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Pflanzenzüchtung: Kolloquium beleuchtet neue Wege zu mehr genetischer Vielfalt

22.11.2016

29. und 30. November 2016: Internationales Kolloquium zu Pflanzenzüchtung und genetischer Vielfalt / Ab 29.11., 13:00 Uhr, Aula, Schloss Hohenheim, 70599 Stuttgart

Ob Mais für kühle Bergregionen, Gerstenlandsorten für schmackhaftes Bier oder schnellwachsender Amaranth für die Bioenergiegewinnung: Pflanzenzüchter arbeiten daran, das Beste aus alten und neuen Sorten herauszuholen.

Wie die Züchtung wertvolle Eigenschaften alter Pflanzensorten hervorbringen kann, mit dieser Frage beschäftigen sich internationale Forscher an der Universität Hohenheim in Stuttgart. Bei dem Kolloquium geben sie Einblicke in ihre Forschung.

„Ob wir mehr Vielfalt auf dem Acker brauchen, diese Frage ist ausdiskutiert und eindeutig mit ja zu beantworten“, findet Prof. Dr. Karl Schmid vom Institut für Pflanzenzüchtung, Saatgutforschung und Populationsgenetik an der Universität Hohenheim. Vielmehr ginge es nun darum, diese Vielfalt effizient zu nutzen.

„Wir brauchen Methoden um festzustellen, welche Sorten sich für welchen Zweck besonders gut eignen.“ Solche Methoden stellen 14 Wissenschaftler aus Deutschland und Europa vor. Sie arbeiten daran, das Erbgut fast vergessener Nutzpflanzensorten wieder zu verbreiten oder exotische Sorten bekannter zu machen.

Ein Ziel: Neue Verwendungs- und Anbaumöglichkeiten

Ein solches Beispiel: Amaranth. Als sogenanntes „Superfood“ sind die hirseähnlichen Samen der vor allem in Nord- und Südamerika vorkommenden Pflanze inzwischen auch in Europa bekannt. Markus Stetter von der Universität Hohenheim ist überzeugt, dass sich die Pflanze auch für die Energiegewinnung in Biogasanlagen eignet. Er versucht deshalb eine Sorte zu züchten, die besonders viel Biomasse produziert.

Ähnlich gehen die Forscher bei alten Sorten vor. Prof. Dr. Schmid erklärt: „Viele alte Sorten haben positive Eigenschaften. Zum Beispiel wächst eine alte Maissorte wie der Rheintaler Ribelmais besonders gut in Alpenregionen und er hat einen hohen Nährwert. Wegen ihrer Anfälligkeit für Krankheiten und dem geringeren Ertrag werden solche Sorten aber nicht mehr angebaut. “ Durch Züchtung, ist Prof. Dr. Schmid überzeugt, lassen sich diese Schwächen reduzieren.

Sorten mit Geschichte wiederentdecken und weiterentwickeln

Alte Sorten können auf zweierlei Weise für mehr Vielfalt sorgen, so Prof. Dr. Schmid: Eine Möglichkeit sei die Kreuzung mit aktuell verbreiteten Hochleistungssorten. Dabei, so hoffen die Forscher, ließe sich der hohe Ertrag dieser sogenannten Elitesorten mit den positiven Eigenschaften alter Landsorten verbinden.

Viele Landwirte bauen zudem alte Sorten an und entwickeln daraus neue Produkte. Das zeigt unter anderem das Beispiel des Rheintaler Ribelmais: Aus der traditionellen Schweizer Maissorte werden inzwischen auch Whisky, Bier und Tortillachips hergestellt. Auch in Großbritannien beschäftigt man sich mit alten Sorten: Dr. Chris Ridout vom John Innes Center Norwich testet zusammen mit lokalen Brauern Verarbeitungsmöglichkeiten für die Chevallier-Gerste, die im Viktorianischen England sehr populär war und nun in der Bierherstellung zum Einsatz kommt.

Schwerpunktthema und Stiftungslehrstuhl

Das Kolloquium findet alle zwei Jahre zu wechselnden Themen aus dem Bereich der Biotechnologie und Pflanzenzüchtung statt. Anlass für den diesjährigen Schwerpunkt genetische Vielfalt ist das Ende der Förderzeit für die F. W. Schnell-Stiftungsprofessur für Nutzpflanzenbiodiversität und Züchtungsinformatik. Von 2008 bis 2016 förderte die Saatgutfirma KWS SAAT SE aus Einbeck zusammen mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft das Fachgebiet von Prof. Dr. Karl Schmid.

Weitere Details zur Veranstaltung

• Datum und Uhrzeit:

Di. 29. November 2016, 13:00 – 18:00 Uhr
Mi. 30. November 2016, 8:30 Uhr – ca. 12:30 Uhr

• Ort:

Aula, Schloss Hohenheim, 70599 Stuttgart

Kontakt für Medien:

Prof. Dr. Karl Schmid, Universität Hohenheim, Stiftungsprofessur für Nutzpflanzenbiodiversität und Züchtungsinformatik
0711 459-23487, E karl.schmid@uni-hohenheim.de

Text: Barsch / Töpfer

Florian Klebs | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de/

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