Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software-Spezialisten tagen in Ulm - Doppeltagung der Gesellschaft für Informatik

06.03.2018

Software-Spezialisten aus Forschung und Praxis treffen sich vom 5. bis zum 9. März 2018 an der Universität Ulm. Bei der Doppeltagung der Gesellschaft für Informatik dreht sich alles um das Software Engineering und Software Management. Im Mittelpunkt stehen dabei innovative Konzepte der Softwareentwicklung sowie die vielfältigen Herausforderungen des modernen Produktmanagements und der Produktinnovation bei der wirtschaftlichen Verwertung software-intensiver Produkte und Dienstleistungen.

Software durchdringt immer mehr Lebensbereiche. Diese umfassende Digitalisierung unserer Lebenswelt bietet die Basis für immer komplexere Softwaresysteme, die völlig neue Möglichkeiten bieten. Die exponentiell steigende Komplexität hat aber auch Auswirkungen auf Entwicklungszeiten und -kosten.


Prof. Matthias Tichy, Leiter des Instituts für Softwaretechnik und Programmiersprachen an der Universität Ulm

Foto: Elvira Eberhardt / Uni Ulm

Mit welchen innovativen Konzepte, Prozessen und Techniken Software auch bei höchsten Anforderungen leistungsfähig, zuverlässig und sicher bleibt, diskutieren Informatiker in diesen Tagen (5. bis 9. März) an der Universität Ulm. Anlass ist die Doppeltagung der Gesellschaft für Informatik zum Software Engineering und Software Management.

„Vor 50 Jahren fand die erste Tagung zu Thema Software Engineering statt, und zwar in Garching, nicht weit von Ulm. Die NATO hatte die damalige Konferenz organisiert, um Wege aus der sogenannten `Softwarekrise´ zu finden“, erinnert Prof. Matthias Tichy. Der Leiter des Instituts für Softwaretechnik und Programmiersprachen an der Universität Ulm ist Gastgeber der diesjährigen Tagungen in Ulm. Hintergrund der damaligen Konferenz:

Die Softwareentwicklung konnte nicht mehr mithalten mit dem steigenden Umfang und der Komplexität der Programme. Die wirtschaftlichen Folgen waren brisant, weil die Kosten für die Software plötzlich die Hardwarepreise überstiegen. Eine Podiumsdiskussion blickt noch einmal zurück auf diese Krise und die großen Fortschritte und Erfolge, die seitdem auf diesem Gebiet erreicht wurden. Zu den Podiumsteilnehmern gehört Professor Gerhard Goos (jetzt KIT und FZI Karlsruhe). Der Wissenschaftler gilt als einer der Gründerväter der Informatik in Deutschland und war Teilnehmer der ersten Konferenz.

Auf dem Programm stehen eine Vielzahl von Workshops und Vorträgen. Der Fokus liegt dabei auf innovativen Konzepten und Strategien zur Verbesserung der Prozesse und Techniken bei der Softwareentwicklung. Dabei geht es unter anderem um die besonderen Herausforderungen von eingebetteten Echtzeitsystemen.

Dazu gehören Anwendungsbereiche wie die Robotik, das autonome Fahren oder die Prozessautomatisation, die die Software-Entwickler vor große Herausforderungen stellen. Weitere Themenfelder sind langlebige Software-intensive Systeme oder E-Learning-Technologien. Ein spezieller Track widmet sich dem Thema „Erklärbare Software“. Das Ziel: ein besseres Verständnis der Software und ihrer Auswirkungen. So will man beispielsweise herausfinden, warum ein hochautomatisiertes Fahrzeug bestimmte Objekte falsch erkennt.

„Software ist ein Schlüsselfaktor für Innovationen“, sagt Tagungsleiter Tichy. Die Konferenz widmet sich daher nicht zuletzt speziellen Themen an der Schnittstelle zwischen Softwaretechnik und wirtschaftlicher Verwertung. „Gerade eine starke Innovationskultur und hohe Agilität sind heutzutage entscheidend für den Erfolg eines jeden Unternehmens, ob in der Softwarebranche oder nicht“, so der Wissenschaftler. Auch wenn viele der knapp 150 Tagungsteilnehmer aus der Wissenschaft kommen, sind viele der Beiträge in Zusammenarbeit mit der Industrie entstanden. „Teilnehmer aus der Wirtschaft erfahren hier die neuesten Ergebnisse aus der Forschung der Softwaretechnik“, so Prof. Tichy.

Und auch die universitäre Lehre soll nicht zu kurz kommen. In den letzten Jahren steigen in der Informatik die Studierendenzahlen und stellen die Dozenten vor ungewohnte methodische und organisatorische Herausforderungen. Hier sind innovative Lehrkonzepte gerade für Online-Kurse und Praxisseminare gefragt. Wie gut die Arbeit der Lehrenden in diesem Bereich ist, zeigen nicht zuletzt die Ergebnisse des jährlich stattfindenden GI-Studierendenwettbewerbs. Beim InformatiCup müssen Programmieraufgaben „ganzheitlich“ gelöst werden, also theoretisch und praktisch. 8000 Euro Preisgeld insgesamt winken den Siegern. Finale und Preisverleihung finden während der Tagung statt.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Matthias Tichy; E-Mail: matthias.tichy@uni-ulm.de; Tel.: 0731 / 50 – 24160;
Tagungsprogramm im Netz: https://se18.uni-ulm.de/

Text und Medienkontakt: Andrea Weber-Tuckermann

Weitere Informationen:

Tagungsprogramm im Netz: https://se18.uni-ulm.de/

Andrea Weber-Tuckermann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen
19.07.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Innovation – the name of the game
18.07.2018 | Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics