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Sprachforscher gehen Dialekten auf den Grund

04.11.2015

Von „größer als wie“ bis „koa Zeit net“: Am 6. und 7. November erkunden Sprachwissenschaftler und Dialektforscher auf dem Campus der Saar-Universität die Geheimnisse heutiger und historischer Dialekte des Deutschen und nahe verwandter Sprachen wie dem Letzeburgischen. Beim diesjährigen „Saarbrücker Runden Tisch für Dialektsyntax“, den der Professor für Systematik und Grammatik der deutschen Sprache, Augustin Speyer, mit seinem Lehrstuhlteam organisiert, stehen unter anderem Vergleichskonstruktionen mit „als wie“, doppelte Verneinungen und Verbverdopplungen im Mittelpunkt. Interessierte Zuhörer sind herzlich willkommen.
6. und 7. November, Gebäude C7 

Programm und weitere Information: http://www.sardis.uni-saarland.de/

Welche Wortstellung ist typisch bayrisch, hessisch oder Schwizerdütsch – und warum ist das so? Wo finden sich welche regionalen Spracheigenheiten? Wie unterscheiden sich die Dialekte?

Fragen wie diese diskutieren die Sprachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Rahmen der Tagung auf dem Saarbrücker Campus. Sie vergleichen Dialekte, untersuchen, wo was wie gesprochen wird, und beleuchten Besonderheiten, etwa historische Entwicklungen in den Mundarten wie im Vortrag „Negationsstrategien in mittelhochdeutschen Urkunden“.

Auch besondere Phänomene wie das der „Sprachinseln“ stehen auf dem Programm: „In südamerikanischen Ländern gibt es deutsche Sprachinseln, in denen beispielsweise moselfränkische und niederdeutsche Dialekte gesprochen werden.

Das ´Mennonite Low German` wird Gegenstand einer der Vorträge sein. Solche Sprachinseln weisen eine für die Forschung interessante eigene Entwicklung auf, die oft schneller ist als die des Ursprungsdialektes“, sagt der Sprachwissenschaftler Christian Ramelli von der Saar-Universität, der die Tagung mitorganisiert.

„So finden sich etwa Satzkonstruktionen, die in solch einer Sprachinsel schon länger existieren, mit zeitlicher Verzögerung nicht selten auch im Ausgangsdialekt“, erklärt Ramelli. Warum dies so ist, werden die Sprachforscher im Rahmen der Tagung erörtern.

„In den letzten Jahren hat die Forschung zur Syntax verschiedener Varietäten des Deutschen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Wir wollen mit dem ´Saarbrücker Runden Tisch für Dialektsyntax` Forscherinnen und Forscher zusammen bringen und ein Forum für diese Forschungsrichtung bieten“, sagt Christian Ramelli. Die Tagung findet zum zweiten Mal in der Abteilung Neuere Deutsche Sprachwissenschaft der Germanistik der Saar-Universität statt.

Kontakt:
Christian Ramelli: Tel.: 0681 302 – 2525; E-Mail: c.ramelli@mx.uni-saarland.de

Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Telefoninterviews in Studioqualität sind möglich über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Kontakt: 0681/302-2601, oder -64091.

Weitere Informationen:

http://www.sardis.uni-saarland.de/

Claudia Ehrlich | Universität des Saarlandes

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