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Ein Schub für die Begabungsforschung

12.09.2012
Größter deutscher Begabungskongress startet an der Universität Münster / Rund 1000 Teilnehmer aus Theorie und Praxis

Die Experten sind sich einig: Jeder Mensch hat spezielle Fähigkeiten – in jeder Phase seines Lebens, als Kind und als Senior. Vor dem Hintergrund der zahlreichen Schulvergleichsstudien, des sich abzeichnenden Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung ist es daher eine der wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen, diese Potenziale stärker denn je zu fördern.

Nur wie? Rund 1000 Teilnehmer werden ab heute (12. September) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) auf dem bislang größten deutschen Begabungskongress Antworten liefern und Perspektiven aufzeigen. "Giftedness across the lifespan – Begabungsförderung von der frühen Kindheit bis ins Alter" lautet der Titel der Tagung, die das Internationale Centrum für Begabungsforschung (ICBF) der WWU bis zum 15. September ausrichtet.

Der Kongress verbindet den 4. Münsterschen Bildungskongress mit der "13. Internationalen ECHA-Konferenz" (European Council for High Ability), die damit erstmals nach 20 Jahren wieder in Deutschland ausgetragen wird. Das ICBF erwartet Gäste und Referenten aus mehr als 40 Ländern, unter ihnen zahlreiche der auf diesem Gebiet weltweit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – beispielsweise der US-Amerikaner Prof. Dr. Nicholas Colangelo von der University of Iowa.

"Diese Konferenz ist eine besondere, weil sie das Potenzial der Universität Münster aufzeigt, derart große Konferenzen auszurichten", betonte Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles. "Zudem zeigt sich mit dieser Tagung, dass das ICBF einen begründeten Anspruch darauf erheben darf, als Leuchtturm betrachtet zu werden." Prof. Dr. Kirsi Tirri von der Universität Helsinki hob hervor, dass dieser Kongress die "einzigartige Möglichkeit" biete, die weltweit besten Theoretiker und Praktiker zusammenzubringen.

"Dies wird der Begabungsforschung einen weiteren Schub geben", sagte die ECHA-Präsidentin. Ähnlich äußerte sich die Geschäftsführerin von "Bildung und Begabung", Dr. Elke Völmicke. "Es gibt keine andere Veranstaltung zum Thema Begabungsforschung in Deutschland, die eine derart große Bandbreite an Themen und Gesprächspartnern anbietet."

Ein Schwerpunkt der Tagung liegt auf der Frage, wie sich auch die Begabungen von Menschen jener Bevölkerungsgruppen besser fördern lassen, die bislang in der öffentlichen Debatte über Begabungsforschung nur selten vorkommen – wie beispielsweise Kleinkinder, Behinderte, Migranten sowie ältere Menschen. "Wir sind in der Diskussion noch zu oft auf Defizite und Probleme fixiert", unterstrich der ICBF-Vorsitzende Prof. Dr. Christian Fischer, der an der WWU Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Schulpädagogik beziehungsweise Begabungsforschung und Individuelle Förderung lehrt. "Wir sollten uns mehr auf Fähigkeiten und Möglichkeiten statt auf Schwierigkeiten konzentrieren. Dies gilt beispielsweise auch für die Generation 60 und älter, von der wir mittlerweile wissen, zu welchen Leistungen sie fähig ist."

Auf großes Interesse dürften auch die zwei Symposien "Begabung und Migration" sowie "Begabung und Inklusion" stoßen. Den Leitvortrag zum ersten Symposium wird Prof. Dr. Haci-Hali Uslucan (Universität Duisburg-Essen) zum Thema "Hochbegabungen bei ethnischen Minderheiten: Das Erkennen und Verkennen ihrer Potenziale" halten. Danach werden drei Stiftungen spezielle Möglichkeiten einer Praxisförderung von zugewanderten Kindern und Jugendlichen vorstellen. Das zweite Symposium leitet Prof. Dr. Simone Seitz (Universität Bremen) ein. Der Titel ihres Vortrags lautet: "Hochbegabung inklusive? Auf dem Weg zu einer begabungsfördernden inklusiven Schule". Im Anschluss daran stellen zwei Wissenschaftler konkrete Möglichkeiten einer inklusiven Förderung vor.

Pressestelle der Universität Münster
Norbert Robers
Schlossplatz 2, 48149 Münster
norbert.robers@uni-muenster.de
+49 251 83-22232

Norbert Robers | Universität Münster
Weitere Informationen:
http://www.icbfkongress.de
http://www.uni-muenster.de
http://www.icbf.de/

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