Frankfurter Forschungsinstitut (FFin) für Architektur • Bauingenieurwesen • Geomatik der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) untersucht.


Der Experimentalpavillon von innen

FRA-UAS

Ein Studierendenteam unter Leitung von Prof. Claudia Lüling hat sich mit dem Thema textiler Leichtbau auseinandergesetzt und einen luftigen, lichtdurchlässigen Experimentalpavillon aus modular zusammengesetzten, teilgeschäumten Textilien entworfen und konstruiert. Er nutzt die Materialstärke von Abstandstextilien, die aus zwei Deckschichten bestehen und über sogenannte Polfäden auf Abstand gehalten werden.

Das Ziel der Forschungen lautet u.a. „Better than a Tent“ – besser als ein Zelt. Während Zelte klassisch aus Stangen und Planen bestehen und keinen klimatischen Komfort bieten, können geschäumte Abstandstextilien graduell und je nach Anforderung Tragwerk und Dämmung verbinden. Der neue Werkstoff bietet so beispielsweise klimatisch adäquate Möglichkeiten zum vereinfachten Bau von Notunterkünften ebenso wie für den Neubau und die Sanierung mit Leichtbauelemente Der Pavillon wird am Freitag, 16. Oktober 2015, im Foyer des Gebäudes 1 der Frankfurt UAS eröffnet (Ausstellung bis 30.10.2015).

„Leicht-Räume“ wie der Pavillon sind als Synthese von Funktion, Material und Gestalt gedacht. Neben tragenden, dämmenden, dichtenden und dämpfenden Eigenschaften könnten Abstandstextilien auch energieeffizient zur Wärme-Generierung durch Solarthermie oder zur Stromerzeugung durch Photovoltaik dienen.

Funktionalität und Nachhaltigkeit ist nicht das einzige ausschlaggebende Kriterium bei der Entwicklung, die Auswahl und der Zuschnitt der verwendeten Textilien ermöglichen neue raumbildende Optionen in der Gestaltung. Industriell vorgefertigt sind Abstandstextilien momentan hauptsächlich in atmungsaktiven Matratzen und Sitzbezügen zu finden.

Die Studierenden stellten mittels der Abstandstextilien einzelne, pyramidenförmige Module her. Sie wurden mittig umgestülpt und erhielten so Stabilität, die durch die teilgeschäumten Verbindungsbereiche zwischen den Modulen noch verstärkt wird. Insgesamt wurde so erstmalig versucht eine kuppelförmige Struktur mit einem Durchmesser von rund fünf Metern zu errichten.

Bereits seit 2014 wird am Frankfurter Forschungsinstitut FFin mit dem neuen Verbundmaterial experimentiert. Es entstand zuerst ein Ausstellungspavillon, der sowohl mit dem Stuttgarter Leichtbaupreis als auch mit einem Sonderpreis „Textile Strukturen für neues Bauen“ der Messe TechTex ausgezeichnet wurde. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten die Wissenschaftler(innen) mit Textilschläuchen, jetzt stehen Abstandstextilien im Fokus. Weitere Konzepte mit Abstandstextilien, die im Rahmen von Seminaren des Masterstudiengangs Architektur entwickelt wurden, versprechen im nächsten Schritt optimierte Tragwerksstrukturen mit großer Materialeffizienz.

Projektpartner der Forschung sind u. a. das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf, die Firma Essedea GmbH & Co.KG sowie das Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum.

Termin Ausstellung: 16.10. bis 30.10.2015; Ausstellungseröffnung 16.10.2015, 13.30 Uhr

Ort: Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, Gebäude 1, Foyer

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Frankfurter Forschungsinstitut für Architektur • Bauingenieurwesen • Geomatik, Prof. Claudia Lüling, E-Mail: clue@fb1.fra-uas.de

Weitere Informationen zum Frankfurter Forschungsinstitut FFin unter: http://www.frankfurt-university.de/ffin

Sarah Blaß | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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