Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tagung befasst sich mit "Leichter Sprache"

05.04.2016

Durch die aktuelle Debatte um Inklusion wächst die Bedeutung von "Leichter Sprache" in der Praxis. Immer mehr Online- und Printpublikationen von insbesondere Behörden, Bildungsinstitutionen, Sozial- und Betroffenenverbänden und politischen Parteien werden in leichter Sprache veröffentlicht. Vom 13. bis 15. April 2016 befasst sich die Tagung "'Leichte Sprache' im Spiegel theoretischer und angewandter Forschung" mit diesem Thema. Dazu eingealden hat das Institut für Germanistik der Universität Leipzig. Etwa 90 Wissenschaftler und Praktiker aus Deutschland, Schweden, Finnland, Österreich und der Schweiz kommen zusammen, um aus interdisziplinärer Perspektive über diese Fragen zu diskutieren.

Der Einsatz "Leichter" und "einfacher Sprache" in der Praxis vollzieht sich noch immer relativ intuitiv, praxisbezogen und unabhängig von wissenschaftlicher Grundlagenforschung. Auch in der Wissenschaft wächst das Interesse an "Leichter Sprache" stark, insbesondere in der kognitions‐ und textorientierten sowie in der sprachdidaktischen, pädagogischen und soziologischen Forschung.

Über die Möglichkeiten, Menschen mit Lernschwierigkeiten durch "Leichte Sprache" den Alltag in unserer Gesellschaft zu erleichtern, wird in der Politikdidaktik und von Praktikern der politischen und der inklusiven Bildung kontrovers diskutiert. Manche Fragen sind auch in der Forschung noch ungeklärt: Besonders empirische Forschung zum Textverstehen von Menschen mit Lernschwierigkeiten steht derzeit noch aus.

"Der Zeitpunkt scheint günstig für einen Dialog zwischen Wissenschaft und Expertinnen und Experten aus der Praxis", sagt Prof. Dr. Ulla Fix vom Institut für Germanistik, die die Tagung mitorganisiert. "Der Bedarf ist auf jeden Fall gegeben: Um zu wissen, wie adressatenorientierte Texte besser dazu beitragen können, dass Sprache nicht als eine Barriere für gesellschaftliche Teilhabe erlebt wird, ist ein interdisziplinärer Aus-tausch notwendig. Mit der Tagung wollen wir diesem Austausch ein Podium geben."

Ziel der Tagung ist es, Antworten zu finden, wie Menschen über adressatenorientierte verständliche Sprache in gesellschaftliche Teilhabeprozesse, die ihnen bisher versperrt sind, einbezogen werden können.

Es werden unter anderem Antworten gesucht, wie Politik für Menschen, die mit schwerer Sprache überfordert sind, sprachlich verstehbar und erfahrbar gemacht werden kann. Diskutiert werden müssen auch die folgenden Fragen: Wieviel Verständlichkeit und Partizipation ist durch "Leichte Sprache" in den verschiedenen Lebensbereichen zu gewinnen? Wie können komplexe Inhalte vermittelt werden?

Reicht dazu wirklich die Vermeidung bestimmt sprachlicher Ausdrücke und Strukturen? Oder braucht es nicht mehr als das, um zu erreichen, dass Inhalte verstanden werden und beim Leser 'ankommen'? Ohne die Klärung solcher grundsätzlichen Fragen läuft "Leichte Sprache" Gefahr, Angebote zu unterbreiten, die letztlich ihre Wirkung verfehlen.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Ulla Fix
Telefon: +49 341 97-31559
E-Mail: LS-Tagung@uni-leipzig.de
Web: http://www.uni-leipzig.de/~fix


Dr. Bettina Bock
Institut für Förderpädagogik
Telefon: +49 341 97-31559
E-Mail: bettina.bock@uni-leipzig.de
Web: http://research.uni-leipzig.de/leisa/de/projekt/mitarbeitende.html

Susann Huster | Universität Leipzig

Weitere Berichte zu: Bildung Germanistik Grundlagenforschung Lernschwierigkeiten Sprache

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“
12.02.2020 | Technische Universität Chemnitz

nachricht 4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart
10.02.2020 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

Forscher des Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzpulsspektroskopie (MBI) und des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik haben durch die Kombination von Experiment und Theorie die Frage gelöst, wie Laserpulse die Magnetisierung durch ultraschnellen Elektronentransfer zwischen verschiedenen Atomen manipulieren können.

Wenige nanometerdünne Filme aus magnetischen Materialien sind ideale Testobjekte, um grundlegende Fragestellungen des Magnetismus zu untersuchen. Darüber...

Im Focus: Freiburg researcher investigate the origins of surface texture

Most natural and artificial surfaces are rough: metals and even glasses that appear smooth to the naked eye can look like jagged mountain ranges under the microscope. There is currently no uniform theory about the origin of this roughness despite it being observed on all scales, from the atomic to the tectonic. Scientists suspect that the rough surface is formed by irreversible plastic deformation that occurs in many processes of mechanical machining of components such as milling.

Prof. Dr. Lars Pastewka from the Simulation group at the Department of Microsystems Engineering at the University of Freiburg and his team have simulated such...

Im Focus: Transparente menschliche Organe ermöglichen dreidimensionale Kartierungen auf Zellebene

Erstmals gelang es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, intakte menschliche Organe durchsichtig zu machen. Mittels mikroskopischer Bildgebung konnten sie die zugrunde liegenden komplexen Strukturen der durchsichtigen Organe auf zellulärer Ebene sichtbar machen. Solche strukturellen Kartierungen von Organen bergen das Potenzial, künftig als Vorlage für 3D-Bioprinting-Technologien zum Einsatz zu kommen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um in Zukunft künstliche Alternativen als Ersatz für benötigte Spenderorgane erzeugen zu können. Dies sind die Ergebnisse des Helmholtz Zentrums München, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität München (TUM).

In der biomedizinischen Forschung gilt „seeing is believing“. Die Entschlüsselung der strukturellen Komplexität menschlicher Organe war schon immer eine große...

Im Focus: Skyrmions like it hot: Spin structures are controllable even at high temperatures

Investigation of the temperature dependence of the skyrmion Hall effect reveals further insights into possible new data storage devices

The joint research project of Johannes Gutenberg University Mainz (JGU) and the Massachusetts Institute of Technology (MIT) that had previously demonstrated...

Im Focus: Skyrmionen mögen es heiß – Spinstrukturen auch bei hohen Temperaturen steuerbar

Neue Spinstrukturen für zukünftige Magnetspeicher: Die Untersuchung der Temperaturabhängigkeit des Skyrmion-Hall-Effekts liefert weitere Einblicke in mögliche neue Datenspeichergeräte

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen weiteren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

Alternative Antriebskonzepte, technische Innovationen und Brandschutz im Schienenfahrzeugbau

07.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Höhere Treibhausgasemissionen durch schnelles Auftauen des Permafrostes

18.02.2020 | Geowissenschaften

Supermagnete aus dem 3D-Drucker

18.02.2020 | Maschinenbau

Warum Lebewesen schrumpfen

18.02.2020 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics