Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tarnkappen für Arzneistoffe

11.03.2011
„Controlled Release Society“ und „NanoConSens” tagen am 15./16. März an der Universität Jena

Sie sind unterwegs in wichtiger Mission: Hochsensible Fracht gilt es auf direktem Weg zielgerichtet an ihren Bestimmungsort zu bringen, ohne von einer patrouillierenden Abwehr geschnappt und festgehalten zu werden. Nein, nein, hier ist nicht von einem Agententhriller die Rede.

Das, was Prof. Dr. Dagmar Fischer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena beschreibt, spielt sich im menschlichen Körper ab, wenn ihm ein Arzneistoff in die Blutbahn verabreicht worden ist. „Normalerweise werden körperfremde Substanzen von der Immunabwehr sofort erkannt und ,unschädlich‘ gemacht“, weiß die Professorin für Pharmazeutische Technologie. „Auch wenn es sich um Wirkstoffe handelt, die eigentlich dazu dienen, eine Krankheit zu behandeln.“

Deshalb suchen Prof. Fischer und ihr Team nach Wegen, die Immunabwehr zu überlisten: Sie entwickeln Trägersysteme mit sogenanntem „Stealth“-Effekt, die für die körpereigenen Abwehrmechanismen praktisch „unsichtbar“ sind und so Wirkstoffe unerkannt durch die Blutbahn transportieren können.

Ihre aktuellen Forschungsergebnisse dazu werden Prof. Fischer und zahlreiche Nachwuchswissenschaftler der Jenaer Universität während der Jahrestagung der deutschen Sektion der „Controlled Release Society“ (CRS) am 15. und 16. März Fachkollegen aus ganz Deutschland präsentieren. Zu dieser Tagung werden über 100 Teilnehmer an der Jenaer Universität erwartet.

Die CRS ist eine internationale Fachorganisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Wissensaustausch auf dem Gebiet neuer Therapiesysteme zu fördern. Ihr gehören mehr als 1.600 aktive Mitglieder in über 50 Ländern an. Neben Wissenschaftlern aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind es vor allem Forscher aus der pharmazeutischen Industrie, die in der CRS organisiert sind und damit den unmittelbaren Kontakt zu möglichen Anwendungen schaffen. Die Deutsche Sektion der CRS unterstütze besonders den wissenschaftlichen Nachwuchs in diesem Forschungsgebiet, unterstreicht Prof. Fischer, die als Vize-Präsidentin der deutschen Sektion die diesjährige Jahrestagung organisiert.

Dabei kooperieren die in der CRS organisierten Pharmazeuten mit Forschern des Jenaer Verbundprojekts „NanoConSens“. In dem seit 2009 im Rahmen der Thüringer ProExzellenz-Initiative geförderten Vorhaben entwickeln Chemiker, Pharmazeuten, Biologen und Mediziner Nanocontainer als Transportvehikel für Wirkstoffe und als Nanosensoren. „Damit ergeben sich inhaltlich zahlreiche Schnittstellen mit dem Schwerpunkt der CRS“, erläutert Prof. Fischer, die selbst mit ihrem Team an „NanoConSens“ beteiligt ist. So richten während der bevorstehenden Tagung sowohl die CRS als auch „NanoConSens“ unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Schubert (Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie) jeweils einen Tag das wissenschaftliche Programm aus. „Wir haben einige renommierte Wissenschaftler zu Vorträgen eingeladen“, so Fischer. „Den Großteil des Vortragsprogramms bestreiten aber die Nachwuchswissenschaftler.“ Neben „Tarnkappen“ für intravenös verabreichte Medikamente wird es in den Vorträgen und Postern u. a. um bioaktive Implantate, Nanopartikel und „intelligente“ Materialien gehen.

Die gemeinsame Tagung der deutschen Sektion der „Controlled Release Society“ (CRS) und des ProExzellenz-Projektes „NanoConSens“ findet am 15. und 16. März in den Rosensälen der Friedrich-Schiller-Universität statt (Fürstengraben 27, 07743 Jena).

Kontakt:
Prof. Dr. Dagmar Fischer
Institut für Pharmazie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Otto-Schott-Straße 41
07745 Jena
Tel.: 03641 / 949941
E-Mail: dagmar.fischer[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.controlledreleasesociety.de/CRS-meetings.shtml
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen
19.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Innovation – the name of the game
18.07.2018 | Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics