Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017

Internationales Symposium zur Traumaforschung

Mehrfache Knochenbrüche, massive Verletzungen von Organen und Geweben: Physische Schwerstverletzungen – sogenannte Traumen – stellen Ärzte und Mediziner noch immer vor große Herausforderungen. Kommt es dabei zur Ganzkörperentzündung oder zum Multiorganversagen, endet dies für den Patienten oft tödlich.


In der Ärztekonferenz werden die einzelnen Fälle fachübergreifend besprochen

Foto: Heiko Grandel Uniklinik Ulm


Die Erstversorgung der Patienten findet im Schockraum statt

Foto: Heiko Grandel Uniklinik Ulm

Seit 2015 forscher Ulmer Wissenschaftler im Rahmen des Trauma-SFB zu den Ursachen dieser Komplikationen. Erste Ergebnisse stellen sie bei nun bei einem internationalen Symposium zur Traumaforschung vor, das vom 22. bis zum 24. Februar an der Universität Ulm stattfindet.

Mit Hochdruck forschen Ulmer Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs SFB 1149 „Gefahrenantwort, Störfaktoren und regeneratives Potential nach akutem Trauma“ seit 2015 an der Aufklärung der hochkomplexen Wechselwirkungsprozesse, die multitraumatische Verletzungen so gefährlich machen. Erste Ergebnisse präsentieren sie bei einem internationalen Symposium, das vom 22. bis zum 24. Februar an der Universität Ulm im Forschungsgebäude N27 stattfinden wird.

Im Mittelpunkt der Tagung stehen insbesondere Fragen nach den Ursachen und Risikofaktoren möglicher Komplikationen. „Entscheidend hierfür ist der Verlauf von systemischen Entzündungsreaktionen. Diese werden bestimmt durch die komplexen Wechselwirkungen zwischen verletztem Gewebe, Immunsystem, Kreislauf und Psyche“, erklärt Professor Florian Gebhard.

Der Leiter der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie ist Sprecher des SFB und gehört zu den Organisatoren des Symposiums. Mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die die Ulmer Traumaforscher bei der Tagung vorstellen, wollen sie etwas mehr Licht in diese komplizierten molekularen und zellulären Zusammenhänge bringen. Hinzu kommen zahlreiche Hauptvorträge renommierter Wissenschaftler aus dem Ausland, die als Keynote Speaker Einblicke geben in den aktuellen Stand der Forschung.

Das Programm ist unterteilt in drei Themenblöcke. Der erste Abschnitt zum Thema „Gefahrenantwort“ behandelt zum einen molekulare Signalgebungsprozesse, die an der Steuerung von Entzündungsprozessen beteiligt sind sowie die zelluläre Reaktionen des Immunsystems.

Der zweite Themenblock behandelt Begleiterkrankungen wie Atherosklerose oder Adipositas und hinterfragt, wie sich diese auf Krankheitsverläufe und Wundheilungsprozesse auswirken. Im Fokus stehen hier zudem individuelle Risikofaktoren wie das Rauchen und der Konsum von Alkohol. Der dritte Tagungsteil befasst sich mit dem Thema Geweberegeneration und stellt aktuelle Forschungsergebnisse über Heilungs- und Reparaturprozesse in Knochen-, Haut- und Nervengeweben vor.

„Um die Versorgung und Therapie von Traumapatienten verbessern zu können, ist es wichtig, dass neue Forschungsergebnisse so schnell wie möglich den Weg aus dem Labor in die Klinik finden“, meinen auch die stellvertretenden SFB-Sprecher Professor Markus Huber-Lang und Professorin Anita Ignatius, die ebenfalls zum Tagungskernteam gehören.

Die Podiumsdiskussion am Ende der Tagung befasst sich daher mit den klinischen Implikationen der Forschung und gibt ganz konkrete Einblicke in die medizinische Praxis, beispielsweise bei der Behandlung von Sepsis, die umgangssprachlich auch als „Blutvergiftung“ bekannt ist.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Florian Gebhard; Email: florian.gebhard@uniklinik-ulm.de
Prof. Dr. Markus Huber-Lang; Email: markus.huber-lang@uniklinik-ulm.de
Prof. Dr. Anita Ignatius; Email: anita.ignatius@uni-ulm.de

Text und Medienkontakt: Andrea Weber-Tuckermann


Hintergrund: Der Trauma SFB 1149
Der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 11,2 Millionen Euro geförderte SFB 1149 „Gefahrenantwort, Störfaktoren und regeneratives Potenzial nach akutem Trauma“ wurde im November 2014 bewilligt und ist auf bis zu zwölf Jahre ausgelegt. In dem gemeinsamen Forschungsvorhaben – bestehend aus 20 disziplinübergreifenden Einzelprojekten – kooperieren insgesamt 18 Kliniken und Institute aus dem Universitätsklinikum Ulm und der Universität. Im Mittelpunkt stehen dabei die systemischen Reaktionen des Körpers auf schwere Verletzungen.

Weitere Informationen:

https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/sfb-1149/

Andrea Weber-Tuckermann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?
21.06.2018 | ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung

nachricht Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?
21.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics